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Grit Kalies: Raumzeit Größeres Bild

Grit Kalies: Raumzeit —

Halle: Mitteldeutscher Verlag 2019. 220 S., 14 €

Wer schon an Stephen W. Hawkings »Kurzer Geschichte der Zeit« gescheitert ist, wird vor einem Roman mit dem Titel »Raumzeit« womöglich zurückschrecken. Das wäre schade, denn er fände darin die Erklärung für sein Scheitern. Und versagte sich zugleich eines der unterhaltsamsten Bücher zum Physikerstreit um die Allgemeine und Spezielle Relativitätstheorie.

Die Autorin Grit Kalies hat neben Physikalischer Chemie auch Literatur studiert, derzeit lehrt sie als Professorin an der HTW Dresden. Gute Voraussetzungen also, einen Stoff, der sonst eher Blüten in der Science-Fiction-Literatur treibt, in die Gegenwart universitärer Ränke und Eitelkeiten zurückzuholen. Hauptfigur in dieser Komödie der Irrungen ist Richard Weiß, der an einem Vortrag zur Raumzeit arbeitet, mit dem er sich um eine Festanstellung am Institut für Physikgeschichte bewerben will.

Das Dumme ist nur, dass Richard die Raumzeit für ein Phantom hält. Er, ein Verfechter der Thermodynamik, hat längst begriffen, dass beide Relativitätstheorien erhebliche Mängel aufweisen, die mit immer absurderen Hilfskonstruktionen übertüncht und deren Kritiker seit über 100 Jahren ins Abseits gestellt werden. Richard empfindet zunehmenden Widerwillen gegen das, was er in wenigen Stunden vortragen soll. Senta zieht alle Register, um ihren Mann davon abzuhalten, in seiner Vorlesung mit dem ganzen Raumzeit-Spuk abzurechnen. Denn sie ist schwanger, und Richards befristete Anstellung steht auf der Kippe.

Richards Zorn gipfelt in einer imaginären Gerichtsverhandlung gegen Raumzeit und Relativitätstheorie. Die Raumzeit selbst ist nicht erschienen, doch Kläger und Verteidiger fetzen sich nach Strich und Faden. Als er schließlich vor dem Auditorium steht, ist er fest entschlossen, der ehrfürchtigen Meute seine Wahrheit ins Gesicht zu schleudern. Ob Einstein am Ende nackt dasteht und die ihm folgenden Theorien als Hirngespinste entlarvt werden, mag jeder Leser selbst herausfinden.

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Ein Kommentar

  1. M.P. | 15. März 2021 | um 12:08 Uhr

    Das hier ist keine Rezension, sondern lediglich eine Zusammenfassung der Handlung. Ob und inwiefern das Buch gut ist, erfährt man bedauerlicherweise nicht. Da es aber unter der Rubrik “Rezensionen” erschienen ist, werden Leser*innen getäuscht. Es wäre schön, wenn in Zukunft nur noch echte Rezensionen unter diesem Label erscheinen. Danke!