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Wir beide

Im Verborgenen

Passage Kinos, ab 6.8.

Bewertung: 4 Kreuzer

F/LUX/B 2019, 95 min, R: Filippo Meneghetti, D: Barbara Sukowa, Martine Chevallier, Léa Drucker

Nina und Madeleine sind seit vielen Jahren ein Paar. Seit einiger Zeit leben sie Tür an Tür in einem Appartementhaus. Sie haben eine tägliche Routine entwickelt, um ihre Beziehung vor den anderen zu verbergen und sich trotzdem nahe zu sein. Doch die Türen sind immer geöffnet und Ninas Wohnung ist verwaist, weil sie sich bei »Mado«, wie sie Madeleine liebevoll nennt, eingerichtet hat. Gemeinsam träumen sie von einem Lebensabend in Rom, der Stadt, in der sie sich einst trafen. Der Verkauf der Wohnungen ist vorbereitet, nun muss Mado nur noch ihre beiden erwachsenen Kinder informieren. Doch die ahnten nie etwas von ihrer Beziehung zu Nina und dem Schmerz, den die jahrzehntelange Ehe mit ihrem Mann, dem Vater ihrer Kinder, für Madeleine bedeutete. Die Enttäuschungen, die unausgesprochene Geheimnisse nach sich ziehen, aber auch die Hilflosigkeit in einer geheimen Beziehung sind die Grundthemen von Filippo Meneghettis Langfilmdebüt. Behutsam und sinnlich erzählt er von einer Liebe zwischen Frauen, die auch in der Gegenwart im Verborgenen bleiben muss, von verletzten Gefühlen und fehlenden Freiheiten, als Nina schließlich verwehrt wird, sich um ihre Partnerin zu kümmern. Erzählt im ruhigen Ton von Michael Hanekes »Liebe«, jedoch mit einem flammenden Plädoyer für die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare. Besonders Barbara Sukowa trägt dabei die schauspielerische Last mit Bravour.

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