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Ganz, ganz finster

Die Kolumne aus dem Heft: Der Bitprofessor

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Der Bitprofessor muss nicht schlafen, preist die Wohltaten der finsteren Nacht und weiß, wer Obama bewacht.

Es gibt eine richtig gute Sache am Herbst und am Winter: das Hellwerden am Morgen. Also, dass es so spät kommt, das Hellwerden. Ja, am Morgen, verdammt. Was meinen Sie, wann ein Chefredakteur, vielfacher Familienvater, Mailboxinhaber – und auch auf alle (die meisten! (die wichtigsten! (einige zumindest!))) Mails antworten wollender –, Mitdreißiger, führungskräftiger Highpotential, Person des öffentlichen Lebens und Träger des kreuzer-Verdienstkreuzes (selbst verliehen!) wohl Computerspiele spielt? Genau: nachts, nach 2 Uhr. Dann, wenn alle anderen schlafen. Das ist übrigens das Zweitschönste an der Nacht, nach der Finsternis: dass alle anderen schlafen, endlich sind sie still. Ein Bitprofessor braucht keinen Schlaf. Die Nacht bietet einem auch Zugang zu tieferen Wahrheiten, zum Beispiel, indem man die Facebookseite »Informationen, die uns Massenmedien vorenthalten!!!« liked oder aus Versehen darüber bei Vice liest (Obama wird von Eidechsen-Beamten bewacht? Echt jetzt?).

Aber zurück zum Thema: Eine lange Nacht ist das Glück des Computerspielers, denn nur wenn es dunkel ist, macht das richtig Spaß. Klare Sache, darüber muss man eigentlich nichts weiter sagen. Wichtig ist auch das Radioprogramm, das hat zwar wenig mit den Jahreszeiten zu tun, aber nachts ist das Programm im Deutschlandfunk deutlich besser als tagsüber. Was es da alles zu hören gibt.

Mir ist übrigens eins aufgefallen: Leute, die abends früh schlafen gehen, haben oft einen ganz schlechten Musikgeschmack. Wirklich wahr, überprüfen Sie das mal in Ihrem Bekanntenkreis. So, im Winter wirds später hell, darum kann man länger Computerspielen. Das ist toll. Man muss es nur schaffen, bis dahin nicht einzuschlafen. Ende der Geschichte.

Schnarch! Ihr

ANDREAS RAABE

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