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Komitas/Béla Bartók Größeres Bild

Komitas/Béla Bartók

Folk tunes

Musikproduktion Dabringhaus und Grimm

Bewertung: 5 Kreuzer

71 kurze Klavierstücke, heftig wechselnd im Charakter, lebendig, unmittelbar und berührend gespielt, vereint diese Platte. Der Leipziger Pianist Steffen Schleiermacher präsentiert hier eine Zusammenstellung zweier Komponisten, die an verschiedenen Orten der Welt Volksmusik gesammelt und diese für Klavier adaptiert haben. Bartóks Verdienst um die Bewahrung des reichen Volksmusikschatzes Ungarns und Rumäniens ist bekannt. Seine persönliche Musiksprache hat sich aus der Aneignung und Transformation dieser Musik heraus entwickelt. Ausgestattet mit einem Phonographen und Wachsplatten, auf der sich die Musik einschrieb, zog der Komponist Anfang des letzten Jahrhunderts über Land. Diese Tage unter den Bauern zählte er zu den glücklichsten Erfahrungen seines Lebens.

Bartóks Originalaufnahmen sind heute über die Homepage der ungarischen Akademie der Wissenschaften abhörbar und sicher im Verhältnis zu Interpretationen der Klavieradaptionen sehr spannend zu hören. Komitas (1869–1935) gilt als Retter und Bewahrer der alten armenischen Musik. Er sammelte und transkribierte auch kurdische, türkische und persische Volksmusik. Im Unterschied zu Bartók harmonisiert er die Weisen nicht, sondern belässt sie zumeist in ihrer ursprünglichen Einstimmigkeit. Auffällig ist hier auch die Nachahmung des Klanges typischer Instrumente wie Hirtenflöte oder Trommeln auf dem Klavier. Reizvoll ist die ungewöhnliche Melodik, welche auf einem ganz eigenen Tonsystem gründet. Beste und vielfarbige Unterhaltung ist mit dieser Platte garantiert.

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