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Theater

Die geliebte Stimme

Olav Amende inszeniert Jean Cocteaus berühmtes Monodrama als ein verengtes Kammerspiel, in welchem das Sprechen in seiner existentiellen Funktion widerhallt. Mit der Premiere am 12. September eröffnete das Stück das neue Treppentheater im Aufgang zum Grünen Salon. (Foto: Ruslan Hrushchak)

Film

Styx

Rike hat als Notärztin einen ebenso bedeutungs- wie anspruchsvollen, gut bezahlten Job in Köln. Davon braucht sie im Urlaub eine Auszeit: Allein mit dem Meer und dem Himmel will die passionierte Seglerin zur Ruhe kommen und von Gibraltar aus mit ihrer Jacht zur Insel Ascension im Südatlantik steuern. Die Vierzigjährige ist erfahren auf dem Wasser und jeder Handgriff sitzt. Auch einen schweren Sturm übersteht sie souverän. Das Unwetter nahe der afrikanischen Küste hat sie jedoch in die Nähe eines havarierten Fischerbootes gebracht, voll beladen mit Flüchtlingen, die darauf nicht lange überleben werden. Rike sieht sich außerstande zu helfen, ohne sich selbst zu gefährden, hält sich ans Protokoll und bleibt auf Abstand. Per Notruf setzt sie die übliche Rettungskette in Gang, die aber schnell ins Stocken gerät. Regisseur Wolfgang Fischer, der seit seinem Debüt vor neun Jahren mit dem metaphorischen Drama »Was du nicht siehst« keinen Spielfilm mehr inszeniert hat, legt hier ein starkes Kammerspiel auf hoher See vor. Ähnlich wie »All Is Lost« mit Robert Redford kommt sein Film fast ohne Dialoge aus und lässt den Zuschauer unmittelbar an den Anstrengungen teilhaben, denen Rike ausgesetzt ist. Die kraftvolle Darstellung von Susanne Wolff macht die Strapazen spürbar. Styx ist in der griechischen Mythologie der Fluss, der die Reiche der Lebenden und der Toten voneinander trennt - und als Filmtitel durchaus mehrdeutig zu verstehen: Zum einen steht das Grenzgewässer für den schmalen Grat der Entscheidung zwischen der eigenen Sicherheit oder dem womöglich gefahrvollen Versuch, anderen zu helfen. Zum anderen sind es die Wasserweiten des Meeres, in denen Tausende in der verzweifelten Hoffnung aufs Überleben seit Jahren den Tod finden. Ein Sturm ist aufgezogen. Wir müssen eine Wahl treffen.

Peter Hoch
4 kreuzer
(D 2018, 94 min) R: Wolfgang Fischer, D: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa

Film

Wackersdorf

Als die Gemeinde Wackersdorf das attraktive Angebot für den Bau einer modernen Einrichtung bekommt, die 3.000 Arbeitsplätze schaffen soll, ist der Landrat der strukturschwachen Region Feuer und Flamme. Doch dann setzt er sich mit der Wiederaufbereitungsanlage und ihren Folgen auseinander. Gut gespielte und spannende Rekonstruktion der Ereignisse in der bayrischen Landespolitik Mitte der achtziger Jahre.
(D 2018, 123 min) R: Oliver Haffner, D: Johannes Zeiler, Anna Maria Sturm, Fabian Hinrichs

Film

Newcomers

Geflüchtete erzählen ihre Geschichten: Menschen unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlichen Geschlechts und sexueller Orientierung, Menschen mit und ohne Behinderung. Menschen aus über acht verschiedenen Ländern vermitteln ein Bild, das weit mehr aussagt als die tägliche Berichterstattung. Vorführung im Rahmen der Interkulturellen Wochen.
(D 2018, Dok, 63 min) R: Ma'an Mouslli