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Congo Murder Größeres Bild

Congo Murder

Einfaltspinsel in Afrika

Schaubühne Lindenfels, ab 6.2.

Bewertung: 2 Kreuzer

N/S/DK/D 2019, 128 min, R: Marius Holst, D: Aksel Hennie, Tobias Santelmann, Ine F. Jansen

Als Joshua French 2009 im Kongo landet, wartet Tjostolv Moland schon auf ihn. Die beiden Ex-Soldaten kennen Afrika. Gemeinsam haben sie als Söldner in Uganda gekämpft. Joshua lebt bei seiner Frau in Norwegen. Tjostolv ist anders. Er kann nicht zurück in ein normales Leben. Er ist süchtig nach Afrika, ein Thrill-Junkie, immer auf der Suche nach dem nächsten Fix. Joshua lässt sich davon anstecken. Nur auf dem Schlachtfeld fühlen sie sich wirklich lebendig. Da sind sie im viertgrößten Staat Afrikas genau richtig. Im Kongokrieg führt das Militär eine blutige Schlacht gegen die Rebellen unter der Führung des Tutsi Laurent Nkunda. In seinem Auftrag sollen sie in die feindlichen Linien vordringen und die gestohlenen Schätze zurückholen. Begeistert stürzen sich Tjostolv und Joshua ins Abenteuer. Doch schon bald rennen die beiden Weißen um ihr Leben. Die Stimme von Joshua, der die Geschichte aus dem Knast heraus erzählt, macht von vornherein klar, womit wir es zu tun haben: Mit zwei moralisch höchst fragwürdigen Figuren, die sich mit einer Mischung aus Naivität und Einfalt ins Abenteuer stürzen. Das macht es allerdings äußerst schwer, jedwede Form von Empathie für sie aufzubringen. Wenn Joshua Rechtfertigungen absondert wie »Tjostolv war kein Mörder. Er war ein Killer« – dann wird man das Gefühl nicht los, die Filmemacher wollen Zustimmung provozieren, ernten aber nur Kopfschütteln.

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