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Friedemann Bedürftig, Christoph Kirsch, Thomas von Kummant — Goethe Sammelband

Guck mal, Goethe! - Ein Buch, zwei Meinungen

A:Der Leipziger hat seinen Klein-Pariser-Goethe-Spruch (auch wenn er gegenwärtig nicht in Leuchtschrift zu lesen ist) und sein jugendliches Goethe-Bild, das ihm vor rund 100 Jahren Carl Seffner auf den Naschmarkt stellte. Ein etwas anderes Goethe-Bild nun bietet die wieder aufgelegte 2-bändige Comic-Biografie »Goethe - Zum Sehen geboren« und »Goethe - Zum Schauen bestellt« aus dem Institut, das seinen Namen … weiterlesen

John Haskell — Amerikanisches Fegefeuer

So viel Geschichte, so viel Dramatik

Mit einem Schwall kalter Luft betritt ein großer schlanker Mann das Café Telegraph. Joggingschuhe an den Füßen, mit denen Deutsche höchstens durch den Park rennen, weisen ihn als Amerikaner aus. Ansonsten ist da herzlich wenig, womit sich Klischees über Amerikaner bestätigen lassen. John Haskell ist weder unangenehm laut, noch wirkt er so satt und ignorant, wie viele Deutsche die Amerikaner … weiterlesen

Egon Bondy — Hatto

Ein Denker vor dem Herrn, Ein Buch - zwei Meinungen

Lohnende StrapazeDer Philosoph und Dichter Egon Bondy (1930?2007) hieß eigentlich Zbynek Fi?er und war eine sehr böhmische Mischung aus Ernst Bloch und Alexander Solschenizyn. In den 70er Jahren wurden seine Gedichte von den legendären »Plastic People of the Universe« aufgenommen, deren Verhaftung 1976 die berühmte Charta 77 ausgelöst hat. Von da an war Bondy ein Underground-Star.Am liebsten saß er zwischen … weiterlesen

Peter Handke — Leben ohne Poesie

Klassik, Rock, Jazz

Seine musikalische und bilderreiche Prosa sucht im deutschsprachigen Raum ihresgleichen. Aber ist Peter Handke ein Lyriker? Nein, er sei keiner, sagte er im vergangenen Februar zu Ulla Berkéwicz. Gespielte Bescheidenheit, ein Vorwand, um die Frage der Verlegerin nach einer Publikation seiner Gedichte höflich ablehnen zu können. Aber Berkéwicz wäre nicht Berkéwicz, hätte sie in ihrem Drängen nachgelassen. Und siehe: Zum … weiterlesen

Hans-Harald Müller — Leo Perutz

Späte Wiederentdeckung

In den 20er und 30er Jahren war der in Prag geborene Leo Perutz (1882?1957) ein veritabler Bestsellerautor. Damit war es 1938 vorbei. Als Jude musste er vor den Nazis nach Palästina fliehen. Sein Werk wurde nicht mehr gedruckt und geriet fast vollkommen in Vergessenheit. 1949 hat Perutz seinem Bruder erklärt: »Die [?] Zeitungen, die Kritik, die Verleger und die Literaturgeschichte … weiterlesen

Henner Kotte — Der Tote im Baum

Jenseits der Helden

Eine mumifizierte Leiche, die vor achtzehn Jahren in einem Baum entdeckt, aber niemals identifiziert wurde, und ein Anwalt, der mitten im wichtigsten Prozess seines Lebens spurlos verschwindet: Mit diesen beiden Fällen schlagen sich die Kommissare in Henner Kottes nach »Abriss Leipzig« und »Titelhelden« drittem Leipzig-Krimi herum. Zunächst sieht es danach aus, als müssten sie sich an beidem die Zähne ausbeißen.Nach … weiterlesen

Edgar Hilsenrath — Die Abenteuer des Ruben Jablonski

Achtung, Weltliteratur!

Bei kaum einem Schriftsteller erscheint das Missverhältnis zwischen Bedeutung und öffentlicher Wertschätzung in Deutschland so krass wie bei Edgar Hilsenrath. Gewiss, man hat ihn geehrt. Romane wie »Nacht«, »Der Nazi & der Friseur« oder »Das Märchen vom letzten Gedanken«, mit denen er gegen das Vergessen anschrieb, wurden allseits gelobt. Dennoch ist Hilsenrath stets ein Außenseiter geblieben. Als 2003 der Piper … weiterlesen

Sächsischer Literaturrat e. V. — Literaturlandschaft Sachsen

Preise dein Glücke

Es hat ein bisschen länger gedauert als geplant, aber nun ist es da: das Handbuch zur Literaturlandschaft Sachsen. Damit legt der Sächsische Literaturrat ein Nachschlagewerk vor, das in Zukunft für jeden, der mit dem regionalen Literaturbetrieb zu tun hat, zum unverzichtbaren Handwerkszeug gehören wird. Umfassend und zugleich übersichtlich werden Autoren, Übersetzer, Agenten, die in Sachsen leben und arbeiten, mit allen … weiterlesen

Petra Mewes — Wir vom Jahrgang 1959

Fisch war Glücksache

Von jeher bilden ja das Schnabulieren und das Fabulieren zwei Seiten einer Medaille. Schlemmen ist eine Kunst, und die zu beschreiben, bedarf es der Feder. Die wiederum lässt sich auch für Themen verwenden, die mit dem Kulinarischen nur bedingt zu tun haben. Petra Mewes, hochverdiente und -geschätzte Gastro-Redakteurin des KREUZER, hat nun ein ganz besonderes Buch über die DDR vorgelegt: … weiterlesen