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Assassin’s Creed: Valhalla Größeres Bild

Assassin’s Creed: Valhalla

Entwickler/Publisher: Ubisoft / Plattfom: PC, PS4, Xbox One, PS5, Xbox Series X und S / USK: 18 / Peis: 60 €

Das neue »Assassin’s Creed« ist eine Spiel gewordene Wikinger-Fantasie. Als Eivor vom Rabenclan – wahlweise männlich oder weiblich, dann allerdings ohne Bart – macht man sich im späten 9. Jahrhundert von Norwegen auf nach England, um im Westen eine neue Siedlung zu gründen. Thematisch und stilistisch erinnert das frappierend an die TV-Serie »Vikings«, man begegnet im Verlauf der Geschichte sogar den Söhnen von Ragnar Lothbrok. Das eigene Dorf spielt eine zentrale Rolle in »Valhalla«, und die Wikinger und vor allem Eivor werden nicht als barbarische Eroberer, sondern als ziemlich pragmatische Siedler inszeniert. Die offene Welt ist in mehrere Regionen eingeteilt, mit deren jeweiligen Herrschern man in gut einem Dutzend Story-Kapiteln Allianzen schmiedet – mal an der Spitze einer Armee, mal verstrickt in Intrigen. Die Assassinen spielen dabei zunächst nur eine Nebenrolle. Erst im späteren Spielverlauf stellt man fest, dass Eivors persönliche Rachegeschichte – die dankenswerterweise ebenfalls keinen hohen Stellenwert einnimmt – mit dem Schicksal Englands und der Geschichte des Meuchelmörder-Ordens verknüpft ist.

Die Spielwelt ist, wie immer bei Ubisoft, grandios. Das England von »Assassin’s Creed: Valhalla« umfasst mehr als 100 virtuelle Quadratkilometer, von den weißen Klippen von Dover im Süden bis zum Hadrianswall im Norden und von der Ostküste bis an die Grenze von Wales. Neben den vier Königreichen Wessex, Mercia, East Anglia und Northumbria – die jeweils in mehrere Grafschaften unterteilt sind – spielen Teile von »Valhalla« in Norwegen, Vinland und sogar an noch sagenumwobeneren Orten. Die wunderschöne Landschaft erkundet man zu Fuß, zu Pferd, mit Eivors Raben und mit dem Schiff. Die arglos an den Ufern der Flüsse liegenden Klöster sind leichte Beute, mit den geplünderten Rohstoffen baut man das Dorf Ravensthorpe aus. Dennoch wird Eivor als weitgehend friedliebend – im Rahmen einer wohl unvermeidlichen, ludonarrativen Dissonanz, da man sich ja durch Tausende Gegner hackt und meuchelt – wissbegierig und wortgewandt inszeniert. Ein eigenes Minispiel dreht sich um das sogenannte Flyting, eine Art mittelalterlichen Battle-Rap, bei dem man in Multiple-Choice-Dialogen auf passende Reime und Versmaß achten muss.

Das Spiel ist riesig, auch nach über 100 Stunden Spielzeit ist kein Ende in Sicht, überall gibt es etwas zu tun, überall warten kleine Belohnungen. Dass die Entwickler für all das mehr Zeit gebraucht hätten, merkt man hier und da, etwa bei der Tonmischung oder den Animationen. Doch unterm Strich bleibt ein gigantisches Spiel, an dem man über Wochen Spaß haben kann.

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