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Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung

Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung

D 2017; Dok, 101 min. R: Jakob Preuss Als der Dokumentarfilmer Jakob Preuss 2011 nach Nordafrika kam, wollte er einen Film über die Außengrenzen Europas drehen. Hier, an der Grenze zu Marokko, steht eine Mauer, die für Flüchtlinge das Tor in ein besseres Leben bedeutet. Zu Hunderten sitzen sie auf dem Wall und warten auf ihre Chance, ihn unbemerkt zu überwinden, um … weiterlesen

Mr. Nice

Charismatischer Kiffer

Eine Londoner Tageszeitung nannte ihn einst den »kultiviertesten Drogenbaron aller Zeiten«: Howard Marks, geboren in einfachen Verhältnissen in einem walisischen Arbeiterstädtchen, Student der Atomphysik in Oxford, Lehrer und schließlich Haschischhändler im großen Stil. Howard Marks war eine Art moderner Robin Hood, ein Verbrecher, der in der Öffentlichkeit immer besser dastand als die gesetzestreuen Ordnungshüter, die ihn jagten. In den 1970er … weiterlesen

Herzensbrecher – Les amours imaginaires

Vintage Cinéma

Schon der preisgekrönte Debütfilm »J‹ai tué ma mère« des Quebec-Kanadiers Xavier Dolan hat aufgrund seiner Frische und Leichthändigkeit sehr neugierig auf den nächsten Film gemacht. Nun sprüht auch der ebenfalls ausgezeichnete zweite Langfilm des mittlerweile 22-Jährigen nur so vor jugendlicher Energie und cineastischen Einfällen. Auf wundersame Weise geht es um ewige Themen wie Liebe und Erwartung, erzählt mit Lust am … weiterlesen

Source Code

Und täglich grüßt das Zugunglück

Das Motiv des Zeitreisens - von jeher ein Menschheitstraum; genauso wie das Fliegen. In »Source Code«, dem zweiten Film von David-Bowie-Sohn und »Moon«-Regisseur Duncan Jones bekommt das Zeitreisen eine neue Dimension. Der Hubschrauberpilot Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) erwacht in einem voll besetzten Personenzug. In einem fremden Körper, in einem Gespräch mit einer fremden Frau (Michelle Monaghan). Bevor er sich orientieren … weiterlesen

Noise and Resistance

Ungewaschener Idealismus

»Man muss es nicht Punk nennen, man kann es eine Bewegung von Leuten nennen, die etwas anderes machen«, beschreibt die Sängerin von Rubella Ballet, einer einst sehr erfolgreichen Punkrock-Band aus England, den zunehmenden Abschied einer Generation von Kommerz, Kapital und Konsum. Die Musik funktioniert im Film als das Leitmedium des Widerstands. Zwischen zahlreichen Konzertmitschnitten aus der Punk- und Hardcore-Szene kommen … weiterlesen

Wir sind, was wir sind

Kein Gruseln, keine Kritik

Ein Mann schleppt sich keuchend durch eine Einkaufspassage. Er spuckt schwarzen Schleim und fällt schließlich tot zu Boden. Sogleich vom Reinigungspersonal entfernt, hinterlässt der Uhrmacher eine hungrige Kannibalenfamilie. So muss sich der älteste Sohn nun daranmachen, die Mutter und zwei Geschwister zu ernähren. Ihre Suche nach Menschenfleisch bleibt nicht lange unbemerkt. Was sich liest wie der solide Plot eines Splatter-Streifens, … weiterlesen

Bibliothèque Pascal

Verzückend verstörendes Märchen

Kann man die Träume eines Schlafenden bildlich sehen oder sich im Strandsand vergraben vor der Polizei verstecken? Kann ein Vater seine eigene Tochter an Mädchenhändler verkaufen? Alles ist möglich im magischen Werk des ungarischen Regisseurs Szabolcs Hajdu, bei dem Traum und Realität so aneinander reiben, dass es wehtut. Mona, alleinerziehende Mutter und Schaustellerin auf Jahrmärkten, wird von ihrem kriminellen Vater … weiterlesen

Life in a Day

Googlemotion

Im diesjährigen Panorama-Programm der Berlinale lief dieses beeindruckende Filmexperiment, bei dem über 4.000 Stunden Filmmaterial aus 80.000 hochgeladenen Beiträgen über das normale Leben am 24.07.2010 in 192 Ländern montiert wurde. Die marktführende Videoplattform Youtube des Google-Konzerns geht mit Hilfe von Regisseur Kevin Macdonald und Produzent Ridley Scott ins Kino. Angesichts der Zahlen und des nicht zu stoppenden Vordringens von Googles … weiterlesen

Die Frau, die singt

Spirale der Gewalt

In der Fachsprache nennt man es posttraumatische Belastungsstörung, wenn Menschen so grausame Dinge erleben, dass danach ein normales Leben für sie unvorstellbar ist. Oft sind sie nicht in der Lage, überhaupt über das Erlebte zu sprechen. Narwal Marwan hat in den letzten fünf Jahren ihres Lebens kein Wort mehr über die Lippen gebracht. Ihre erwachsenen Kinder, die Zwillinge Jeanne und … weiterlesen