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Ein verborgenes Leben Größeres Bild

Ein verborgenes Leben

Pazifismus-Lektion

Passage Kinos, ab 30.1.

Bewertung: 4 Kreuzer

USA/D 2019, 173 min, R: Terrence Malick, D: August Diehl, Valerie Pachner, Maria Simon

1938 arbeiten der junge Bauer Franz Jägerstätter und seine Frau Franziska hart, sind zutiefst ineinander verliebt und erfreuen sich an der Lebenslust ihrer kleinen Töchter. Doch selbst im oberösterreichischen Bergdorf St. Radegund wird immer deutlicher, was im Rest des Landes längst zu sehen ist: Die Nazis erweitern ihren Einflussbereich und in Europa beginnt der Zweite Weltkrieg. Mit dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich wird auch Franz – einnehmend gespielt von August Diehl – zur Wehrausbildung einberufen. Für den Katholiken steht Hitlers Kriegstreiberei jedoch in völligem Widerspruch zu seinem Glauben, was dazu führt, dass er den Dienst an der Waffe verweigert – mit fatalen Folgen. Bis 2010 drehte Terrence Malick nur vier Filme in vier Jahrzehnten. Altersmüde kann man den 76-Jährigen aber nicht nennen. Sein neues, inzwischen schon sechstes Spätwerk orientiert sich an Gordon C. Zahns Buch »Er folgte seinem Gewissen. Das einsame Zeugnis des Franz Jägerstätter«. Daran angelehnt entwirft der Ausnahmeregisseur ein gewohnt bildgewaltiges spirituelles Drama, das mithilfe vieler innerer Monologe Einblicke in die pazifistische Weltanschauung des Protagonisten gewährt. Dies, die schwebende Kamera und James Newton Howards Soundtrack sorgen im Genre des historischen und biografischen Films für ein ungewohntes, eindringliches Seh- und Hörerlebnis.

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