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Mallorca

Melancholie und Wahn

Dran

Bewertung: 4 Kreuzer

Das hat hier nichts mit Ballermann zu tun, so viel ist sicher. Außer vielleicht Schnaps. Eher schlecht gelaunt, doch feuchtfröhlich rotzen die fünf Männer von Mallorca ihre Songs hin. Nachdem die letzte Veröffentlichung noch auf Kassette zu erstehen war, erscheint das Debütalbum »Melancholie und Wahn« nun auf Vinyl auf dem neuen Label Dran, das in den letzten Monaten dem Ilses-Erika-Keller-Kosmos entstiegen ist. 14 Lieder über Liebe, Leiden und Leben. Storys aus dem Leipziger Süden, in dem sich die Sonne nicht blicken lässt. »Irgendwann kriegt jeder mal ne Krise«, singt Sänger Oliver Meisel in »Du bist dran«. Und so darf jedes Bandmitglied ein eigenes Musikvideo lang allein Bier trinken und/oder rauchen. Future-Schlager nennen sie ihr Genre selbst, andere würde Britpop mit deutschen Texten dazu sagen. In den oldschooligen Gitarrensongs versteckt sich hinter den Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Texten jede Menge Poesie, die irgendwo zwischen Hotel-Seeblick-Tresen, Späti-Bier und Indiedisko noch eine Kippe raucht. Optimistische Ohrwürmer aus der Hoffnungslosigkeit, ein Jammer zum fröhlichen Mitsingen und Musik für lebensmüde Momente, in denen gilt: »Ich will sterben auf Mallorca«.

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