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Sleaford Mods

Spare Ribs

Rough Trade/Beggars/Indigo

Bewertung: 4 Kreuzer

Das sanfte Bitten um Solidarität in der Covid-Pandemie ist die Sache der Sleaford Mods ja eher nicht. Überraschung. Jason Williamson, Andrew Fearn und Co. stochern mit Spare Ribs eher bestimmt und gar nicht mal so sanft in den Wunden, die Corona und der Brexit gerissen oder nur weiter aufgerissen haben. So grooven sie mit »Shortcummings« zum Beispiel gegen die »Vote Leave«-Kampagne von UK-Politiker Dominic Cummings und sein privates Verhalten wider jeden Ab(n)stand. Sie ätzen rumpelnd gegen Corona-Leugner und Ausländerfeindlichkeit. Und da eben auch die Politik und das chronisch unterfinanzierte Sozialsystem ihr Fett abkriegen, kann Jason Williamson in »Out there« fast versöhnlich brüllend feststellen: »I don’t rate you«.

Auf »Spare Ribs« sind die britischen Punks der Sleaford Mods so ungeschliffen und rau wie auf den zehn Studienalben davor. Lediglich die Harmonien der Rhythmusbox, die die Gitarrenausbrüche immer wieder zusammenhalten, sind etwas harmonischer und versöhnlicher. Und so hört man den dreizehn Songs die Härte der drei Monate mitten in der Corona-Pandemie an, in der sie entstanden sind. Halt, nur zwölf der Songs, denn »Mork n Mindy«, die erste Single und Reminiszenz an die Sitcom »Mork vom Ork« glänzt mit einem Mief aus einer anderen Zeit und schlägt so, neben dem Sound, die Brücke zum Gesamtwerk der Mods. 

 

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