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»Mit Politik will ich nichts zu tun haben!«

Wenig Inhalt, viel Musik: Zur siebten Montagsdemo kam auch Ken Jebsen

Ken Jebsen bei der Montagsdemo vor der Oper, Foto: Franziska Barth Größeres Bild

Konkreter wirds nicht: Lange mussten die Leipzig Montagsdemonstranten warten, bis ihr Stargast Ken Jebsen aus Berlin auftrat. Mit geölter Rhetorik auftretend, brachte er aber auch nichts weiter fertig, als den versammelten Empörten in ihrer Empörung zuzureden. Nach drei Stunden Betroffenheitsplauderei kam auch diese Kundgebung inhaltlich nicht weiter als in den letzten Wochen.

»Gegen mein Redetalent habt ihr eh keine Chance«, Richtung Antifa. »Sie kennen meinen Cutter nicht«, schleudert Ken FM einer Frau hinterher, die in sein Mikro hineingerufen hatte, dass man ihm nicht zuhören oder glauben sollte. Ihren Einwurf werde man eh rausschneiden. Ja, der Anchorman der Montagsdemonstrationen und Mahnwachen für den Frieden Ken Jebsen stattete gestern auch der Leipziger Kundgebung vor der Oper einen Besuch ab. Als er nach mehr als zweieinhalb Stunden das Wort ergreift (»Ich bin Ken Jebsen und meine Zielgruppe sind Menschen«), sind von den ursprünglich geschätzten 500 bis 600 Menschen weniger als die Hälfte übrig – von denen etliche das Geschehen kritisch begleiten. Am Rand hat sich zusätzlich eine größere Gruppe Antifas zusammengefunden, die sich zwischenzeitlich mit Sprechchören einmischt.

Mit dem Auftritt Jebsens zeigt sich jetzt auch die Leipziger Ausgabe als anschlussfähig an die Montagsdemonstration in Berlin, wo der ehemalige RBB-Moderator fester Redner ist. In den Wochen zuvor war immer wieder gefordert worden, die Kundgebung auf dem Augustusplatz als eigenständige Veranstaltung wahrzunehmen und nicht mit den anderen in einen Topf zu werfen – auch wenn man sich zugleich als eine Bewegung sah und sich freute, in wie vielen Städten Menschen »für den Frieden« auf die Straßen gingen. Dieses ist auch heute wieder der kleinste gemeinsame Nenner. Mit esoterischen und verschwörungstheoretischen Umtrieben, die andernorts unverhohlen Teil der Montagsdemos sind, wollte man offiziell nichts zu tun haben. Gab sich die Friedenskundgebung vor einigen Wochen den Motto-Zusatz »Nie wieder Faschismus« und warf vor zwei Wochen nach Antifa-Hinweis einen Neonazi aus der Versammlung, so keimt nun erneut das Querfront-Geschmäckle auf. (Und, das sei noch einmal ausdrücklich gesagt: Hier werden nicht die ganze Kundgebung und alle Teilnehmenden zu Neonazis, Neurechten und/oder Verschwörungstheoretikern erklärt.)

»Denn sie wissen nicht, was sie tun«

Jebsen wurde immer wieder auf der Facebook-Seite der Leipziger Montagsdemo verlinkt, distanzieren wollte man sich nicht einmal von mancher seiner Aussagen. In einer Web-Sendung namens »Zionistischer Rassismus« etwa hatte Jebsen im April 2012 erklärt, Israel strebe die »Endlösung für Palästina« an. Mit NS-Vergleichen ist differenzierte Kritik nicht zu haben – das wird aber Jebsens Sache auch nicht sein, bedenkt man, dass er als Journalist mit Sprache umzugehen wissen sollte. Nun ist er also explizit eingeladener oder erwünschter Redner in Leipzig. Rechts wie links, ja: Alle seien doch für Frieden, so führt Jebsen aus, man sei sich nur über den richtigen Weg nicht einig. So kann man Weltpolitik und -geschichte auch zusammenfassen. Reichlich selbstverliebt und von seinen verbliebenen Zuhörern noch heftiger bejubelt, plaudert Jebsen vor sich hin, stellt sich oder die ganze Kundgebung in eine Traditionslinie mit Mahatma Gandhi, Rosa Parks und Martin Luther King. Er habe die Krisenherde der Welt besucht, seine Kritiker nicht. Immer wieder auftönenden Sprechchören der Antifa – manch Demoteilnehmer nennt sie »Faschisten«, sei doch die Kundgebung selbst antifaschistischer Natur – hält er entgegen, nicht zu wissen, was sie tun. »Halts Maul!«, »Gegen jeden Antisemitismus: Nieder mit Deutschland und für den Kommunismus!« und »Wir sind hier aus purer Feindschaft – gegen eure Volksgemeinschaft!« sind gewiss auch gar nicht als Gesprächsangebote gemeint. Von der als Provokation geschwenkten Israel- und USA-Flagge fühlt sich Jebsen offensichtlich tatsächlich provoziert und auch das MDR-Logo am Cityhochhaus bekommt sein Fett weg. Dann führt er noch ein Scheinargument gegen den Vorwurf des Antisemitismus an: Ein solcher richte sich ja gegen die ganze semitische Sprachfamilie. Dabei übergeht er einfach, dass der Begriff seit Jahrzehnten – auch via wissenschaftlicher Beschäftigung – synonym steht für Judenfeindschaft.

Schillernde Faschismusbegriffe und der »Infokampf«

Differenzierungen scheinen auch anderen Teilnehmenden lästig. Insbesondere der Faschismus dient von den Faschisten in der Ukraine bis hin zum »EU-Faschismus« (auf einem Transparent) oft schillernd als Referenz. Ein Sprecher bittet darum, auf der nächsten Kundgebung einen »Staatsrechtler« zu befragen, was Faschismus denn exakt meine – als ob es keine Bibliotheken etc. gibt. Zudem konterkariert dieser Vorschlag die häufig geäußerte Aufforderung zu mehr Selbstbildung. Einige Redebeiträge thematisieren direkt den Ukraine-Konflikt, insbesondere die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Odessa. An der berechtigten, aber totalisierenden Kritik an den deutschen Medien kommt man wieder nicht vorbei. Ein Sprecher immerhin gibt zu, seine Ausführungen zu den »tatsächlichen« Ereignissen in der Ukraine großteils auch nur vom Hörensagen von dort lebenden Freunden und Verwandten zu haben. Viele Meinungsbeiträge hingegen gerieren sich als wahre Einsichten, von denen die »TV-Verblödung« und gesteuerte Massenmedien nicht berichten würden. Die »Tagesschau« vergleicht einer mit der »Aktuellen Kamera«. Erfolgreich Bingo spielen kann man auf der Veranstaltung unter anderem mit den Worten »Wahrheit« und »Menschen«, »Geld« und »Zins«, »Volk« und »System«. Mehrfach fällt die Vokabel »Informationskampf«, den es zu kämpfen gilt; die sprachliche Nähe zur verschwörungstheoretischen »Infokrieger« oder Truther-Szene ist sicher kein Zufall. Reichlich musikalische Einlagen steuern der aus Österreich angereiste, selbst erklärte Truth-Rapper Kilez More mit Partnerin und der Leipziger Folk-Musiker Neo Kaliske bei. Zwischendurch fasst man sich mal an den Händen und startet ein Adressen-Wichteln, damit sich die Teilnehmenden auch außerhalb von Demo und Facebook mal kennenlernen können.

Krude geht es am offenen Mikro zu. Die »Grauen Herren« aus dem Roman »Momo« werden als Zeitdiebe heranzitiert, die dem Individuum keine Chance lassen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Die USA werden kritisiert, weil sie nach 1945 auch mit Altnazis paktierten – ohne die Befreiung durch unter anderem die US-Armee überhaupt zu erwähnen. Mit »Die Kirche ist schlimmer als das Judentum« redet sich jemand vom Antisemitismus-Etikett frei, wirft noch die Worte »Holokratie« und »Schuhmannfrequenz« in den Raum, um dann zu betonen: »Mit Politik will ich gar nichts zu tun haben!« Warum er dann auf einer politischen Veranstaltung spricht, erklärt er nicht. Damit trifft er den Gesamtcharakter der dreistündigen Veranstaltung allerdings ganz gut. Wie schon auf den Mahnwachen der vergangenen Wochen fehlt jede Idee von Politik und dem Politischen. Erneut wird eine naive wie leere Idee von Frieden beschworen, ohne präzise zu werden. Zentralafrika oder Syrien spielen zum Beispiel gar keine Rolle, vielleicht werden die Menschen dort stillschweigend mitgedacht. »Kommt zu den Montagsdemos!«, lautet also auch weiterhin der konkreteste praktische Vorschlag auf der Leipziger Kundgebung. Das ist, bei aller nachvollziehbaren Empörung, nicht viel.

Bericht von der vierten Montagsdemonstration: http://kreuzer-leipzig.de/2014/04/22/ein-bisschen-frieden

UPDATE: Zuerst hieß es im Text, Jebsen sei eingeladener UND erwünschter Redner. Dieser kleine Fehler hat sich beim Redigieren durch die Redaktion eingeschlichen. Der Autor hatte aber "ODER erwünscht" gemeint, da er nicht weiß, ob Jebsen expilzit eingeladen wurde.

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Dein Kommentar

8 Kommentare

  1. Kommentator | 19. Mai 2014 | um 03:47 Uhr

    „geölte Rhetorik“, „Betroffenheitsplauderei“, „inhaltlich nicht weiter“, „naive wie leere Idee von Frieden“ -> sehr objektiv.

    Nach Aufnahmen vom City-Hochhaus waren deutlich über 500-600 Teilnehmer anwesend.

    Was „inhaltich nicht weiter“ schon wieder bedeuten soll!? Am 12. Mai wurden neue Inhalte thematisiert, welche in den letzten 6 Wochen zuvor noch nicht beleuchtet wurden!

    Zentralafrika und Syrien, welche derzeit auch in der Medienlandschaft kaum noch eine Rolle spielen, werden früher oder später auch noch erwähnt!

    Und konkrete Forderungen wurden Wochen zuvor, wie auch in der Leipziger Erklärung deutlich benannt! Man muss sie nicht immer Woche für Woche wiederholen!

  2. Frank | 18. Mai 2014 | um 00:42 Uhr

    Oh mein Gott, merken die Leute nicht, dass da ein offenbar Wahnsinniger am Mikrofon ist? Merken sie nicht, dass er nur über sich selbst redet? Und dass dieser Mensch total hasserfüllt ist – total aggressiv die ganze Zeit über? Ist doch vollkommen offensichtlich…

  3. hardy | 17. Mai 2014 | um 17:59 Uhr

    Bei über 50 000 Postings in diesem Tread ist mir schon klar, dass die endlose Parade menschlicher Trümmerhaufen, welche bei der „Volksaktie“ in nie dagewesener Weise über den Tisch gezogen wurde, nie abreißt.

    Daher wende ich mich hier nur an diejenigen, welche die Schnauze voll von den Verlusten haben und schildere die Hintergründe nochmals, da sie immer wieder in Vergessenheit geraten:

    Ein Schelm, wer da an langfristige Pläne denkt.

    Hier der Link

    http://meinews.niuz.biz/die-t200367.html

    und hier der Inhalt,falls der Link auf wundersame weise net mehr zu erreichen ist:

    „Der Mossad und die Telekom

    1995 verpflichtete die BRD den Israeli Aaron Sommer (alias Aaron
    Lebowitsch) als Chef der Telekom AG. Im Rückblick könnte man sagen, er
    fungierte als Exekutor und Verteiler des Telekomvermögens. Die
    Abteilung Kommunikation der Telekom stützte sich bis zu Aarons
    Einsteig im Konzern auf ein Finanzpolster von etwa 500 Milliarden
    Mark.

    Als Aaron Sommer das Unternehmen im Jahr 2002 verließ, hinterließ er
    einen ausgewiesenen Schuldenberg von nahezu 70 Milliarden Euro. Aber
    zu diesem Zeitpunkt hatte der Konzern bereits Hunderte von Milliarden
    Euro für die Ausgabe von T-Aktien eingenommen, die ebenfalls
    verschwunden bzw. bei der offiziell genannten Schuldenhöhe von 70
    Milliarden Euro verrechnet sind. In den Medien wurde die Umleitung der
    Milliarden aus dem T-Aktienverkauf regelmäßig als “Geldvernichtung”
    dargestellt: “An der Börse sind etliche Milliarden deshalb bereits
    vernichtet.” (wirtschaftsblatt, 19.03.2008 ) Doch die Milliarden
    wurden schließlich nicht verbrannt, vielmehr sind sie in andere
    Taschen umgeleitet worden. Auch hat die Telekom ihre besten Immobilien
    verkaufen müssen, um die Schuldenhöhe auf 70 Milliarden Euro zu
    drücken. Tatsache ist somit, daß viele Milliarden aus den Einnahmen
    des T-Aktien-Verkaufs ebenfalls an die Lobby geflossen sind, unter dem
    Deckmantel der Firmeneinkäufe (z.B. VoiceStream) und der sogenannten
    Beteiligungen israelischer Fimen am Kabelnetz der Telekom.

    Man kann also davon ausgehen, dass Aaron Sommer nicht nur eine halbe
    Billion Mark Postguthaben umleitete, sondern zusätzlich noch einmal
    500 Milliarden Euro aus Verkäufen der T-Aktien sowie Telekom-
    Immobilien in andere Taschen lenkte. Der Deutsche “Aktien-Depp” hat
    also sein hart erarbeitetes Geld, das er in T-Aktien für seine
    Altersversorgung investierte Aaron Sommer gegeben, der es in großem
    Umfang in den unersättlichen Rachen der Lobby warf. Das hinderte die
    Bundesregierung nicht daran, den Israeli für sein Zerstörungswerk mit
    einem Abschieds-Bonus von 65 Millionen Euro zu belohnen. Am Ende sind
    das alles Tributleistungen der Deutschen an die israelische Lobbby,
    immer nur unter anderem Etikett.

    Alleine für das israelische Pleiteunternehmen VoiceStream in den USA
    übergab Aaron Sommer etwa 65 Milliarden Euro. VoiceStream erfordert
    aber seither jährlich weitere Milliardenzuschüsse und gilt in
    Fachkreisen als Geldvernichtungsinstrument. Damit nicht genug.
    Israelischen Firmen, also Mossad-Netzwerken, wurden strategische Teile
    der Telekom übereignet, wozu auch Teile des Glasfasernetzes gehören
    dürften. “Die Deutsche Telekom hat für Verkaufspläne im Kabel-TV-
    Geschäft neue Mitspieler gefunden. So soll in Berlin eine israelische
    Software- und Kabelfirma einsteigen.” (Spiegel, 27/2000, S. 107).

    Daß diese Informationen an die Öffentlichkeit kamen, machte die
    Israelis rasend. “Milliardeninvestitionen für das neue Glasfasernetz
    kommen frühzeitig an die Öffentlichkeit.” (Welt, 30.5.2008, S. 16) Die
    große Telekom-Bespitzelungs-Aktion von Angestellten und Journalisten
    usw. begann unter diesem Vorwand: “Vorstandschef zu dieser Zeit war
    Ron Sommer.” (Welt, 30.5.2008, S. 16) Interessant ist, dass sogenannte
    ehemalige Geheimdienstler die Bespitzelung übernommen hatten: “Nach
    weiteren Angaben des Blattes suchte als Subunternehmen für den
    ehemaligen Staatskonzern die von Ex-Geheimdienstlern gegründete
    Berliner Wirtschaftsdetektei Desa nach einem Leck bei der
    Telekom.” (heute.de, 29.05.2008) Selbstverständlich operiert die Desa
    mit deutscher Fassade und nicht als Mossad-Außenstelle.
    Dabei ging es nicht nur um das Abhören von Journalisten, sondern auch
    um die Generalbespitzelung der Deutschen durch den israelischen
    Geheimdienst. Dank Aaron Sommer kontrolliert der israelische
    Geheimdienst also ganz offen alles, was über die
    Telekommunikationssysteme läuft. In Israel und Übersee wollte man
    offenbar im Bilde sein, was die Russland-Politik Schröders nach sich
    ziehen könnte.

    Wenn heute der Skandal um die “Telekom-Spitzeleien” in den Lobby-
    Medien hochgespielt wird, dann handelt es sich in Wirklichkeit um die
    Vertuschung eines “Betriebsunfalls”, um die Rache an unbotmäßigen
    Telekom-Direktoren und um die Zerschlagung des Konzerns für die Lobby.
    Bei diesem schmutzigen Spiel können die Akteure wild um sich schlagen,
    deutsche Köpfe rollen lassen, wohl wissend, dass niemand in der BRD es
    wagen würde, die Sache als ein mögliches Mossad-Komplott zu
    brandmarken.
    Vorstandschef Obermann wurde gezwungen, mit einer Strafanzeige an die
    Öffentlichkeit zu gehen, als “die für die ….yse der Datensätze
    beauftragte Berliner Firma in einem Fax an den Telekom-Chefjustiziar
    Manfred Balz weitere Geldzahlungen fordert.” (Welt, 30.5.2008, S. 16)
    Wer schickt schon ein Fax in einer so brisanten Sache? Es war also
    Plan. Eine Strafanzeige Obermanns wurde durch das offene Fax zwingend,
    und so wurde der Fall von den Lobby-Medien richtig hochgeschaukelt.

    Unter dem Vorwand des Telekom-Bespitzelungs-Skandals dürften also
    Rechnungen beglichen und die Zerschlagung des Konzerns betrieben
    werden. Im Namen der “Moral”, versteht sich. Immerhin war im Telekom-
    Aufsichtsrat Klaus Zumwinkel vertreten, der geschasste Post-Chef.
    Klaus Zumwinkel genießt keine großen Sympathien mehr bei der Lobby,
    seit er sich geweigert hatte, die Gelder der Postbankkunden den
    Heuschrecken für ihre Schundhypotheken (Subprimes) in die Tasche zu
    schieben. Da die Postbank überlief vor Geld, sollte letztendlich die
    gesamte Bank an die Lobby abgegeben werden, was Zumwinkel verweigerte:
    “Auch um sein Lebenswerk nicht zu gefährden, hatte sich Zumwinkel
    immer wieder gegen solche Schritte gesperrt. Seinem Nachfolger jedoch
    dürfte das kaum noch gelingen.” (Spiegel, 8/2008, S. 28)

    Auch Telekom-Chef René Obermann wurde schon kurz nach seiner
    Amtsübernahme gedrängt, weitere Dutzende von Milliarden Euro an die
    Lobby in den USA zu transferieren, kaschiert als sogenannte
    Firmenübernahmen. Obermann weigerte sich beharrlich. Er wollte nicht
    als Telekomvernichter, auch nicht mit Millionenabfindungen, in die BRD-
    Geschichte eingehen. Doch der Druck auf ihn wurde erhöht. Am Ende
    verlangte sogar die BRD-Regierung ganz offen den Milliarden-Transfer
    an die Lobby in den USA: “Angeblich fordert der Bund eine größere
    Übernahme.” (tagesthemen, 15.5.2008) Aber selbst dem Druck der
    Bundesregierung, die Lobby zu stopfen, wollte Obermann nicht
    nachgeben: “Obermann will sich aber nicht zu Übernahmen drängen
    lassen. ‘Wir betreiben die Internationalisierung nicht zum
    Selbstzweck. Wir betreiben sie auch nicht unter Druck und wir lassen
    uns auch nicht unter Druck setzen’.” (tagesthemen, 15.5.2008)
    Es dürfte also nicht wundern, wenn im Zuge des “Skandals” die Telekom
    der “Moral wegen” zerschlagen und in die Hände der Lobby übergehen
    wird. “DGB-Chef Michael Sommer sagt knapp: ‘Es sieht ganz
    offensichtlich schlecht aus um die Moral der deutschen
    Wirtschaft’.” (Welt, 30.5.2008, S. 16) Roß und Reiter darf in der BRD
    in diesem Zusammenhang niemand nennen.“

    Falls Du noch mehr wissen willst, gib mal in ner nicht zensierten Suchmaschine die Vokabeln

    „Lebowitsch Telekom Mossad“ (ohne Anführungszeichen) ein.

    Dämmerts?

    also,wenn ich das so lese und das läßt sich dann auch noch verifizieren,dann werd ich

    ganz direkt zum anti …fa

  4. Rainer Zufall | 14. Mai 2014 | um 09:22 Uhr

    Danke für diesen Artikel. Auch ich war am Montag auf dieser Wahnmache um mir ein Bild zu machen und muss sagen, viel konkretes ist nicht bei rumgekommen, nur dass angeblich friedliche Menschen beim Anblick der israelischen Fahne Gift und Geifer gespuckt haben.

  5. friedensstimme | 13. Mai 2014 | um 14:20 Uhr

    Ich war am 12.05. erstmals auf der leipziger montagsdemo um mir selbst ein bild zu machen. und das sollte jeder einmal tun…
    zuallererst ist es ein treffen, eine mahnwache für den frieden… von engagierten bürgern … die sich für den frieden einsetzen und aufrufen dem zu folgen… jaa das geht dann inhaltlich gegen kriegstreiber in aller welt, beschäftigt sich mit den faschisten in der ukrainischen übergangsregierung etc…

    es gibt redebeiträge von menschen die sich vorher angemeldet haben und speakers corner mäßig 2 minuten lange redemglichkeiten, spontane wohlgemerkt… da sind schülerinnen dabei, rentner.. die unter die haut gehend ihre manchmal naive sicht für den frieden ihren fridenswunsch formulieren… und da gibt es aufgebrachte redner, die nach dem sie von der antifa als faschisten bezeichnet wurden, auch mal mit diversem übers ziel hinuas schiessen…

    für mich war es eine wunderbar wichtige veranstaltung .. ich kann und will nicht alles unterschreiben was von jedem redner gesagt wurde… von denen die vor dem riesigen transparent „nie wieder faschismus standen“ (aber ich kann ein Vielfaches mehr unterschreiben, als das was unsere gewählte Regierung in unserem Namen entscheidet) … aber ich finde diese mahnwache wichtig und würde mir wünschen dass sich jeder selbst ein bild macht, auf den augustusplatz kommt und schaut, was in der stadt der friedlichen revolution von 1989 für den frieden abseits von strategischer parteienpolitik getan wird…

    respekt an herrn ken jebsen…
    eine streitbare Person, über die man nicht nur lesen sollte, sondern dessen Blog man ja auch einmal selbst besuchen kann oder Interviews anhören kann und sich dann eine Meinung bilden kann…

    zur antifa… ich bin froh dass sie da war… auf der demo und nicht 100 meter entfernt und ich freue mich auf die nächsten male wenn sie merken, dass sie sich vor einen falschen karren gespannt haben lassen… dass man sich nicht über friedenslieder singende hippies lustig machen muss, dass man nicht voller hassgesänge redner niederschreien muss, ohne zumindest zu hören was diese gesagt haben…

    liebe leipziger… kommt EINMAL zumindest auf den Augustplatz und entscheidet was ihr davon haltet, was dort geschieht… und lasst euch nicht sagen, was ihr davon halten sollt….

    Es geht um den Frieden…
    Ras Gabriel ein deutscher Reggaesänger sang einmal vor ein paar Jahren…. „… und der Frieden fängt in Leipzig an“

    Es ist unser aller Möglichkeit, dabei zu sein… Vor über 25 Jahren haben schoneinmal Menschen an dieses Unglaubliche gedacht…

    Das mag etwas naiv klingen… aber wer würde den erwähnten kleinen inder, der mit seinen gedanken die welt veränderte, aus heutiger sicht nicht auch naiv bezeichen… und auch das naive Buch „Momo“ ist sicherlich nicht das Schlechteste Buch was man lesen könnte…

    Bis nächsten Montag 18 Uhr auf dem Augustusplatz