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Waves Größeres Bild

Waves

Geschwister

Passage Kinos, 8.3., ab 19.3.

Bewertung: 4 Kreuzer

USA 2019, auch OmU, 135 min, R: Edward Shults, D: Taylor Russell, Kelvin Harrison Jr., Alexa Demie

Im ersten Teil von »Waves« steht der Teenager Tyler im Mittelpunkt, dem Sport über alles geht. Er bekommt Probleme, als seine Freundin ungewollt schwanger wird und sich die beiden nicht über die weiteren Entscheidungen einigen können. Auch eine Schulterverletzung macht Tyler zu schaffen, die er ignoriert, um keine wertvollen Punkte für die laufende Saison einzubüßen. In der zweiten Filmhälfte wechselt die Perspektive, nun dreht sich alles um Tylers jüngere Schwester Emily. Die bekommt vom schüchternen Luke den Hof gemacht, der aus zerrütteten Familienverhältnissen stammt und nun mit dem bevorstehenden Tod seines entfremdeten Vaters klarkommen muss. Schon »It Comes at Night« war eigentlich mehr Familiendrama als Horrorthriller, deswegen ist »Waves« nun lediglich der nächste logische Schritt in Trey Edward Shults‘ Karriere. Der Regisseur hat das Drehbuch auch selbst geschrieben und inhaltlich sehr voll gepackt. Tiefgründig lotet er dabei das Leben einer afroamerikanischen Familie der gehobenen Mittelschicht aus, hätte sich jedoch in seiner Inszenierung so manche unnötige Ausschweifung sparen können. Mit zweieinviertel Stunden Laufzeit ist »Waves« nämlich etwas zu lang geraten. Doch dieses Manko wird durch das packende Drehbuch und die durchweg exzellenten Schauspielerleistungen der hierzulande noch weitgehend unbekannten Darsteller wieder aufgefangen. Ein facettenreiches Familienporträt, das einen emotional tief in das Geschehen hineinzieht.

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