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Erste Runde

Augenzeugen berichten von einer Attacke rechter Kampfsportfans. Die Polizei glaubt ihnen nicht

Just sports?: Screenshot der »Imperium Fighting Championship«-Website Größeres Bild

Am Freitagabend sollen rechte Kampfsportfans den Club Institut fuer Zukunft am Kohlrabizirkus angegriffen haben, berichten Augenzeugen. Die Polizei jedoch glaubt eher an Aktivitäten linker Gruppen.

Bereits einen Abend vor der am Sonnabend im Kohlrabizirkus stattfinden »Imperium Fighting Championship« haben sich etwa zwanzig bis dreißig Kampfwillige offenbar schonmal warm gemacht. Laut einer Pressemitteilung des im selben Gebäude beherbergten Clubprojekts Institut fuer Zukunft (IfZ) sollen diese versucht haben, sich gewaltsam Zutritt zu diesem zu verschaffen. Augenzeugen berichten, wie ein Teil der Gruppe mit Eisenstangen und Zangen bewaffnet zunächst auf die vor dem Eingang aufgestellten Zäune losging, während ein anderer Teil sich im Inneren an einer verschlossenen Tür zu Gange machte und versuchte, diese aufzubrechen.

Doch weit kamen die Angriffslustigen nicht. Die Zäune hielten dicht, die Tür blieb verrammelt. Zu Schaden kam niemand. Binnen weniger Minuten fanden sich mehrere Streifenwagen auf dem Gelände ein, die Angreifer gingen zurück in die Halle, die Polizei richtete ein Kontrollgebiet rund um den Kohlrabizirkus ein. Alles halb so schlimm also?

Wohl kaum, wenn man bedenkt, in welchem Kontext sich die nächtlichen Ereignisse abspielen. Denn um das Free-Fight-Event gibt es schon lange Kontroversen (siehe http://kreuzer-leipzig.de/2016/08/03/das-imperium-schlaegt-zurueck/). Veranstalter und Teilnehmer rund um den Boxer Benjamin Brinsa und sein »Imperium Fight Team« werden immer wieder der rechten Szene zugeordnet. Die kürzlich gegründete Gegenkampagne »Rechte Netzwerke zerschlagen« benennt »Zusammenhänge zwischen Neonazi-Organisationen, rassistischen Bewegungen, Rotlicht-Milieu, Security-Firmen, der Rockerszene, der Hooligan-Szene, der Kampfsportszene und anderen Milieus«. Es gebe »offensichtliche Verstrickungen« zwischen dem Kampfevent und dem gewalttätigem Neonazi-Spektrum, sagt Pressesprecherin Laura Ende.

Die Polizei Leipzig hat hingegen Zweifel an den Beobachtungen der Augenzeugen. So seien vor allem Sicherheitskräfte am Freitagabend vor Ort gewesen. Die Personen, die sich am Bauzaun zu schaffen machten seien »nach optischer Wahrnehmung eher dem linken Spektrum zuzuordnen«, sagt Polizei-Pressesprecher Andreas Loepki. Ferner liege »die Vermutung mehr als nah, dass das Agieren im Umfeld des Kohlrabizirkus allein auf Aktivitäten der linksextremen Szene beruhte.«

Warum man sich im IfZ einen solchen Angriff ausdenken sollte, bleibt offen. Den Notruf, der bei der Polizei einging, haben die Personen aus dem Institut fuer Zukunft selbst abgesetzt. Hinzu kommt, dass bereits den ganzen Tag über der Eingang des Institut fuer Zukunft von Anhängern der Imperium Fighting Championship beobachtet wurde, wie Augenzeugen berichten. Auch der von der Gegenkampagne als zur »rechten Hooligan Szene zugehörig« bezeichnete Benjamin Brinsa soll vor Ort gewesen sein.

Neila Schmidt, Pressesprecherin des Institut fuer Zukunft, spricht daher von einem »gezielten Angriff« auf den sich als progressiv verstehenden Club. Und so unerwartet dieser am Freitagabend auch kam, so gewiss ist für die Betreiber die Bedrohung. »Dass gewaltbereite Kämpfer hier unweit vom Leipziger Zentrum ein solches Großevent durchführen können, schafft nicht nur für unseren Club, sondern auch darüber hinaus, ein enormes Gefahrenpotential«, sagt Schmidt.

Damit bleibt das Gebiet rund um Kohlrabizirkus an diesem Wochenende ein heikles Pflaster. Denn nicht nur die mutmaßlichen Neonazis und ihre Gladiatorenkämpfer treffen sich hier am Sonnabend, sondern auch die Gegenkampagne mobilisiert mit einer antifaschistischen Demonstration an den Austragungsort. Die Veranstalter der »Imperium Fighting Championship« wähnen sich sicher. Ein »gutes« und »konstruktives« Kooperationsgespräch mit der Stadt habe ergeben, dass es »keine Beeinträchtigung in jeglicher Hinsicht durch die unbegründete Demo« geben werde. Mit einem »massiven Sicherheitsaufgebot aus dem ganzen Bundesgebiet« bereite man sich auf alle Eventualitäten vor.

Auch wenn laut Szenebeobachtern dem Imperium-Umfeld also ein solcher Angriff durchaus zuzutrauen wäre, die Aussagen der Augenzeugen stehen gegen die der erst im Nachhinein eingetroffenen Polizei, die sich auf die anwesenden Sicherheitskräfte des Free-Fight-Events vor Ort beruft. Am Abend sollte jedoch klar werden, ob der Kampf der Gladiatoren tatsächlich nur im Ring stattfinden wird, oder der Freitag nur als Aufwärmübung für weitere Angriffe gedient hat. Bereits am Sonnabendnachmittag berichten Augenzeugen von neuen Aktivitäten der Freefight-Fans an den Zäunen, die das Gelände des Clubs IfZ abschirmen. Polizei sei nicht vor Ort.

Links zur Kampagne: https://netzwerke.noblogs.org / http://www.facebook.com/unwrittenfutureleipzig

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18 Kommentare

  1. Polizei Leipzig | 27. August 2016 | um 19:12 Uhr

    Ihr Artikel lässt leider allgemein bekannte Fakten und erteilte Auskünfte außer Acht, welche die Sicht der Polizeidirektion Leipzig untermauern:

    1) Es ist erklärtes Ziel der linksextremistischen Szene (gewesen), die Kampfsportveranstaltung zu verhindern.
    2) Vergleichbares Agieren wird durch Linksextremisten in Leipzig beinahe wöchentlich ausgelebt, weshalb auch hier ein vorabendlicher Sabotageversuch sehr wahrscheinlich ist.
    3) Die umgehend eingeleitete Umfeldbestreifung führte zu mehreren Personalienerhebungen. Die Personen waren ausschließlich dem linken Spektrum zuzuordnen und führten u. a. Vermummungs- sowie Schlagschutzutensilien bei sich.
    4) Die Meldung des IfZ benannte ich als tendenziös.
    5) Die angeblich Eingedrungen waren schlicht private Sicherheitskräfte, welche der Kampfsportveranstalter engagiert hatte.
    6) Es bleibt ein Stück weit die Logik auf der Strecke, bei all diesen Umständen Täter aus dem rechten Milieu zu vermuten. Welchen Sinn und Nutzen sollte deren Handeln haben? Und trotz Anwesenheit von Polizei und „zu Hilfe eilender Linker“ lösten sie sich dann in Luft auf?

    Das IfZ mag Fachkenntnisse haben, um Musikevents zu organisieren. Hinsichtlich Pressemitteilungen zu Kriminalitätsgeschehen sind dort aber schlicht Laien am Werk. Und worin das Interesse an einer gewissen Tatsachenverzerrung bestehen könnte, dürfte auch auf der Hand liegen. Schade dass Sie die Wertigkeit der Quelle mit uns auf eine Stufe stellen.

    MfG
    Andreas Loepki
    Polizeisprecher

  2. Marcel Nowicki | 27. August 2016 | um 20:30 Uhr

    Sagt Andreas „Das war nur Fußballklientel am 11.1.“ Loepki.

    Dass eine Sicherheitsfirma, deren Name zuletzt im Zusammenhang des NSU Komplexes aufgetaucht ist, hier als Hauptquelle für ihre Aussagen herhält, hat eine ganz besondere Note.

    Gruß,

  3. Till Ermisch | 27. August 2016 | um 20:45 Uhr

    „5) Die angeblich Eingedrungen waren schlicht private Sicherheitskräfte, welche der Kampfsportveranstalter engagiert hatte.“

    Lieber Pressesprecher,

    und diese Kampfsportveranstalter, die haben mit Nazis freilich nichts am Hut? Die Abkehr wichtiger Sponsoren von diesem Veranstalter, weil der Verdacht bereits schon lange kein bloßer Verdacht mehr ist, ist ihnen unbekannt?

    Grüße,
    Till Ermisch.

  4. kati | 27. August 2016 | um 21:53 Uhr

    6. Logik: „lösten sie sich dann in Luft auf?“

    Nein. Wahrscheinlich haben sie dort weiter „für Sicherheit gesorgt“ (zumindest für ihre eigene) oder direkt nebenan ihre Veranstaltung weiter vorbereitet und aufgebaut.

  5. markus franke | 27. August 2016 | um 22:07 Uhr

    ich frage mich warum herr loepki das unbedingte bedürfnis verspührt nazis und gewaltaffine hools verteidigen zu müssen. normalerweise wäre die proffessionelle aussage gewesen…wir ermitteln in alle richtungen…nur loepki legt sich fest und das auch noch in kommentarspalten…peinlich, unproffessionel und scheinbar zu wenig überstunden der herr beamte…

  6. rf | 27. August 2016 | um 22:33 Uhr

    Herr Loepki,
    tun Sie mir einen Gefallen und reden nie wieder von Logik? Das ist nicht Ihr Gebiet. Sie arbeiten mit Unterstellungen und schieben Straftaten, für die Sie keine Täter ermittelt haben, einer „Szene“ zu, von der Sie nichts verstehen. Sie ignorieren die einzigen belastbaren Daten, die Sie haben: Zeugenaussagen. Am 11. Januar stellten Sie sich in völliger Unkenntnis vor die Kamera und faselten etwas von Fußballgewalt. Sie waren (und sind) noch nicht einmal in der Lage zu verstehen, dass Menschen Fußballfans und Nazis sein können. Und nun kommen gerade Sie mit Logik um die Ecke und erklären Leuten, wie Pressemitteilungen geschrieben werden? Eine nur grobe Auswertung Ihrer Texte, denen Sie diesen Namen geben, würde ein verehrendes Bild abliefern.

    Unlogische Grüße

  7. Mel | 27. August 2016 | um 23:00 Uhr

    Sehr geehrter Herr Loepki,
    haben wirklich Sie das geschrieben? Ihr Kommentar macht sprachlos. Vielleicht lässt der Artikel die von Ihnen als „allgemein bekannten Fakten und erteilte Auskünfte“ außer Acht, weil:

    1) Es sehr viele Menschen gibt, die es absolut nicht in Ordnung finden, dass eine solche Veranstaltung in Leipzig, an diesem Ort überhaupt stattfinden darf, obwohl es so offensichtlich ist (da wären wir wieder bei den „allgemein bekannten Fakten“), welch menschenverachtendem, gewaltbereitem Klientel die Organisatoren und Zielgruppe entstammen. Nur weil jemand es falsch findet, dass die Stadt und die Vermieter diese Veranstaltung erlaubt haben, und dies gern gewaltfrei verhindern möchte, ist er*sie noch kein „Linksextremist“. (Oder was ist Ihre Definition von „Linksextremismus“?)

    2) Nur weil es Menschen gibt, die ihrer linken politischen Meinung mit Gewalt Ausdruck verleihen, vermuten Sie einen „Sabotageversuch“ aus dem gleichen Milleu? Dürfen Sie solche Vermutungen aussprechen? Es gibt doch genauso vergleichbares Agieren durch Rechtsextremisten in Leipzig beinahe wöchentlich? Legt dies nicht nahe, dass vielmehr Ihre Unterstellung bezüglich des gestrigen Abends „tendenziös“ ist?

    3a) Woran genau machen Sie fest, ob eine Person bei Personalienerhebungen dem linken oder rechten Spektrum zuzuordnen ist? Wie genau können Sie beweisen, dass Ihre Einsatzkräfte neutral und nicht „auf dem rechten Auge blind“ oder „rassistisch“ kontrollieren? (Angesichts der weltweiten Geschichte von Polizeigewalt gegen vornehmlich „linke“ und „nicht-weiße“ Menschen sollte diese Frage gestattet sein.)

    3b) Sollte es doch legitimes Recht sein, wenn Fans und Freunde eines Musikclubs und Kulturvereins eben jenem zu Hilfe eilen wollen, wenn dieser meldet, angegriffen worden zu sein.

    4) Die Pressemitteilung des IFZs erfüllt weitaus besser die gängigen Standards von professioneller Öffentlichkeitsarbeit als Ihr Kommentar zu diesem Artikel. Die PM des IFZ berichtet in klaren Worten als subjektiv markierte Beobachtungen. Ihr Kommentar ist strotzt dagegen vor Unterstellungen (1.), unbewiesenen Schuldzuweisungen (2.), Blindheit (5.) und absolutem Quatsch (6.)

    5) Siehe die schon hier geätigte Anmerkung, dass diese privaten Sicherheitskräfte natürlich genauso dem „rechten Millieu“ entspringen wie Veranstalter und Besucher. Dass Sie diesen Zusammenhang nicht sehen wollen, obwohl er zweifelsfrei bewiesen ist, empfinde ich persönlich als tendenziös.

    6) Welche Logik haben die Auseinandersetzungen zwischen rechts und links? Es sind politische Kämpfe zwischen Menschen, die andere diskriminieren wegen Ihres Geschlechts, Ihrer Hautfarbe, ihrer Kultur, die mit solch einer Veranstaltung ein krudes Bild von Männlichkeit und Gewalt ausleben. Und Menschen, die Gleichberechtigung und kulturelle Vielfalt für alle wollen, unabhängig von Ihrem biologischen*sozialen*kulturellen Hintergrund. Dass bei solchen politischen Auseinandersetzungen Gewalt angewendet wird, ist in beide Richtungen gleichsam „logisch“ oder auch „unlogisch“, je nach Bewertung. Sie aber verhöhnen die Opfer, indem Sie bei den gewaltbereiten Tätern nach „Sinn“ und „Nutzen“ ihrer Taten fragen, gleichzeitig den Opfern aber unterstellen, die Tat gegen sich selbst verübt zu haben, ohne nach „Sinn“ und „Nutzen“ dieser Möglichkeit zu fragen.

    MfG

  8. Ronny Schadlos | 28. August 2016 | um 00:34 Uhr

    Sehr geehrter Herr Loepki bzw. Polizei Leipzig,

    Ihr Kommentar lässt leider allgemein bekannte Fakten und erteilte Auskünfte außer Acht, welche die Sicht der Polizeidirektion ad absurdum führen:

    1) Sie müssen sich schon entscheiden. Waren die aufgegriffenen angeblichen Linken nun „zu Hilfe geeilte Linke“ oder „zum Sabotageakt eilende Linke“?

    2) Es bleibt ein Stück weit die Logik auf der Strecke, bei all diesen Umständen Täter aus dem linken Milieu zu vermuten. Welchen Sinn und Nutzen sollten die Mitarbeiter des IfZ haben, von ihren Büroräumen aus die Polizei zu rufen, wenn die „zum Sabotageakt eilende Linke“ auf dem Weg zu irgendwelchen Stromkästen des Kohlrabizirkus waren? Wie sollten sie die von ihrem Büro aus überhaupt sehen? Und viel spannender die Frage: wenn die Securitys wussten, dass „die Linken“ auf dem Weg zu den Stromkästen waren – wieso haben sie dann nicht die Polizei gerufen, sondern Mitarbeiter des IfZ? Oder haben sich „die Linken“ nur in der Tür geirrt? (Bevor Sie das ernsthaft in Betracht ziehen: das war ein ironischer Kommentar.)

    3) Waren die eingedrungenen Personen jetzt private Sicherheitskräfte oder haben sie sich in Luft aufgelöst? Haben Sie überhaupt in Betracht gezogen, dass sich die Täter nur deswegen „in Luft augelöst haben“, weil es eben die Securitys waren, die die Mitarbeit des IfZ bedroht haben.

    4) Wieso sind Sie sich so sicher, dass private Sicherheitskräfte keine Neonazis sein können? Es gibt hinreichend Beispiele. Warum halten Sie die Aussagen von Securitys für vertrauenswürdiger, als die der Mitarbeiter des IfZ? Könnte das etwas mit der politischen Einstellung zu tun haben, die Sie unterstellen, wenn Sie dem IfZ ein „Interesse an der Tatsachenverzerrung“ unterstellen? Wenn man sich öffentlich zu zivilgesellschaftlichem und legalem Protest gegen Neonazis bekennt, ist man dann automatisch nicht mehr in der Lage Tatsachen beurteilen zu können?

    5) Der Vorwurf des Interesses an einer Tatsachenverzerrung grenzt an Verleumdung, vielleicht sollten Sie, Andreas Loepki, ihre privaten politischen Ansichten etwas besser von Ihrem Beruf als Pressesprecher trennen. So viel Professionalität sollte selbst von der Polizei Leipzig erwartbar sein. Zumal Sie ja scheinbar ein solches Motiv der Tatsachenverzerrung seitens Mitarbeitern der Fight Night, die erwiesenermaßen von Neonazi-Milieu organisiert und auch besucht wird, nicht erkennen können. Womit auch Ihre Frage beantwortet wäre, welchen „Nutzen“ sie davontragen. Das IfZ hat sich schließlich gegen die Fight Night positioniert.

    6) Die Pressemitteilungen der Polizei Leipzig sind tendenziös. Wie soll man eine Behörde ernst nehmen, bei der nach wie vor Menschen wie Fernando Vergara oder Roger Beyer arbeiten? Beide verkehren nachweislich mit prominentem Neonaziklientel, das keinen Hehl aus der nazistischen Weltanschauung macht. Und wie der Fall Fernando Vergara gezeigt hat, wird da auch gerne mal der eine oder andere Gefallen getan. Was militante rechte Strukturen angeht, ist in Sachsen die Polizei der Bock zum Gärtner gemacht worden. Soviel zur „Wertigkeit“ der Polizei Leipzig als Quelle.

    MfG
    Ronny Schadlos

  9. LVZ-Geschädigter | 28. August 2016 | um 13:39 Uhr

    Es ist schon beängstigend, wenn der Pressesprecher der Polizei, scheinbar in Ausübung seines Amtes, hier anfängt aufgrund von irgendwelchen Indizien herumzufabulieren, ja sich regelrecht öffentlich über die Deutung der Geschehnisse zu streiten. Das ist so ziemlich das genaue Gegenteil davon, was ich von einem Vertreter des staatlichen Gewaltmonopols erwarte.

    Aber gut, dass Herr Loepki nur daran gewohnt ist, dass LVZ und andere Qualitätsmedien ungeprüft über Jahre seine – die Standards und Kompetenzen einer Pressemitteilung weit überschreitenden – Pressecommuniques abdruckt, und etwas nervös wird, wenn ihm die absolute Deutungshoheit über Recht und Unrecht, Täter und Opfer genommen wird, kann man vielleicht verstehen. Eine freie Presse und eine offene Gesellschaft muss man auch aushalten können.

  10. frank neubert | 28. August 2016 | um 19:57 Uhr

    Oje,oje….. einmal ist der sonst hochgelobte Herr Loepki mal nicht der Meinung der ANTIFA Oberen, da hagelt es aber Kommentare und die sind seeehr böse.
    Vielleicht kommt man wieder zusammen, wenn es gegen die Nazis geht.
    Und Nazis ist mittlerweile ein Jeder, der NICHT der Meinung des linksangehauchten Patriochartes ist.
    Man stelle sich vor, Herr Loepki müsste über Rädelsführer berichten, die das Abbrennen von kapitalstischen teuren Dingen veranlassen und diese mit Namen nennen.
    Da würde der Herr Polizeipressesprecher seinen gelobten Humor zu Hause lassen, wenn das eigene Hab und Gut in Flammen aufgeht.

    Bei der miserablen Aufklärungsquote der belachten Einsatztuppe +Selbstentzündung für Anfänger+ ist diese Variante in weiter Ferne.
    Da bleibt man doch bei der Realität: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

  11. Fritz Altbart | 28. August 2016 | um 23:14 Uhr

    Sehr geehrter Herr Neubert,

    ich persönlich denke nicht, dass sich Herr Loepki und DIE Antifa (was auch immer das sein soll) sehr nahe stehen, auch wenn das von der rechtsextremen Szene gerne herbeifabuliert wird. Die sächsische Polizei dreht eher weniger linksaffin, Beispiele für Leipzig sind ja unten aufgeführt und weitere lassen sich problemlos finden. Da Herr Mebritz mit seinem OAZ der rechten Szene ein Dorn im Auge ist und etwas heraussticht mit seinen persönlichen Äusserungen, verstehe ich natürlich ihren Groll. Wieso nun Herr Loepki linksaffin sein sollte, verstehe ich nun aber nicht, aber bezüglich Politikgeschehen bin ich halt schlicht Laie, da kenn Sie sich wohl besser aus.

    Gegen rechtsextremes Gedankengut zu sein beudeutet nicht Intoleranz gegenüber allen Andersdenkenden, da haben Sie meines Erachtens etwas falsch verstanden, es bedeutet meiner Meinung nach komplette Intoleranz gegen Intoleranz, z.B. gegen das Hetzen und die Gewaltanwendung gegenüber Minderheiten (Fremde, Flüchtlinge, LGBT..). Wenn sie solche Handlungen natürlich gut finden und als freie Meinungsäusserung verstehen, haben sie damit ein Problem.

    Was genau Patriochart ist müssten sie übrigens weiter ausführen Herr Neubert, damit kann ich nun wenig anfangen leider. Ihren letzten Satz verstehe ich auch nicht (Pack schlägt sich..). Sind Sie für Strassenkampf oder Feld-Wald Wiesen Duelle oder was wollen Sie damit sagen?

    In Ihrem Kommentar betreiben sie übrigens Derailing und ich möchte mich für die ausführliche Entgegenung auch entschuldigen. Schlussendlich geht es um die Diskussion, dass ein Pressebericht der Polizei so meilenweit entfernt ist von anderen Pressebrichten, dass mensch sich fragen muss, weshalb dem so ist. Ist ja öfter Mal so, aber so ist das schon etwas extrem. Die Argumente die von Herrn Loepki hier für die Verteidigung des Berichts aufgeführt wurden sind zudem auch etwas seltsam. Ist halt nun Mal so, dass nicht nur der Polizeibericht zitiert wird von der Presse, sondern auch andere Quellen ausgewertet werden und eine journalistische Beurteilung nach glaubwürdigkeit erfolgt (das erwarte ich zumindest von gutem Journalismus und dass die Menschen vom Kreuzer journalistische Laien sind, glaube ich nicht). Die Verbindungen des „Saalschutzes“ ins rechtsextreme Milieu ist nun Mal gut dokumentiert, wird aber von der Polizei Presseabteilung vollständig ausgeklammert. Auf weitere unschlüssige Punkte wird unten zur genüge eingegangen.

  12. frank neubert | 29. August 2016 | um 11:31 Uhr

    Meine Güte..laber, laber, laber.
    Die Polizei, samt Sprecher ist eine staatliche Autorität.Die hat das letzte Wort.
    Sport ist gesund und wichtig zum Aggressionsabbau.
    Solltet ihr bleichgesichtigen Nachtschwärmer mal probieren.

  13. Fritz Altbart | 29. August 2016 | um 12:06 Uhr

    Ach so ist das also, wir vertrauen der Autorität ohne zu hinterfragen und stählern unsere Körper. Körperkult und Autoritätsgläubigkeit, an was erinnert mich das nun bloss schon wieder…

    Viel kommt da nun also sonst nicht mehr an Argumenten, Sie versuchen ja nicht mal zu argumentieren, aber das liegt Ihnen wohl nicht so. Es ist daher für mich sinnlos weiter mit Ihnen zu diskutieren, da Sie nur weiterhin vom eigentlichen Thema des Artikels ablenken.

  14. Voalgdh | 29. August 2016 | um 13:45 Uhr

    Nun Herr Loepki
    (gehen wir erst mal davon aus das der Eintrag wirklich von Ihnen und in Ihrer offiziellen Funktion als Polizeisprecher erstellt ist)

    zu 5)
    Ist es nicht reichlich egal wer da eindringt: ob Sicherheitsleute, übermütige Bengels, Einbrecher, Rowdys, … Eindringling ist erst mal Eindringling. Im IfZ hatten die schließlich nichts zu suchen.

  15. Anna + Svenja | 29. August 2016 | um 20:09 Uhr

    Es war ein sehr schönes Event. Sport, Leidenschaft, Disziplin und Emotionen; dies gehört zu jedem Sport, auch zu MMA. Vielen Dank an den Veranstalter, wobei der VIP-Bereich diesmal eher schlecht organisiert war.

    PS: Wir sind gespannt, ob dieser Beitrag zensiert wird.