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ARCHIVE

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Controlling Crowds

Controlling Crowds

Eigentlich sollten Archive-Alben nur im Herbst erscheinen. Die tief greifenden, melodramatischen Klänge passen einfach besser zu tristem Wetter. Sei es drum. Das achte Album der britischen Multi-Personen-Band funktioniert auch im Frühling. Dann aber mit Kopfhörern zurückgezogen in Freiluftatmosphäre. Schwermütige Gitarrenmelodien, imposante Orchester- und Choreinlagen berauschen und entführen in die tiefsten Tiefen, in die Abgründe von Menschheit und Welt. Das Booklet verspricht eine Fantasy-Reise. Doch nicht nur textlich, sondern auch in musikalischer Hinsicht tragen Darius Keeler und Danny Griffiths dick auf und wühlen im Personalarchiv der Band. Fast jedes singende Mitglied der letzten 15 Jahre taucht in mindestens einem der 13 Songs auf. Rapper und Gründungsmitglied Rosko John rhythmisiert flächige Elektroparts mit gesprochenen Einlagen, Live-Support Maria Q haucht nun ein Solo auf Platte. Weggefährte Dave Pen und aktueller Sänger Pollard Berrier wechseln sich von Song zu Song ab. Nur einer fehlt: der begnadetste und gnadenloseste Archive-Sänger Craig Walker; das »Unplugged«-Album ist unvergessen. Man kann eben nicht alles haben. Julia Gabler


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