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Für Sama

An die Menschlichkeit

Passage Kinos, 1.3. (Einblick), ab 5.3., Cinémathèque in der Nato, 5., 15., 17.–19., 23./24.3., Cineding, ab 21.3, Schaubühne Lindenfels, ab 26.3.

Bewertung: 5 Kreuzer

GB 2019, Dok, 95 min, R: Waad al-Kateab, Edward Watts

Ein Junge, der sich von seinem besten Freund im Stich gelassen fühlt, weil dieser mit seiner Familie geflohen ist. Ein anderer, der seinen schwer verletzten Bruder nach einer Explosion ins Krankenhaus trägt. Ein kaum einjähriges Mädchen, das nicht reagiert, wenn aus nächster Nähe die Bombendetonationen zu hören sind – sie ist an dieses Geräusch gewöhnt. Dieses Mädchen ist Sama. Sie und die anderen Kinder harren mit ihren Familien in Ost-Aleppo aus, während über ihren Köpfen ein Krieg tobt, der keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nimmt. Regisseurin Waad al-Kateab hat all diese Erlebnisse mit ihrer Kamera festgehalten: den Schrecken des Krieges, aber eben auch die hoffnungsvollen Momente, die Freude der Menschen, die füreinander da sind und weder aufgeben können noch wollen. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Arzt Hamza, lebte Waad al-Kateab in einem selbst eingerichteten Krankenhaus in Ost-Aleppo, später wird es die letzte Einrichtung dieser Art sein, die nicht komplett zerstört wurde. Als ihre Tochter Sama geboren wird, schwanken sie zwischen der Verantwortung für die Menschen vor Ort und für ihre eigene kleine Familie. Die emotionalen und teils drastischen Bilder gingen um die Welt – »Für Sama« wurde mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet und erhielt eine Oscarnominierung. Hinsehen ist nicht immer leicht, aber der Film macht deutlich, dass Wegsehen niemals eine Lösung ist.

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