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Nikola Djoric

Bach & Piazzolla

Berlin Classics

Bewertung: 5 Kreuzer

Der größte aller Thomaskantoren und der bekannteste Vertreter des Tango Nuevo – passt das zusammen? Der Akkordeonist Nikola Djoric vereint beide Ebenen miteinander und sorgt so gemeinsam mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester unter Hans-Peter Hoffmann für ungewohnte Klangwelten. Dabei präsentiert der Serbe keinesfalls eigenwillige neue Arrangements und gar freie Improvisationen, sondern jeweils den bekannten Notentext – ob nun in Bachs Cembalokonzerten Nr. 1 und 7 oder in Piazzollas Bandoneonkonzert »Aconcagua«.

Sicher: Zum Nebenbeihören eignet sich diese CD kaum. Zu überraschend wirken Bachs Klänge auf dem Knopfakkordeon, bei dem die metallischen Zungen ganz andere Obertöne hervorrufen als das mechanische Hämmern des Cembalos. Gut, dass sich Djoric im Vergleich zu traditionellen Aufnahmen jede Menge Zeit lässt und Bachs Musik atmen lässt. Piazzollas dazwischengesetztes Konzert ist jedoch mehr als nur »Luftholen« zwischen den Barockwerken: Hier entsteht er regelrecht vor dem inneren Auge, jener höchste Berg Südamerikas, den der Altmeister des Tango in atemberaubende Töne kleidet.

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