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Das freiwillige Jahr

Vielleicht

Luru-Kino in der Spinnerei, ab 5.3., Cineding, 12.–14., 17./18.3.

Bewertung: 4 Kreuzer

D 2019, 86 min, R: Ulrich Köhler, Henner Winckler, D: Maj-Britt Klenke, Sebastian Rudolph, Thomas Schubert

Jette steht die Welt offen, sie hat nur noch keine Ahnung, was sie damit anfangen will. Sie hat ihr Abitur in der Tasche und steht kurz vor dem Abflug in ein freiwilliges soziales Jahr in Costa Rica. Ihr Vater Urs hat das arrangiert. Die Mutter fehlt und Urs sieht sich in der Pflicht, beide Elternteile auszufüllen und doppelt so umtriebig zu sein. Das entspricht seiner Natur, wie gleich zu Beginn klar wird. Als die beiden auf dem Weg zum Flughafen bei Urs‘ Bruder Frank Halt machen, ist er davon überzeugt, dass Frank zu Hause ist, obwohl er nicht aufmacht. Also setzt er fortan alles daran, in die Wohnung einzudringen. Derweil bringt Mario Jette zum Flughafen und sie muss feststellen, dass sie eigentlich doch nicht weg will. Sie stachelt Mario an, mit ihr durchzubrennen, doch weit kommen sie nicht. In ihrer ersten Zusammenarbeit zeigen Ulrich Köhler (»In My Room«) und Henner Winckler (»Lucy«), wie Entscheidungen eine Eigendynamik entwickeln. Jede Flucht vor der Verantwortung endet im Morast oder in zugeparkten Autos. In langen Einstellungen begleitet die Kamera von Patrick Orth (»Toni Erdmann«) die Figuren durch zwei Tage und Nächte und ist immer nah dran. Die drei zentralen Charaktere sind realistisch angelegt in ihren Wünschen und Zweifeln. In seiner engen Chronologie entwickelt »Das freiwillige Jahr« eine starke Sogwirkung, die auch den überzeugenden Darstellern zu verdanken ist.

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