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Eva Menasse liest aus »Quasikristalle«
In dreizehn Kapiteln ihres neuen Romans »Quasikristalle« zerlegt Eva Menasse die Biografie einer Frau in ihre verschiedenen Aspekte, zeigt sie als Mutter und Tochter, als Freundin, Mieterin und Patientin, als flüchtige Bekannte und treulose Ehefrau. Menasse erzählt mit der ihr eigenen tiefsinnigen Leichtigkeit, die sich sonst in der deutschsprachigen Literatur nur selten findet. (Foto: Ekko von Schwichow)
Haus des Buches, 28.5.
Zwie Sprache
Zwei Stimmen - zwei Schreibweisen - zwei Temperamente. Das sind nicht die einzigen Unterschiede zwischen dem Leipziger Dichter-Urgestein Andreas Reimann (geboren 1949) und der 32-jährigen, aber bereits preisgekrönten Lyrikerin Nadja Küchenmeister (zuletzt »Alle Lichter«, 2010). Umso interessanter zu erfahren, was sich die beiden zu sagen haben. (Foto: Dieter Ramke/Reimann)
Haus des Buches, 22.5.
MansFeld
Die Gegend wirkt, als sei sie in den Dornröschenschlaf gefallen. Hier in einem kleinen Dorf im Mansfelder Land wachsen die Jungen Sebastian, Tom und Paul auf. Viel passiert nicht in ihrem Alltag, außer wenn sich das alljährliche Pfingstfest nähert und ein archaisches Ritual zum Leben erweckt wird. Mario Schneider, der mit diesem behutsamen Porträt seine Heimat-Trilogie beschließt, verzichtet auf jeglichen Kommentar und verlässt sich ganz auf die Kraft seiner Bilder und seine kindlichen Protagonisten.
Kinobar Prager Frühling, 14.-20.5., am 14. in Anwesenheit des Regisseurs
Live at Robert Johnson - The Lifesaver Tour 2013 Part 1
Dass DJs Leben retten können, ist seit den Achtzigern die tanzbare Botschaft auf Discofloors und diversen T-Shirts und Stoffbeuteln der letzten Jahre. Nun sind die Macher des Offenbacher Techno-Clubs Robert Johnson auf Lifesaver-Tour. Urgestein und Betreiber Ata sowohl Labelmanager Oliver Hafenbauer brachten zuletzt eine Compilation dieser Nächte heraus, nun zeigen sie live, dass sich Musik erst im Club ganz und gar entfalten kann.
Distillery, 19.5.
Shellac
Wer in den Neunzigern seine Alben zuerst auf Vinyl veröffentlichte und erst Monate später auf CD, dem darf man durchaus zusprechen, das Musikbusiness gefickt und es trotzdem verstanden zu haben. Shellac tun das noch heute mit ihrem minimalistischen Schlagzeug, den Basslinien und Steve Albinis Noise-Gitarrenspiel sowie eher sinnlosen Texten. Dass Albini auch der wohl bekannteste Produzent in Indiekreisen ist, unterstreicht all dies.
Conne Island, 27.5.
Das Rheingold
»Ich weiß, wo Wagner zickig wird«, gab Regisseurin Rosamund Gilmore zu Protokoll. Das lässt hoffen. Immerhin kommt man an Wagner nicht vorbei, da ist ein wissendes Regiehändchen schon Nibelungen-Gold wert. Die »Ring«-Eröffnung wird als universelles Stück mit Fragen gedeutet, die nicht nur Zwickmühlen teutonischer Figuren sind. Vom kolossalen Bühnenbild durften wir uns schon einmal überzeugen, die Integration einer Tanzcompagnie lässt aufhorchen - tritt sich hier etwas Großes fest? (Foto: Sandra Neuhaus)
Oper Leipzig, 4., 18.5.
Merhaba Türkiye - Hallo Türkei
Schaffen »Kopftuchmädchen« wirklich Deutschland ab? Wann wird der Halbmond zum Kreuz und kann man den Deutschen noch trauen, wenn sie kollektiv gen Sarrazin tendieren? Sarah und Bilal wollten es wissen und gruben sich in die türkisch-deutsche Recherche. Hinschauen statt Dampfplaudern ist die Leitkultur ihrer Performance, die den Finger in die Wunde Einwanderungsland legt. Und das aufrichtig, ohne sich mit »Man wird ja wohl mal sagen dürfen« in den Lehnstuhl geistiger Umnachtung zurückzuziehen. (Foto: Ricardo Endt)
Cammerspiele, 23.-26.5.
Starlet
Filmemacher Sean Baker inszeniert in diesem Kleinod des amerikanischen Independent-Kinos auf sensible Weise die Geschichte zweier starker Frauen, die sich im Schatten der »anderen« Traumfabrik durchschlagen. Durch Zufall trifft die 21-jährige Pornodarstellerin Jane auf die 85-jährige Witwe Sadie. Fernab jeglicher Klischees und mit zwei großartigen Debütantinnen vor der Kamera schildert Baker, wie aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft eine aufrichtige Freundschaft wird - und findet wunderschöne, sommerwarme Bilder dafür.
Schaubühne Lindenfels, 9.-14.5.