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Die Farbe aus dem All Größeres Bild

Die Farbe aus dem All

Purpurne Tentakel

Luru-Kino in der Spinnerei, ab 5.3., Cineding, 19.–21., 24./25.3.

Bewertung: 4 Kreuzer

USA/MAL/P 2019, OmU, 111 min, R: Richard Stanley, D: Nicolas Cage, Joely Richardson, Madeleine Arthur

Bei Genrekennern genießen Richard Stanleys »Dust Devil« und »M.A.R.K. 13 – Hardware« aus den frühen Neunzigern Kultstatus. Mit seiner Adaption einer Kurzgeschichte von Horrorliteraturikone H. P. Lovecraft gelingt dem Regisseur nun nach einem Vierteljahrhundert Schaffenspause ein furioses Comeback. Erst seit Kurzem leben Nathan und Theresa Gardner mit ihren drei Kindern auf einer kleinen Farm im Wald nahe dem Ort Arkham in Massachusetts. Dort soll die Familie durch Alpakazucht und Gemüseanbau nach Theresas Brustkrebs-OP etwas zur Ruhe kommen. Als ein purpurn schimmernder Meteorit abstürzt, kehren stattdessen Wahnsinn und Grauen in das ländliche Idyll ein. An Lovecraft beißt die Filmwelt sich seit eh und je die Zähne aus, trotzdem sind in den nächsten Jahren einige neue Versuche geplant, sich seiner anzunehmen. Stanley glückt schon jetzt das seltene Kunststück, die Ideen des Meisters modernisiert in angsteinflößende, zerfließende B-Movie-Bilder zu packen. Mit Unterstützung der Filmmusik von Saxofonist Colin Stetson, der schon beim Horrorhit »Hereditary« für die im besten Sinne schreckliche Klangkulisse sorgte, erinnert das verstörende Albtraumszenario an John Carpenters »Das Ding aus einer anderen Welt«, Alex Garlands »Auslöschung« oder David Cronenbergs zahlreiche Bodyhorrorthriller – und nicht einmal Nicolas Cages wie üblich etwas anstrengendes Overacting, das in der zweiten Filmhälfte Fahrt aufnimmt, stört hier.

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