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Florence Brokowski-Shekete: Mist, die versteht mich ja! Größeres Bild

Florence Brokowski-Shekete: Mist, die versteht mich ja! —

Berlin: Orlanda 2020. 250 S., 22 €

Brokowski-Sheketes Leben ist eigentlich nicht außergewöhnlich. Sie wächst als Pflegetochter einer liebevollen, alleinstehenden Frau in Buxtehude auf, spielt gerne mit den Nachbarskindern, kommt in die Schule, macht ihr Abitur und beschließt, Lehrerin zu werden. Aber weil »Flori«, wie ihre Pflegemutter sie nennt, Schwarz ist und nigerianische Wurzeln hat, ist es eben doch ein von vielen Schwierigkeiten begleitetes Leben.

Die in ebenso emotionaler wie klarer Sprache geschriebene Geschichte eines kleinen Mädchens, das zur Jugendlichen und zur Frau wird; das sich in Deutschland zu Hause fühlt und dem dennoch immer wieder vermittelt wird, anders zu sein. »Es ist nicht immer lustig, im Supermarkt zwischen Obst und Gemüse eine Kurzfassung der eigenen Biografie zu präsentieren, die dann womöglich auch noch hinterfragt wird.« Trotzdem dreht sich in »Mist, die versteht mich ja!« längst nicht alles um gesellschaftliche Vorurteile und strukturellen Rassismus, gleichwohl die Autorin vielfältige Erfahrungen mit beidem macht.

Florence Brokowski-Shekete geht mit viel Geduld und Humor auf Spurensuche. Sie schildert Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen, Perspektiven und Reaktionen – und liefert damit den sensiblen Bericht einer Identitätsfindung, die nicht aufgrund von Herkunft, sondern mithilfe von Empathie und Liebe gelang.

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