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Corpus Christi

Polnisches Priesterdrama

Passage Kinos, ab 3.9., Schaubühne Lindenfels, ab 24.9.

Bewertung: 4 Kreuzer

PL/F 2019, 115 min, R: Jan Komasa, D: Bartosz Bielenia, Eliza Rycembel, Aleksandra Konieczna

Schaffen es polnische Produktionen ins deutsche Kino, so sind es meist stimmungsschwangere Dramen voller Hoffnungslosigkeit. Beste Beispiele aus jüngerer Zeit sind etwa Pawel Pawlikowskis preisgekrönte Filme »Ida« und »Cold War«. »Corpus Christi« reiht sich hier perfekt ein: In anderen Händen hätte aus dem Drehbuchstoff wohl eine fröhliche Verwechslungskomödie werden können, bei dem polnischen Regisseur Jan Komasa wird er zur düsteren Parabel über Kirche und Menschlichkeit. Im Zentrum der Handlung steht Daniel, frisch aus der Jugendhaftanstalt entlassen und auf dem Weg in die Provinz. Doch anstatt sich umgehend im örtlichen Sägewerk zu melden, wie es seine Bewährungsauflagen verlangen, steuert er als Erstes die Kirche an. Dort gibt er sich spontan als Priester aus – ein Beruf, der ihm eigentlich durch seine Vorstrafen verwehrt bleibt. Dem örtlichen Geistlichen kommt Daniels Anwesenheit gerade recht. Er übergibt dem vermeintlichen Priesternachwuchs kurzerhand die Gemeinde und fährt auf Kur. Und so muss Daniel schon bald seinen ersten Gottesdienst halten – ohne Vorerfahrung, aber mit einem unerschütterlichen Glauben. Mit seinen unkonventionellen Methoden schafft er es schnell, sich als Priester zu etablieren, und widmet sich auch umgehend den dunklen Geheimnissen des Ortes. Getragen wird die Handlung dabei vor allem vom fantastischen Mienenspiel des Hauptdarstellers Bartosz Bielenia.

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