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Rage against the Passion

Kommentar zur Onlinepetition gegen den Künstler Hermann Nitsch

Hermann Nitsch, 130. Aktion, 2010, Foto: Daniel Feyerl Größeres Bild

Dass Hermann Nitschs Blut-und-Tränen-Theater ein Aufreger wird, war klar. Nun unterzeichnen Tierschützer weltweit eine Onlinepetition gegen den Künstler, der die Centraltheater-Intendanz von Sebastian Hartmann beschließt. Warum das reaktionär und naiv ist – ein Kommentar.

Laut der Online-Petition sollen eine Kuh und drei Schweine auf dem Altar der Kunst geopfert werden. Woher die Aufruferin aus Österreich ihre Information hat, schreibt sie nicht. Dafür hat sie sich eines Bildes von einer Hermann-Nitsch-Aktion bedient, ohne die Bildrechte zu wahren. Aber das sind Petitessen, wenn es um den Kampf für die gute Sache geht. Denn Tierschutz geht alle an und darum darf nicht sein, was nicht sein darf. Wenn der Wiener Herrmann Nitsch zum Passionsspiel seines Orgien-Mysterien-Theaters lädt, wird auch in Leipzig Tierblut fließen, das ist gewiss. Davon geht auch der kreuzer aus, der Nitschs Aktionskunst im Juni-Heft diskutiert. Mit Reaktionen wurde da auch schon gerechnet. Dass man nun binnen weniger Tage fast 10.000 Menschen weltweit zur Unterschrift gegen ein Theaterhappening aufbringt, überrascht. Statt einer erwarteten Provinzposse wird also nun ein Possenspiel provinziellen Denkens aufgetischt.

»wir wünschen uns ein lebensbejahendes, überschäumendes fest«, heißt es in der Beschreibung der geplanten Aktion: »gemeinsam mit der Stadt, welches sich bis zur ekstase steigern könnte. naturreiner wein aus prinzendorf wird ausgeschenkt.« Nitsch geht es um existenzielle Erfahrungen, in Kopie – oder im Wiedererwecken? – von archaischen Ritualen ist das Blut sein Medium, um die Teilnehmer zu Grenzerfahrungen zu bringen.

»We do not accept the murder of animals for the sake of ›art‹!«, fordert der Aufruf der Petition. »By signing this petition, you can help saving these animals lives and make clear, that this absurd act of cruelty should not be considered as art!« Da wird sich der Herr Nitsch aber grämen. Vor Jahrzehnten schon hat er sich mit Behörden angelegt, um sein Theater abzuhalten. Nun kommt die Reaktion also via binärem Code daher, ins progressiv-politische Gewand gehüllt. Auch wenn die digitale Scheißerei nun über mich ergehen mag: Nitsch hat Recht. Man muss seine Kunst nicht schätzen – ich persönlich finde sie nach all der Zeit extrem langweilig, aber Rituale sind nun mal auf Wiederholung aus –, um diesen Angriff auf die Kunst abzulehnen. Was für ein reaktionäres Kunstverständnis hier zutage kommt, ist unfassbar. Wir stimmen also ab, was als Kunst gilt? Was bei diesem Scherbengericht durchfällt, ist »krank«, »pervers« »inhuman«, wie in einigen Kommentaren zur Petition zu erfahren ist. (Der Post »EKELHAFTE AUSLÄNDER EGAL WOHER :: [sic] ARSCHLÖCHER«, muss nicht kommentiert werden.)

Das ist ja wie in Düsseldorf, wo eine Wagner-Inszenierung abgesetzt worden ist, weil ein »Tannhäuser« mit Gaskammern die Gesundheit der Besucher beeinträchtigen würde. Ja, sicher, dass kein Tier sinnlos leiden soll, ist eine richtige Maxime. Aber was ist denn nun »sinnvoll«? Stiftet Kunst nicht mehr Bedeutung als die Nahrungsmittelindustrie und die ganze Tierverwertung zusammen? »This is so unnecessary« schrieb einer. Jawoll, Kunst ist unnütz, gar Zeit- und Ressourcenverschwendung. Darum geht es sogar. Was Kunst ist, darum wird immer wieder und anhaltend gestritten. Auch das ist ein wesentlicher Teil von ihr. Diktatorisch – und sei es durch Abstimmung des Mittelmaßes – entscheiden, lässt sich das eben nicht. Ist ein Computer keine Technik, weil Menschen bei dessen Herstellung darunter leiden? Was ist eine Online-Abstimmung, wenn sie von Apparaten aus getätigt wird, an denen Blut und Schweiß von Billiglohnarbeitern hängen?

Natürlich ist es leicht, sich so einen mittlerweile alten Zausel wie Nitsch auszusuchen, um gegen ihn zu schießen – zumal man ja gleich ein schön blutiges Kampagnenbild zur Verfügung gestellt bekommen hat. Wenn man sich politisch engagieren möchte, dann sollte man ein System einmal komplett in Frage stellen, das sich auf Kosten vieler Menschen – von denen täglich viel mehr elendig verrecken, als ein paar Kühe helfen könnten – am Leben erhält. Dazu haben viele dann doch keine Lust. Aber mal schnell ein »I Dislike« drücken über ein Theaterereignis am anderen Ende der Welt und mein Bauchgefühl vom kommenden Weltfrieden ist wieder über den Tag gerettet. Das ist politisch doch recht naiv. Zumal die anhaltende Petitionsschwemme solchen Online-Unmut ohnehin zunehmend aus dem Bereich des Ernstzunehmenden rücken. Nebenbei bemerkt, das ist bigott, weil man eins von Nitschs Bildern nimmt und mit dem solchermaßen Gewalt-Blut-Porno-Ansatz die Clickzahlen erhöht. Was für eine sterile Welt soll das eigentlich sein, wo sogar Kunst Konsens ist und Politik bequem über Facebook betrieben wird? Eine Welt, wo das Gute, Wahre und Schöne in Gestalt eines Wackeldackels bräsig auf der Hutablage schunkelt auf der Kreuzfahrt ins Glück? Dann wehe dem Rasenlatscher.

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Dein Kommentar

26 Kommentare

  1. mia | 23. Juni 2013 | um 21:56 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prüwer, sehr geehrte „Kreuzer“-Redaktion,
    solange Sie, Herr Prüwer, für dieses Magazin schreiben, werde ich den Kreuzer nicht mehr kaufen.
    Mit freundichen Grüßen,
    mia

  2. Joachim Sohn | 22. Juni 2013 | um 13:25 Uhr

    Otto Mauer „kreierte“ den Aktionismus und er „prägte“ seinen Geist, der allgegenwärtig in der Kunstwelt geworden ist. Die antihumanistischen Tendenzen haben sich nicht entwickelt,sie waren sofort da. Monsignore Mauer hat den Aktionismus gesellschaftsfähig und „offiziell“-vertretbar in Österreich gemacht. Aktionismus hätte sich nie so ringsumverbreitet, wäre sein Hauptförderer nicht ein Priester gewesen.

    Zitat Otto Mauer 1948, drei Jahre nach dem Holocaust: „Die Juden haben großen Einfluß auf den Kommunismus und auf den Kapitalismus… Sie spielen sich auf als Verteidiger der
    Humanität …während sie nichts anderes als wie ein unsittliches Volk mit einem pervertierten Ungeistsind … Sie seien zur ewigen Verdammnis verurteilt …sie wählen
    immer nur das Böse.“

    Herr Prüwer, warum halten Sie die rituelle Tötung des Tiermenschen und die daraus resultierende Geburt des Übermenschen (Nietzsche) bzw. Gottmenschen (im ariosophischen Sinn nach Lanz von Liebenfels) in heutiger Zeit wieder für dringend geboten?

  3. Joachim Sohn | 22. Juni 2013 | um 12:59 Uhr

    Herr Prüwer, wie Sie wissen, würde Nitsch ja lieber Menschen opfern, wenn es denn möglich wäre und Kinderleichen zerreissen. Warum finden Sie das toll? Und würden Sie ihr Kind dafür zur Verfügung stellen, wenn es die Situation zuließe, zum Aufklaffen des Geschlechtsteils? – In der „Partitur“ zum 6-Tage Spiel und Die Eroberung von Jerusalem wird beschrieben, wie
    Frauen- und Kinderleichen zerfleischt und geschändet werden.
    Nitsch zu Peter Huemer: „Ich wollte ein Lesedrama schreiben, das man wohl aufführen kann
    … Ich bereue kein Wort, was ich in diesem Drama geschrieben habe … Es gibt eine Idealpartitur, und dieser Idealpartitur möchte ich näher kommen, und das ist der erste
    Versuch, der Idealpartitur des 6-Tage Spiels näher zu kommen.“
    quelle: http://viennanet.info/wp-content/uploads/2008/12/monsignore-otto-mauer_deutsch.pdf

  4. indigo | 20. Juni 2013 | um 00:35 Uhr

    Lest selbst was Nitsch wirklich ist, Hier einige Zitate aus der Nitsch Partitur:

    „Ein 7 – jähriger Knabe wird wie gekreuzigt an die Wand genagelt. Sein Kopf wird mit quadratischen Steinen zerschlagen und zerschmettert, blutiges Gehirn tritt aus. Das blutige Hirn wird mit lauem Zuckerwasser gewaschen. (Hermann Nitsch: Orgien Mysterien Theater/Orgies Mystery Theater, März Verlag, Darmstadt, 1969, S. 299)

    „Die nackte Leiche eines neunjährigen Mädchens wird auf eine Kirchenbank gelegt; das Geschlechtsteil des Mädchens wird aufgeklafft; mit einer Silbersonde wird mehrmals tief hineingestochen; das Geschlechtsteil wird mit einem Skalpell zerfleischt; Zuckerwasser wird auf die blutige Wunde geschüttet; Nummer O saugt und schleckt das gezuckerte Blut von dem zerfleischten Geschlechtsteil…“.
    Zitat 2 „…Christus leckt und schleckt den blutigen Kot von den aufgeplatzten Gedärmen und den Geschlechtsteilen der Frauen…“ Zitat 3 „…Homosexuelle springen auf den Panzer und begatten Christus, welcher laut und wollüstig schreit…“ (H. Nitsch, „Die Eroberung Jerusalems“)

    Wir Bürger möchten nichts subventionieren was derart amoprh ist !
    Da ich in einigen Gruppen , wo ich mich gegen die sog. Kunst von Hermann Nitsch geäußert habe ,als bürgerliche Kunstrepräsentantin kritisiert wurde noch ein Statement gegen diesen Kitsch-Nitsch :
    Freiheit , gleich in welcher Kategorie der menschlichen Entäußerung oder eines System , kann niemals egoistisch und einschränkend für andere Lebensformen sein. Dies ist ein falscher Begriff von Freiheit ! Wir haben die Freiheit unser Denkvermögen , gemäß unserem Überblickswissen ( so erworben ) verträglich für das Leben einzusetzen und nicht dagegen ! Eine von solchen sozial elementar nötigen Einsichten abgehobene Kunst ist dissozial und entspricht dem von Brecht kritisierten Blümchenmaler , der untergehende Schiffe bemalt . Es spielt dabei keine Rolle , ob eine pervertierte egoistische lebensverbrauchende Gesellschaft mit Kitsch oder Scheiße und Blut beschmiert und überlagert wird. Beides ist hohl und Kitsch und somit als Kunst nicht anzuerkennen !

    Bügermeister stoppen Sie sofort diesen Horror, noch ist Zeit dazu!! In was für einer Welt möchten Sie dass ihre Kinder leben?
    Lesen Sie sich bitte folgendes durch, sehr sachlich: http://tierschutznews.ch/home/autoren/3421-gedanken-zu-dem-orgien-mysterien-theater-des-hermann-nitsch.html

    aber sehen sie sich auch die folgenden Bilder an
    http://www.cvltnation.com/sabbath-bloody-sabbath-the-sacrificial-rites-of-hermann-nitsch/
    und fragen sich ob sie sowas ihren Kindern antun wollen

    Ich möchte darauf hinweisen dass Otto Muehl mit dem Nitsch seit den 60ern eng zusammengearbeitet hat, für Vergewaltigung und Kindesmissbrauch verurteilt wurde, also ist all dies sicherlich mehr als nur Rauch, bzw. wo der viel Rauch ist, muss irgendwo auch das sprichwörtliche Feuer sein:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Muehl
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Nitsch

  5. Liz von Acquin | 14. Juni 2013 | um 15:47 Uhr

    Ach ja, und das sind mir immer die allerliebsten: Kommentar gegen eine Online Petition und dagegen, dass „Politik“ online betrieben wird – mit einem Online Kommentar…
    Und „Wo sind wir denn da?“ – diese Frage würden Sie sich nämlich ganz sicher nicht stellen, wenn Sie am 22. Juni bei der 6 stündigen Aktion dabei wären, nicht wahr? Aber ja, geben wir dem Herrn Nitsch einfach mal aus Lust und Laune Recht.

  6. Liz von Acquin | 14. Juni 2013 | um 15:41 Uhr

    Sehr unterhaltsamer Kommentar, Herr Prüwer. Leider wird man auch nicht glücklich, wenn man jeder Leidenschaft die Essenz nimmt. Und hinter einem solchen Kommentar steht dann meist doch der Wunsch, sich eigentlich auch für das tatsächlich Richtige einzusetzen. Aber immer dieses Bedürfnis, gegen den Strom zu schwimmen, hab ich Recht?
    Ja, so eine Online Petition ist schnell zu unterzeichnen. Und so ein Kommentar wie Ihrer ist schnell zu schreiben. Trotzdem hat meine Petition über 20,000 Unterstützer – und was haben Sie?
    Mal unter uns, einen unreifen Kommentar auf meiner Petitionsseite zu erwähnen, der rein garnichts zur Sache tut, macht ihren Kommentar auch nicht tiefgründiger. Und es sterben Menschen? Wirklich? Dann überlegen sie bitte mal einen Moment, warum die Menschen in Afrika hungriger sind als die Tiere in der Massentierhaltung…

  7. parzo | 8. Juni 2013 | um 11:49 Uhr

    Ich muss schon sagen, es ist beschähmend, wie ein Mob von Spießern hier über einen Autor herfällt, der nichts weiter tut, als die Freiheit der Kunst zu verteidigen.
    Die Leistung von Nitsch und seiner Provokation ist wohl eben, genau dieses hasserfüllte Gesicht der Moralisten hervorzubringen, das sich auch hier in den meisten Kommentaren zeigt, deren Verfasser auch vor übelsten Beschimpfungen nicht zurückschrecken.

    Wie heißt es so schön:
    „Ein jeder ist für Toleranz –
    nur wenns drauf ankommt, nicht so ganz!“

  8. indigo | 1. Juni 2013 | um 16:20 Uhr

    @Jana:

    aber klar ist des n Psychopath, Lies mal was der für einen unsinn auf seiner seite schreibt und kuck dir den mal an:
    das zum fest gewordene drama enthält sich in keiner weise des ursprünglich dramatischen der alten tragödie, im gegenteil, das drama wird zu seinem wesen geführt. das fest fordert eine bewusstheit, das bis tief zur annahme unserer tragischen wirklichkeit führt. die welt als ganzes soll angenommen werden mit allen extremen, ihren glücksmöglichkeiten, gräßlichkeiten und der grausamkeit des todes. das scheitern, das leid, das tragische, das opfer, die sado-masochistische grausamkeit kann als plötzlich einbrechendes absurdes hindernis des schöpferischen angesehen werden, das schöpferische ist seinem wesen nach mit überwinden, abstossen und beseitigen von hindernissen verbunden. lebendige entfaltung, sich erweiternder lebensaufwand, stößt auf naturgegebene hindernisse und bringt leid und schmerz, fordert zum schmerzvermischten glück der überwindung auf. der mythos von tod und auferstehung bietet sich als gleichnis des schöpferischen an, die analytische technik des spieles verhilft uns dazu, uns totaler, rücksichtloser und umfänglicher zu begreifen bis tief hinein in die uns normalerweise unbekannte wirklichkeit unserer triebhaftigkeit. verdrängte bereiche werden aufgestöbert und ausgelebt. das bewusstsein schleicht und drängt zu den gründen der energetik, sensibelste augenblicke der registration von geniessender lust werden dem bewusstsein erschlossen. einem wesentlichen impuls, der die menscheit und das spezifische des dramas bestimmt, wird rechnung getragen. das bedürfnis nach abreaktion wird bewusst gemacht und erfüllt. das drama zu seinem wesen gekommen ist katharisis-therapie, ist der psychoanalyse vergleichbar, nur dass der analytische prozess, in diesem fall der dramatische prozess, einer ästhetischen verwertung zugänglich ist. es werden sich steigernde aktionen eingesetzt, die vorerst elementare, intensive sinnliche empfindungen fordern und später zu einem orgiastischen, sado-masochistischen ausreagieren der akteure und zuschauer führen. das assoziieren der klassischen psychoanalyse ersetzen im o.m.theater, die durch aktionen bewirkten sinnlichen sensationen, welche nach überwindung der zensuren enthemmen und berauschen, die aktionen mit rohem fleisch, feuchten leibwarmen gedärmen, blutigem kot, schlachtwarmem blut, lauem wasser usw. bewirken regressionen in richtung zur analsinnlichkeit. die freude am plantschen, spritzen, schütten, beschmieren, besudeln steigert sich zur freude am zerreissen des rohen fleisches, der freude am herumtrampeln auf den gedärmen. die dionysische zerreissungssituation zeigt sich (der zerrissene abreaktionsgott dionysos gelangt ins assoziationsfeld). das dramatische wühlt sich in die freude an der grausamkeit. das chaos, ein orgiastischer rausch, bricht über uns herein. die intensität des erlebens lässt eine mystik der agression und grausamkeit entstehen. der dramatische effekt wird als ästhetischer rausch des zuschauers bzw. spielteilnehmers begriffen. hölderlins auffassung des tragischen wird hier wichtig, wenn er sieht, dass im zorn die naturmacht und des menschen innerstes „grenzenlos eins“ wird und dass die darstellung des tragischen darauf hinausführt, zu übermitteln, “ wie der gott und mensch sich paart“.

    ldie anlage des schlosses prinzendorf ist als idealer austragungsort des o.m. theaters vorgegeben. überall ereignen die erlebnisrituale des aktionstheaters. im schlossgebäude, in den stallungen, in der unterkellerung, in unterirdischen gängen, im schlosshof, im obstgarten, im von einer mauer umfriedeten grossen schlosspark und ausserhalb in der umgebung. nach der katastrophe des dramas, der nacht, des exzesses des todes, dem grundexzesserlebnis wird der spielteilnehmer ins helle bewusstsein des daseins entlassen. das ich verblasst im kosmischen licht des selbst. das selbst als mittelpunkt des alls, des kosmos sollte im herzen des spielteilnehmers strahlend aufgeben. n un ist das spiel zum ausschiesslichen fest geworden. die spielteilnehmer sind auferstanden, sind in die transzendenz und hiesigkeit des daseins voll erwacht. jubel und ausgelassenheit sind überall. das festspielhaus und der ort prinzendorf liegen inmitten von feldern, waldstreifen und weingärten. zwei kellergassen gehören zum dorf. ein geäder von kellergassen, strassen der lust, der daseinsüberhöhung, durchziehen das weinviertel. die weiss gekalkten, einfach gebauten presshäuser entlang der kellergasse bilden dörfer der ekstase, der tiefen seinstrunkenheit. das ernste grün der die hügel bedeckenden weingärten. wege durch getreidefelder und weingärten führen zum schloss. aus den weinkellern riechen die gärende maische und verschütteter wein. weinfässer werden ausgewaschen. das von den spülungen mit wein vermischte wasser wird auf den asphalt der strasse geschüttet und verdunstet. ein geruch entsteht, der in den rausch zieht. in den wein- und obstgärten sind tische und bänke, die spielteilnehmer sitzen bei den tischen, essen in der milden herbst- und frühjahrssonne oder erwarten, vom wein begeistert, die dämmerung der juli- und augustabende und singen heurigenlieder in der warmen mond- oder sternenhellen sommernacht. das drama wird zum fest. die von den asketischen religionen verleugnete körperliche fleischliche schöpfung wird nicht als schuldfaktor abgetan, als leidreiches schauspiel begriffen, sondern wird zum fest. unser hiersein, der umstand unseres hierseins, das sein des weltalls wird gefeiert. eine heitere schule des empfindens und der erlebnisfähigkeit entsteht. ein fest der sinne wird gefeiert. im klang und musik umdrungenden sinnlichen gepränge der lebensliturgie tönen die gestirne, das weltall. das dasein wird zum daseinsfest verklärt. essen und trinken, die weinberauschung, sind inniger bestandteil des spieles. geschmacks- und geruchsempfindungen werden zu motiven zerlegt und zusammengestellt. synästhetische bezüge werden ausgekostet. die bahnen der gestirne werden beobachtet. leben steigert sich im prunk und in der fülle der jahreszeiten zum jubelrausch.

    hermann nitsch, 1999

    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=523537314338963&set=a.523537311005630.145759.523535507672477&type=1

  9. Chris | 1. Juni 2013 | um 13:39 Uhr

    Ich muss auch sagen, dass die Beschreibung der Petition „that this absurd act of cruelty should not be considered as art!“ unglücklich ist und ich möchte mich auch nicht darüber anmaßen wollen, zu entscheiden was Kunst ist oder zu sein hat und was nicht.

    Allerdings hätte es Herrn Prüwer auch nicht daran gehindert, auf das eigentliche Thema einzugehen, das da wäre, ob es ok ist (und warum) dass Tiere für Kunst getötet werden oder oder nicht.

    Ansonsten ist das hier nämlich bloß eine Polemik gegen die Petition, mit „provinziellen Kunstverständnis“usw. herumzuwerfen ist schon eine recht harte Nuss, und vor allem eine Zeitverschwendung und Zumutung. Und das hier mehr sinnvolle Beiträge in den Kommentaren zu finden sind, ist ja auch schon bezeichnend.

  10. indigo | 1. Juni 2013 | um 13:25 Uhr

    Es ist eine Schmach Herrn Nitsch als Künstler darzustellen! Er und alle hinter ihm missachten die Würde des Tieres. Hier geht es nicht nur ums Töten, sondern auch um die Schändung von toten Tierleibern. Die Tiere zu zerstückeln, sich in dem Blut zu suhlen und die Geschlechtsteile zu küssen ist nicht nur pervers, sondern auch traurig und krank! Herrn Nitsch, der Stadt Leipzig und dem Centraltheater geht es doch nur um die Aufmerksamkeit der Medien. Die Medien spielen die Thematik runter und sprechen nur die halbe Wahrheit – man will ja Geld machen und das Theater voll bekommen!!
    Wahre Künstler müssen kein echtes Blut vergießen, Lebewesen zerstückeln und missbrauchen, um einen Schockeffekt beim Publikum zu erzielen!
    Es ist einfach nur traurig, dass so etwas in unserer Stadt Leipzig aufgeführt und unterstützt wird! Der sogenannten „Heldenstadt“ und „Ort der friedlichen Revolution“.

    „Die Größe und den moralischer Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“ Mahatma Gandhi

  11. Therry | 1. Juni 2013 | um 13:15 Uhr

    Falls du es noch nicht gemerkt hast sterben und verhungern Menschen elendig eben WEIL es Leute wie Nitsch gibt, die am liebsten Schweinebraten fressen und auch sonst hedonistisch und dekadent pervers sind. Die Wahrheit ist das man nur um ein einziges kilo Fleisch zu produzieren 15 kilo getreide und 20 000 Liter Wasser braucht-sag das mal den hungernden Kindern in Arika !!
    Von Umweltverschmutzung und Tierleid (ja empfinden Schmerzen genauso wie du!) mal ganz abegesehen.

    Im Gegensatz zu dem verrohten, widerlichen typen sieh dir mal das an was ein Kind zu sagen hat über Tiere essen oder sonstwie benutzen und ausbeuten

    https://www.youtube.com/watch?v=fRNNzMZgrzs

    Im übrigen hat der Jude Isaac Bashewitz Singer gesagt dass für Tiere jeden Tag Treblinka ist, und dass wenn es um Tiere geht fast jeder zum Nazi wird.
    Schon Tolstoi hat gesagt, dass solange es Schlachthäuser gibt es Schlachtfelder geben wird und Albert Schweitzer meinte, dass solange der Mensch sein Mitgefühl nicht auf alle Lebewesen ausdehnt er niemals Frieden finden wird.

  12. siiri | 1. Juni 2013 | um 00:02 Uhr

    Dieser, unter dem Deckmäntelchen der „Kunst“ vollführten Blut, Eingeweide etc. Orgie kann ich wirklich nichts abgewinnen. Es ist traurig, wie das Theater in den letzten Jahren hier verkommen ist, Hartmann sei Dank ! Und es ist gut, dass es zum Glück noch viele Menschen mit einer gewissen Sensibilität gibt, die dieses sinnfreie Tun auf der Bühne kritisieren, denen es eben nicht egal ist, dass Tiere für dieses Spektakel sterben und für derlei „künstlerische“ Rituale herhalten müssen. Wie armselig muss man sein, auf dem Rücken dieser ausgebeuteten Kreaturen, seine
    „Kunst“ auszuleben. Deshalb Herr P. sparen Sie sich Ihren hochnäsigen Pseudo-Kommentar und versuchen wenigstens mal im Ansatz nachzuvollziehen, warum so viele Menschen dagegen sind! Danke !

  13. peter pen | 30. Mai 2013 | um 15:42 Uhr

    Bullshit, Herr Prüwer. Wenn irgend etwas an der Sache reaktionär ist, dann ja wohl Ihr oberflächlicher und selbstgerechter Kommentar. Auf die Rechte von Tieren hinzuweisen und mithin auch zu fragen, ob das (wiederholte) Töten von Lebewesen im Kontext einer solchen Performance notwendig ist, darf ja wohl erlaubt sein! Und ein kritischer, gesamtgesellschaftlicher Diskurs über Grenzthemen wie dieses muss sogar gefördert werden. Dabei – und in diesem Stil – gleich von Zensur und Einschränkung des Kunstbegriffs zu sprechen zeugt für mich eher von Naivität.

    Mich interessiert, wie ein Nachruf von Ihnen auf Otto Muehl ausgesehen hätte!

  14. Jana S. | 29. Mai 2013 | um 15:10 Uhr

    @ Jan P.
    Einen Menschen, den Sie vermutlich nicht persönlich kennen, „einen dahergelaufenen Psychopathen“ zu nennen, „der mit Preisen von anderen fragwürdigen Menschen überhäuft wurde …“ – die Sie vermutlich ebensowenig persönlich kennen -, zeugt von wenig Achtung gegenüber Menschen.
    Aber toll, dass Sie sich so leidenschaftlich für einen respektvollen Umgang mit Tieren einsetzen.

  15. squirell | 29. Mai 2013 | um 11:11 Uhr

    Mir zeigt dieser „Kommentar“ von Herrn Prüwers, dass man in dieser Disskussion scheinbar doch nur schwerlich sinnvolle und sachliche Argumente für die Pro-Seite dieser Art von Kunst finden kann.
    Ein bockiges Aufbegehren gegen das Aufbegehren?

    Es gäbe andere Möglichkeiten um dieses Stück aufzuführen, aber nein, es muss möglichst provokant und schockierend sein…
    Nun, dann muss man wohl auch damit umgehen können, dass sich dies nicht jeder „Provinzler“ gefallen lässt!

    Bravo Jan P. !
    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen!

  16. Jan P. | 29. Mai 2013 | um 10:31 Uhr

    Ui, da haben Sie aber sowas von ziemlich daneben getroffen. Was sollte das hier werden? Protestbashing? Selbstbeweihräucherung? Dicke Eier zeigen? Entschuldigen Sie Herr Prüwer, aber welchen Sinn hat ihr Kommentar?

    Auf einzelne Textstellen einzugehen wäre schon fast sinnlos, da hier Schwachsinn am laufenden Band produziert wird. Ich mein Sie sehen das sicher anders, sitzen beim lesen der Kommentare in der Redaktion und freuen sich wie sie die Menschen erzürnen. Immerhin werden sie für so einen geistigen Erguss bezahlt. Herzlichen Glückwunsch. Aber dabei schreiben sie völlig an dem vorbei, was Menschen wie mich zum Protest gegen diese Sinn freie, aus dem Mittelalter stammende, idiotische „Kunst“ treibt.

    Per Se. Tiere zu Essen und zu missbrauchen für die eigenen Interessen, ob nun Kunst, Nahrung, Unterhaltung, Mode, ist ethisch ein absolutes Desaster. Das diese Idiotie seit Jahrtausenden geprägt wird macht es nicht besser bzw. bietet Gründe zur Rechtfertigung, sondern zeigt nur welche Macht die Ideologie des Fleischkonsums (Carnismus) auf die Menschheit hat. Aber warum, glauben Sie, steigt die Zahl der Vegetarier und Veganer auf einmal Sprunghaft an? Wegen der Fleischskandale? Wohl kaum, denn die gibt es seit Ewigkeiten. Vielmehr trägt die Arbeit der Aufklärer*innen endlich Früchte. Menschen, die sich informieren, Aufklärung durch Videos und Bücher erfahren greifen eben nicht mal mehr ebenso zu Steak und Frikadelle, wenn sie wissen wie es in den Schlachthäusern und Zuchtstationen aussieht. Und solche Menschen sind eben auch dagegen, dass die Leichen von unschuldigen Tieren für einen dahergelaufenen Psychopathen, der mit Preisen von anderen fragwürdigen Menschen überhäuft wurde, geschändet werden. Ob die Tiere für die Nahrungsmittelindustrie sterben, oder eben für ein mehr als fragwürdiges Schauspiel missbraucht werden ist in diesem Fall völlig egal, denn die Tiere sind mehr als bloßes Objekt menschlicher Herrschaft.
    Das sie aber ein Unrecht rechtfertigen indem sie ein weiteres, nämlich die Ausbeutung von Menschen beim Bau der Computer etc. heranziehen ist ein sehr vorhersehbarer Schachzug und ein alter Hut. Natürlich weiß ich, dass Menschen in anderen Ländern der Erde leiden müssen für mein Smartphone, meinen PC und meine Kleidung. Aber ich bin dagegen, ich versuche etwas zu tun, wo ich nur kann. Dass ich dabei nicht die Macht habe alles auf einmal zum positiven verändere ist mir durchaus bewusst. Aber Überraschung: Sie essen bestimmt Fleisch, tragen mit Sicherheit Leder oder besitzen Tierhaut in irgendeiner Form, Sie haben auf jeden Fall ein schickes Notebook, einen Full-HD Fernseher und ein Smartphone. Sie achten beim Einkauf nicht auf Fair Trade oder auf lokale Produktion und Ihnen ist das vorgetragene Leid der Ausgebeuteten egal, solange Sie es als Rechtfertigungsgrund für ein in Ihren Augen provinzielles Handeln von Tierschützer*innen und Tierrechtler*innen nennen können.

    Über die idiotischen und rassistischen Äußerungen, welche als Kommentare unter der von Ihnen angesprochenen Petition stehen, die ich im übrigen auch unterzeichnet habe, muss nicht diskutiert werden. Die sind nicht tolerierbar und absolut hohl. Eben genau so, wie ihr Kommentar.

  17. "wikipedia.de", it's so easy | 29. Mai 2013 | um 00:18 Uhr

    Und offensichtlich ist Herr Prüwer nicht in der Lage, selbst ganz grundlegende journalistische Hausaufgaben zu machen. Sonst wüsste er, dass bei einer Petition nicht über Irgendetwas abgestimmt wird, schon gar nicht über Kunst. Eine Petition ist schlicht ein Ersuchen oder eine Beschwerde zu einem bestimmten Sachverhalt, sie stellt im besten Fall also eine Meinungs- oder Interessenbekundung dar. In diesem Fall, um dem verfassungsmäßig verbrieften Recht der Tiere auf Schutz ihres Lebens und ihrer körperlichen Unversehrtheit Geltung zu verschaffen (GG Artikel 20a)…

  18. konrad | 27. Mai 2013 | um 15:16 Uhr

    Ich muss Herrn Prüwer Recht geben: über den Wert von Kunst oder darüber, was Kunst ist entscheidet keine Petition. Provinzielles Kunstverständnis.

    Allerdings schreibt er hier völlig am Thema vorbei. Es wird nicht gegen Kunst protestiert sondern gegen das Abschlachten von Tieren. Zur Unterhaltung.
    Muss dem wirklich noch etwas hinzugefügt werden damit ein Provinzfeuilletonist seine affektierte Meinung auch einmal gegen Mitgefühl eintauschen kann?

  19. Marlon | 27. Mai 2013 | um 14:56 Uhr

    „Eine Kuh, im Gegensatz, hat keine Aussicht auf einen Grabstein, der Ihrer gedenkt.“

    Ich halte die Forderung, dass auf dem Grabstein einer Kuh Herrn Prüwer gedacht wird, keinesfalls für angemessen. Es stellt sich vor allem die Frage, was die Kuh davon haben sollte.

  20. SoSo | 27. Mai 2013 | um 00:06 Uhr

    Lieber Herr Prüwer,
    Ihr Artikel ist ziemlich daneben; und das liegt vornehmlich daran, dass Sie de facto jedem Hauch eines subversiven Gedankens die Essenz rauben.
    Zusammenfassen könnte man Ihren Artikel (der im Übrigen einige Kommafehler enthält) mit diesem Fazit: „Ich darf mich nicht gegen Herrn Nitschs Kunst aussprechen (und darüber hinaus sicherlich auch nicht gegen Walfang in Japan oder die Machenschaften der Textilindustrie in Bangladesch und gegen die Behandlung Marrokanischer Flüchtlinge usw.), weil ich doch das Gesamtbild betrachten muss, statt um lächerliche Kleinigkeiten zu kämpfen.“ – Ist das wirklich Ihr Ernst?
    Und jetzt kommen Sie uns bitte nicht mit dem Argument: „So hab‘ ich es nicht gemeint. Das hab‘ ich doch gar nicht geschrieben.“ …. Doch, haben Sie. Leider.

    Wie wollen Sie einem Menschen dann plausibel machen, überhaupt eine Form von Revolte zu leben gegen das Absurde und Verkommene? Darf ich nicht mehr im Kleinen beginnen?
    Ich überlegte vor 12 Jahren, mich – aufgrund eines starken Wunsches, einen Beitrag gegen die überkommene Unmoral zu leisten – vegetarisch (zumeist vegan) zu ernähren. Aber wenn Sie, Herr Prüwer, meinen, das sei ein lächerlicher Tropfen auf einen heißen Stein, dann müsste niemand um uns sich mehr um Alltäglichkeiten kümmern. Stattdessen würde ein jeder resignieren in der Konklusion, man könne für die Welt ohnehin nichts tun.

    Ich bin selbst Theaterwissenschaftler, Texter, Sprecher und bin mir sehr sicher, dass ich mich gegen kulturelle Veranstaltungen wie Stierkampf und Nitsches Blutwerke (die man in einem Atemzug nennen muss) durchaus zur Wehr setzen darf, indem ich darauf aufmerksam mache und zusätzlich KEINE Karte dafür kaufe.

    Ihre Argumente, dass täglich zehntausende Menschen (in der Ferne) verrecken, können Sie freilich geltend machen, aber Sie haben nicht zuende gedacht, denn wenn Sie schon jene, die sich wenigstens ein bisschen Gedanken machen, ankreiden, ist das doch seltsam kontraproduktiv – finden Sie nicht? Im Übrigen sind es zusätzlich Millionen von Tieren, die (ganz in Ihrer Nähe) verrecken, damit es uns hier so gut geht. Und darauf kann man auch als Herr Nitsch nicht aufmerksam machen, indem man noch ein Tier mehr schlachtet.

    Vielleicht sollte sich mal ein Mensch zur Verfügung stehen, der seine Schnitzel hergibt und auf dessen Grabstein stehen mag: „ICH STARB FÜR DIE KUNST und das Fressen.“

    Eine Kuh, im Gegensatz, hat keine Aussicht auf einen Grabstein, der Ihrer gedenkt.
    Ich frage mich, welches Geschöpf das primitivere ist. Und wenn ich Herren wie Nitsch betrachte, die sich – so schade für meine Zunft – auch noch Künstler nennen, trifft die Antwort den Menschen direkt ins Herz. So primitiv sind nur wir.

    Ein Hoch auf diejenigen, die es schaffen, mit Kunst Diskussionen zu erzeugen, ohne zu töten oder auf ein Podium zu urinieren, zu kacken, zu ejakulieren.

  21. kati | 26. Mai 2013 | um 20:30 Uhr

    Oh, welch selbstgefälliger Kommentar.

    10.000 Leute weltweit ist doch nicht viel.
    Es soll zudem so etwas wie Vegetarier_innen und Veganer_innen geben, die einfach immer gegen das Töten von Tieren sind.
    Und es soll Menschen geben, die das Töten von Tieren okay finden, wenn diese Tiere dann zu Nahrungsmitteln und anderem verarbeitet werden, es aber bekloppt finden, dies rein zur Belustigung zu tun.
    Aber, hey, es ist Kunst! Erzähl das mal nem Schlachter.

    Naja. Viel Spaß beim nächsten Hackbraten.

  22. tee | 26. Mai 2013 | um 18:24 Uhr

    Hm, Thema verfehlt. Ich kann keine Kritik herauslesen, warum das nun reaktionär und naiv sein soll. Der Logik zufolge ist JEDE tierschützerische Aktion naiv und reaktionär. Dass gegen die Nahrungsmittelindustrie *relativ* wenig protestiert wird, ist ein Gegenstandswechsel, hat es doch mit dem Töten für die Kunst rein gar nichts zu tun.

    Und nichts gegen das Gutmenschen-Bauchgefühl. Wenn’s wohltut …

    Alles in allem spricht aus Dir eher die Ohnmacht ob der Übermächtigkeit des kapitalistischen Hautwiderspruchs, der sich in Ausbeutung von Mensch UND Tier äußert. Woher weißt Du denn, wie sich die Petent_innen sonst engagieren? Richtig, alles gemutmaßt. Pappkameraden, wohin man auch schaut.

    Aber wenn’s dem Wohlfühlen dienlich ist … Sei’s Dir ebenso gegönnt wie denen, die ihre Zeit mit Anti-Theater-Petitionen verschwenden. Oder Kommentare bei Kreuzer-online schreiben, um zu prokrastinieren. Es dient eben dem Wohlfühlen. Von daher … :)