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Il traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

Vertraute

Passage Kinos, ab 13.8.

Bewertung: 3 Kreuzer

I/F/D/BRA 2019, 145 min, R: Marco Bellocchio, D: Pierfrancesco Favino, Luigi Lo Cascio, Fausto Russo Alesi

Das Genre des Mafiafilms ist auserzählt. Francis Ford Coppolas »Der Pate«-Trilogie hat in den siebziger Jahren die Blaupause gelegt, an der sich zahlreiche Filmemacher orientierten. So wirkt es auch bei Marco Bellocchios »Il Traditore« über weite Strecken, als habe man das alles schon mal irgendwo gesehen. Dabei wurde die Geschichte von Tommaso Buscetta, dem wichtigsten Kronzeugen des Mafia-Richters Giovanni Falcone, tatsächlich noch nicht für die große Leinwand adaptiert – und ist doch wie dafür gemacht. Als Buscetta Anfang der Achtziger in Brasilien verhaftet wird, schließt er einen Pakt mit den Behörden: Als Kronzeuge soll er gegen die Cosa Nostra aussagen, jene Familie, der er seit früher Kindheit angehörte. Tommaso lässt sich auf den Deal ein, weil sich seine vermeintlichen Freunde gegen ihn gestellt haben. Die Aussage bringt ihn und seine Familie jedoch in Gefahr, der sie auch in den USA nicht entgehen können. Die wahren Ereignisse um den »Verräter« (ital.: traditore) und die Aussagen seines Verhörs durch Richter Falcone wurden von Regieveteran Marco Bellocchio recht nüchtern abgefilmt. Dabei begegnet man zwangsläufig zahlreichen Mafia-Klischees und unzähligen Leichen. Im Zentrum des Films steht der charismatische Pierfrancesco Favino (»Rush«), der Buscetta über die Jahrzehnte hinweg überzeugend verkörpert. Das gelungene Zeitkolorit und die komplexe Figurenstruktur sorgen immerhin für recht unterhaltsame zweieinhalb Stunden.

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