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Andris Nelsons

Bruckner: Sinfonien Nr. 2 und 8

DGG

Bewertung: 4 Kreuzer

Aus Marketingsicht betrachtet ist der Bruckner-Zyklus des Gewandhausorchesters unter Andris Nelsons eigenartig. Denn gewissermaßen macht man sich selbst Konkurrenz: Schließlich war die mit Preisen überhäufte Bruckner-Gesamt-aufnahme unter Herbert Blomstedt mit dafür verantwortlich, dass das Orchester nach Jahren medialer Dürre nun endlich wieder eine Rolle im Geschäft der Labelmajors spielt. Auch bei der jüngsten Veröffentlichung, die die Zweite mit der Achten kombiniert, lohnt sich ein Quervergleich des aktuellen Gewandhauskapellmeisters mit seinem Vorvorgänger – und letztlich findet man trotz der Verschiedenheit an beiden Sichtweisen Gefallen.

Wo Blomstedt mit bewundernswerter Genauigkeit und feingliedrig-akkurat wie ein Präzisionschirurg agiert, holt Nelsons das ganz große Besteck heraus, um das Orchester zum Leuchten zu bringen. Dabei kommt ihm zupass, dass kaum jemand besser lange Bögen zaubern kann, die dann binnen kürzester Zeit in gigantische Entladungen führen: Hörbar (nicht nur, aber vor allem dort!) im Finale der Achten, dessen Wucht einen förmlich in den Sessel presst.

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