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Space Dogs

Hund und Herr

Cinémathèque in der Nato, 24.–26., 28.–30.9.

Bewertung: 3 Kreuzer

A/D 2019, Dok, 91 min, R: Elsa Kremser, Levin Peter

Aufgerissene schwarze Augen blicken in die Kamera. Es sind die eines Hundes, der gerade einer Raumkapsel entstiegen ist, nachdem er wochenlang im All kreiste. Was haben diese Augen gesehen? Er ist einer der wenigen, die den Wiedereintritt überlebt haben. Nach dem ersten Raumflug mit der Hündin Laika schickte die russische Regierung alsbald ein ganzes Rudel ins All. Die Straßenhündin gilt schließlich als Nationalheldin, seit sie als erstes Lebewesen die Erde von oben gesehen hatte. Dass sie an Bord verstarb und ihr Körper beim Wiedereintritt verglühte, wird eher nicht überliefert. Die Regisseure Elsa Kremser und Levin Peter spinnen die Geschichte weiter. Was, wenn der Geist Laikas in den Straßenhunden Moskaus weiterlebt? Sie beobachten zwei Exemplare, die durch eine lebensfeindliche Welt spazieren, in der die Menschen nur eine Nebenrolle spielen. Die bemerkenswerten Bilder von Kameramann Roy Imer (»Systemsprenger«) zeigen die Stadt auf Augenhöhe der Hunde, die nach Nahrung suchen und ihr Revier abstecken. Dazwischen immer wieder Archivmaterial der Tests an ihren Artgenossen im Raumfahrtprogramm. Aber auch der Schimpanse, den die Amerikaner ins All schossen, ist Teil der Narration von Alexey Serebryakov (»Leviathan«), ebenso wie die Schildkröten, die ihm folgten, vom Kurs abkamen und vielleicht heute noch irgendwo durch den Weltraum treiben. So stellt »Space Dogs« in seinen meditativen Bildern auch das Recht des Menschen in Frage, über die Tiere zu herrschen.

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