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Call of the Sea Größeres Bild

Call of the Sea

Entwickler: Out of the Blue / Publisher: Raw Fuy / Plattfom: Xbox, PC / Peis: 20 €/Gamepass

Im Exotischen vermuten wir gern das Bedrohliche. Ständig schippern wohlhabende Weiße auf Sinnsuche zu möglichst abgelegenen Inseln und finden dort nur den Wahnsinn. Vielleicht verstehen wir den vermeintlichen Absturz aber nur falsch. Andersherum gefragt: Wenn der satanische Kult auf einer Insel nett und das Wetter super ist, wer wollte da nicht zum Teufelsanbeter werden?

In »Call of the Sea« geht es nicht direkt um den Teufel, aber um einen beliebten Ersatz; es geht um den Mythos des brillanten Horrorautors H. P. Lovecraft, der das Verzweifeln des Menschen an seiner eigenen Bedeutungslosigkeit auf den Punkt brachte. Lovecraft stand auf bedrohliche Exotik, er pflegte rassistische und sexistische Ansichten, die seine Geschichten bis heute vergiften. Trotzdem kommt heute kaum ein Horrorspiel ohne Monster oder Motive von Lovecraft aus. »Call of the Sea« übernimmt komplette Figuren des Schriftstellers – aber es spinnt eine ganz andere Bedeutung daraus.

Getragen wird das Adventure aus der Ego-Perspektive von der mysteriös erkrankten Kunstlehrerin Norah. Sie reist in den 1930er Jahren ihrem verschollenen Ehemann in den Südpazifik hinterher. Hier löst sie Rätsel aus der Indiana-Jones-Schule der Archäologie und hat dabei übelst gute Laune. Das ist ansteckend.

Nicht alles an dem Spiel ist gewitzt, nicht jede Zeile sitzt. Aber der Urlaub im subversiven Anti-Horror ist überaus erfrischend.

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