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Intrige

Justizskandal

Passage Kinos, ab 6.2.

Bewertung: 5 Kreuzer

F/I 2019, 132 min, R: Roman Polanski, D: Jean Dujardin, Louis Garrel, Emmanuelle Seigner

Über einhundert Jahre liegt die Affäre Dreyfus zurück und ist seitdem in zahlreichen Spielfilmen und einem international beachteten Theaterstück behandelt worden. Zuletzt nahm sich Bestsellerautor Robert Harris des Stoffs in seinem Roman »Intrige« an. Regisseur Roman Polanski arbeitete bereits für »Der Ghostwriter« mit Harris zusammen und adaptierte »Intrige« nun als packenden Justizthriller. Er erzählt sachlich, aber spannend von den Ereignissen um den jüdischen Offizier Alfred Dreyfus, der 1894 fälschlich der Spionage bezichtigt und zu einer lebenslangen Haftstrafe auf der Gefängnisinsel »Devil‹s Island« verurteilt wird. Als der aufrechte Colonel Georges Picquart seinen Posten als Chef des Nachrichtendienstes antritt, stößt er auf einen beispiellosen Justizskandal, in den die höchsten Offiziere verwickelt sind. Gegen alle Widerstände nimmt er den Kampf um Gerechtigkeit auf. Roman Polanski machte daraus seinen seit langer Zeit besten Film. Zu verdanken ist das nicht zuletzt seinem überragenden Hauptdarsteller: Jean Dujardin (»The Artist«) glänzt mit nuanciertem Spiel in der Rolle des Ermittlers Picquart, dem wir durch ein authentisch gestaltetes Paris zur Jahrhundertwende folgen. Polanskis Film ist jedoch kein angestaubtes Historienkino, sondern vielmehr angesichts weltweiter antisemitischer Tendenzen aktueller denn je. Dafür gab es zu Recht den Großen Preis der Jury in Venedig.

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