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Ein bisschen Frieden

Verquerfront: Die Montagsdemonstrationen stochern im Nebel und suchen den Burgfrieden gegen Krieg und Krise, Monsanto und MDR

Teilnehmende der Montagskundgebung. Foto: Tobias Prüwer Größeres Bild

Sie meinen, die Montagsdemonstrationen wiederzubeleben. Auch in Leipzig halten Menschen Friedenskundgebungen ab, die inhaltlich nicht tragfähiger als eine Kreditblase sind und die Warnungen vor einer Querfront nicht wirklich entkräften.

19.55 Uhr: »Schreibt einen Brief an jemanden, der ihn auch liest!« Gen Ende der Montagsdemonstration am 21. April ist dann doch noch Konkretes zu hören, wird eine klare Handlungsanweisung gegeben. Knapp zwei Stunden zuvor begann auf dem Augustusplatz die vierte der wöchentlichen Veranstaltungen mit geschätzten 400 Teilnehmern, deren klarste Botschaft lautete: »Kommt zu den Montagsdemos.«

Solche finden seit einigen Wochen in rund 30 BRD-Städten statt. Sie sehen sich als Wiedererweckung der 89er-Bürgerbewegung und nehmen die Ukraine-Krise zum Anlass, um Kundgebungen »gegen den Krieg« abzuhalten und multithematischer Empörung Luft zu verschaffen. Unter den Organisatoren befinden sich bundesweit auch in verschwörungstheoretischen Kreisen Aktive, Neurechte und Querfrontler – wobei sie selbst links/rechts als politische Kategorie für nicht mehr zeitgemäß halten. Mittlerweile haben sich unter anderem das globalisierungskritische Attac-Netzwerk und Friedensinitiativen von den Demos distanziert.

Hoffnung auf Frieden als kleinster gemeinsamer Nenner

Ein mindestens diffuses Bild gibt also das Projekt Montagsdemo ab, ein solches zeigten auch die letzten Mitschnitte auf der Facebook-Seite des Leipziger Orga-Teams. Als vergangene Woche das nationalistisch-verschwörungsverdrehte »Anonymous.Kollektiv« einen »Guerillakrieg« genannten Shitstorm gegen die Medien anzettelte, damit diese von den Demos berichten, wütete ein Leipziger Redner im gleichen Tenor: »Zwingt diese Schweine, uns wahrzunehmen!« Hier wird zudem mehrfach Ken Jebsen verlinkt, der mit seinen Videoclips als ein Anchorman in der verschwörungstheoretischen Szene fungiert. Dieses Bild revidiert sich auch am 21. April in Leipzig nicht, als nach dem Abspielen sicherlich GEMA-freier Eso-Musik die Empörung mit leichter Verspätung beginnt. Die Organisatoren erweitern das Motto zu »Nie wieder Krieg & Faschismus« und erklären zu Beginn, dass man keine Nazis dabei haben will. Das erweist sich angesichts der Weigerung, überhaupt politisch in solche Kategorien zu unterteilen, als Schlag ins Wasser, wie die Mischung des Publikums beweist. Darunter befinden sich eben auch NPDler – es sind Gesichter zu sehen, die am Mittwoch an der Aktion im Stadtrat dabei waren – und Mitglieder der AfD wie Landesverband-Vorstandsmitglied Hans-Thomas Tillschneider, Freiwild-Hörer und Fans von Nazi-Black-Metal-Bands. Ein Pärchen hält schwarze Luftballons in den Händen mit dem Aufdruck: »Dem Gedenken der Opfer des TERRORangriffs auf Dresden am 13./14. Februar 1945«.

Hoffnungen auf eine friedvolle Zukunft bezeichnet eine Rednerin den »kleinsten gemeinsamen Nenner« der Demonstrierenden. Oder, wie es die Facebook-Seite zum aktuellen Aufruf allen Ernstes formuliert: »We need a world of friends…nothing more! / Friends will do what needs to be done… / until with the labor of love… global peace will have been won <3«. Um Inhalte, im Sinne von (gehaltvoller) Information, geht es bei diesem bisschen Frieden nicht. Schwammig hören sich die Vorträge auch jenseits der schwierigen Akustik an. Jeder Fokus fehlt, wenn ein Beitrag zur Ukraine in Randnotizen über die »Volkskrankheit Depression« abdriftet, mal mehr Polizisten und Mitbestimmung gefordert werden oder Kapitalismuskritik anhand des »Fließenden Geld«-Konzepts des umstrittenen »Zinskritikers« Andreas Popp geübt wird. So wichtig viele der  irgendwie angesprochenen Themen auch sind, ihre stets unterkomplexe Betrachtung macht fassungslos. Hier stehen erwachsene Menschen und applaudieren, wen jemand sagt: »Frieden ist mehr als Nicht-Krieg, Lieben mehr als Nicht-Hassen.« Von Politik und dem Politischen hat hier – bei allem Verständnis für die Wut und Empörung über den Weltzustand – niemand eine Ahnung, aber man meint trotzdem, Recht zu haben. Warum engagieren sie sich nicht bei bestehenden Initiativen? Oder folgt der eigenen Forderung nach mehr Bildung zunächst selbst? Und was passiert denn, wenn die Aktion wirklich in den nächsten Wochen massiv an Zuspruch gewinnen würde? Auch dazu fehlen Erklärungen. Aber selbst reformistische, von revolutionären Momenten ganz zu schweigen, brauchen mehr als – und seien es auch viele – Menschen, die montags in der Innenstadt wiederkehrenden Reden zuhören.

Schwammigkeit und Suggestion

Vorwürfe der Unprofessionalität und der politischen Naivität müssen sich die Organisatoren und die Menschen am Mikro mindestens gefallen lassen. Nachdem in den vergangenen Wochen bloß gegen Nato, EU & Co. gewettert wurde, sie würden via Ukraine einen Dritten Weltkrieg vom Zaun brechen wollen, zeigt man sich heute mit unfreiwilliger Komik neutraler: »Russland hat auch sein Leichen im Keller.« Oder wenn Demo-Mitorganisator Felix ins Mikro polternd einen Redner ankündigt: »Es stehen Millionen Menschenleben auf dem Spiel! Hallo Thorsten!« Kulturalismus bedient jener Felix, wenn er meint, man könne Stephane Simon höchstens vorwerfen, Franzose zu sein. Die hätten nämlich noch Eier, denen läge das Revolutionäre schließlich im Blut. Der ehemalige Bundespolizist Simon hat mehrfach auf den Montagsdemos gesprochen und ist jemand, an dem sich die Kritik an der Kundgebung persönlich entzündet hat. Bei der NPD-nahen oder gar von dieser initiierten »Bürgerinitiative Gohlis sagt Nein« war/ist er Pressesprecher, er trat im vergangenen Herbst selbst bei einer NPD-Demo auf und ihm wird eine Nähe zu den revanchistischen Reichsbürgern attestiert. Dazu kein Wort von Felix, der lieber Simons »Mut« lobt, dem Oberbürgermeister die Stirn geboten zu haben. Inhaltlich will er sich offenkundig mit dem Moscheegegner weder auseinandersetzen noch solidarisieren. Das sei eben seine, Felix’ Meinung. Dann freut er sich noch, dass auch ein paar Gehörlose die Kundgebung besuchen. »Die« gehörten nämlich auch dazu, lässt er wissen – Othering als Geste der Inklusion?

»Wir sind keine Nazis, keine Antisemiten. Wir sind Menschen«, erklärte jemand auf einer früheren Demo. Wird auf solcher Grundlage argumentiert, wünscht man sich eine leicht geänderte Neuauflage des legendären Titanic-Covers wieder: »Schrecklicher Verdacht: War Hitler Mensch?« Der Vorwurf, mindestens rechtsoffen zu sein oder dem Prinzip Querfront zu folgen, wird damit abgebügelt, dass »Saboteur« ist, wer »Antisemit« sagt. Oder ein »Spalter«. Die Wortwahl ist bemerkenswert. Gespalten werden kann ja nur, was einmal zusammen war. Hier wird also das Volk, die Bevölkerung – am heutigen Tag wird das präzisiert: »Bürger oder alle Menschen ist besser gefasst« – gespalten. Man wähnt sich folglich einmal mehr, für alle zu sprechen, eine stille Mehrheitsmeinung zu artikulieren. Schweine statt Menschen, Volk/Wir gegen die Korrupten, immer wieder ist von der »Wahrheit« die Rede, die man selbst besitze – trotz unterschiedlicher Standpunkte, versteht sich. Vor dieser hätten die verlogenen Politiker Angst und die Medien würden daher nicht berichten. »Schmeißt den Fernseher raus und hört auf, Zeitungen zu lesen«, rufen jene, die offensichtlich gern in die Berichterstattung drängen. Mit suggestiver Pose zetert man gen City-Hochhaus, an dem ein MDR-Logo klebt, als ob sich dort der Sendersitz befindet. Mit Fakten nehmen es auch nicht alle Redner so genau. Jutta Ditfurth, die Kritik an den Demonstrationen übte, führt ein Redner noch immer als Grünenmitglied, obwohl sie bereits 1991 dort austrat. Israel werde mit Atomwaffen versorgt, hieß es zwei Wochen zuvor, während im sanktionierten Iran solche Waffen nicht gefunden worden seien – dabei besteht der Sanktionsgrund ja darin, dass der Iran bald genügend waffenfähiges Strahlenmaterial ansammeln könnte. Ein Sprecher beschwerte sich, dass Supermärkte Anfang April keine heimischen Tomaten führen und vermutet den Monopolkapitalismus dahinter. Ohnehin, das zeigten mehrere Reden der vergangenen Leipziger Kundgebungen, ist der Saatgut-Multi Monsanto an vielem Schuld und natürlich sind es die USA: »Es stecken dieselben Leute, die den Krieg anzetteln dahinter [hinter Monsanto, Anm. d. Red.] … Die sitzen irgendwo im amerikanischen Parlament und bestimmen über uns. Amerika bestimmt über uns.«

Das kann man als Einzelmeinungen am Mikro abtun. Werden aber solche Äußerungen vielfach beklatscht, fällt das Urteil anders aus. Wer will da – dazu wird immer wieder ermuntert – eine Gegenrede führen, wenn die Grundstimmung doch klar ist? Daher belassen es einige Kritiker auch dabei, sich am Rand der Kundgebung mit Transparenten aufzubauen und gelegentlich Buh-Rufe einzustreuen. Am Ende taucht noch die Partei Die Partei auf, macht ein paar Wahlkampffotos. »Inhalte überwinden« lautet einer ihrer Slogans. Besser kann man die Montagskundgebungen für ein bisschen Frieden nicht auf den Punkt bringen.

 

 

Hinweis: In einer früheren Artikelversion war der Name »Anonymous.Kollektiv« fehlerhaft geschrieben – ein Leser wies darauf hin und deutete das als Zeichen unseriöser Berichterstattung (s. Kommentare). Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

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Dein Kommentar

32 Kommentare

  1. Onlineredaktion | 2. Mai 2014 | um 02:17 Uhr

    Sehr geehrte(r) Danie, das Video wurde bereits von dessen Ersteller Hagen Grell gepostet – s. Kommentarspalte oben. Ich habe dazu Stellung bezogen, einige Punkte konnte Herr Grell aber (bisher) nicht beantworten – s. oben. Wenn Sie andere Kritikpunkte haben oder Substantielleres in dieser Causa, dann legen Sie das gern vor. tp

  2. Richard | 29. April 2014 | um 22:06 Uhr

    Hans | 22. April 2014 | um 22:20 Uhr schreibt: „.auf der vorletzten und letzten Demo wurde massiv Werbung für die Ostermärsche der Friedensbewegung gemacht und zwar durch deren Organisatoren selbst. Es ist also falsch wenn sie das Bild erzeugen wollen alle Friedensbewegungen würde sich distanzieren, es ist nur ein kleines Netzwerk.“

    Dabei handelt es sich wahrscheinlich um den Friedenszentrum e.V. – Leipzig der auch den Weltfriedenstag zum 1. Sep. 2013 auf dem Nikolaikirchhof organisierte.

    So heißt es auf der Web-Seite der Friedenspreisträgerin: „ …Schade nur, dass die InitiatorInnen der Veranstaltung der verschwörungstheoretischen, rechtsoffenen “BüSo” die Möglichkeit gaben sich mit einem Stand zu präsentieren,. wie auch der DDR-verhafteten Sekte “FDJ”, die darüber hinaus auch noch einen Redebeitrag halten durfte. …“
    http://jule.linxxnet.de/index.php/2013/09/ein-tag-zwei-preise-fur-antifaschistisches-antirassistisches-engagement/

  3. Onlineredaktion | 29. April 2014 | um 16:29 Uhr

    Hallo Herr Grell, ich fühle mich nicht angegriffen, wollte nur Kritikpunkte zurückweisen, die mir ungerechtfertigt scheinen. So recht befriedigen konnten Sie man Nachfragen nun leider nicht. Ich habe übrigens die Person Simon nur daher so explizit herausgestellt, weil sich an ihm eben viel Kritik entzündet hat und weder von ihm noch von den Veranstaltern – zu denen er auf jeden Fall mindestens ein engeres Verhältnis pflegen muss, sonst hätte er sich nichttp://kreuzer-leipzig.de/wp-admin/edit-comments.php#comments-formht länger im Redner-/Orgabereich aufgehalten – hier Erklärungen zu hören waren (auf Facebook wird das ja von den Orgas auch abgewehrt), bis auf das Mensch/Franzosen-Argument von Felix. Und das hatte ich ja kritisiert. Die Sache mit dem Pressesprecher hatte ich, wie ich in meiner ersten Antwort erklärte, funktionalistisch gemeint – ich kann schlecht herausfinden, wie und ob eine größtenteils anonym agierende BI intern strukturiert ist und ob es dort amtlich verteilte Aufgaben gibt. Solange Sie die Stelle zu »Gohlis sagt nein« in Ihrem eigenen Interview nicht finden, gehe ich davon aus, dass die Frage dazu nicht ausreichend beantwortet ist. tp

  4. Hagen Grell | 29. April 2014 | um 14:29 Uhr

    Hallo Herr Prüwer,

    danke, dass Sie meine Kritik ernst genommen und darauf reagiert haben!

    „Ich habe nie geschrieben – Fakt 1 – er sei Nazi.“
    Das habe ich Ihnen auch nicht unterstellt. Ich lese an Stelle https://www.youtube.com/watch?v=RMhAwn2Txac#t=957 (nur damit Sie direkt hinspringen können, Sie können den Link gern auch löschen, wenn das zu viel Eigenwerbung ist) lediglich Ihren Artikel im Wortlaut vor und frage Herrn Simon dazu, ob er Bundespolizist war und warum nicht mehr; ob er Presseprecher der Bürgerinitiative ist und ob er der Reichsbürgerbewegung nahe stehe.

    „Warum haben Sie Simon nicht gefragt, warum er bei “Gohlis sagt Nein”, … sich dafür auch hübsch in der »Bild« ablichten und zitieren ließ?“
    Das habe ich. Da finde ich jetzt die Stelle aber nicht auf Anhieb. Begründung: Leute aus der BI haben ihn angesprochen, dass er sein Gesicht dafür hinhält (weil er ja in der Kirche scheinbar gegen die Moschee war), weil die einen Bild-Termin hatten, aber mittlerweile mitbekommen hatten, dass die Bild die Bürgerinitiative medial fertig macht. Das halbstündige Gespräch mit dem Bild-Reporter, das er geführt hat, fand dann leider nur mit einem Satz in den Bild-Artikel.

    „Zum Pressesprecher hat er sich doch selbst gemacht, wenn er im Namen der BI mit der Presse kommuniziert“
    Das sehe ich anders. Pressesprecher ist ein offizielles Amt oder muss zumindest demokratisch von der Organisation/ Initiative legitimiert sein.

    „Gut, die auch andernorts behauptete Teilnahme an einer NPD-Demo verneint er, andere wollen ihn gesehen haben. Klar, wenn die Reichsbürger ihn als einer der ihren sehen, er das aber verneint, hat er die Deutungshoheit – ich schrieb daher ja auch nicht, dass er Reichsbürger ist“
    Danke, dass Sie dort einlenken. Und nein, das schrieben Sie nicht. Aber diese Vermutung bestätigt die Vorurteile der Leser nur noch mehr, was sehr nachteilig für das Bild des Lesers von Herrn Simon sein kann.

    „Und bezüglich des Medienkartells, Verleumdung etc.: Warum hat Simon denn nicht den Versuch einer Richtigstellung/Klarstellung unternommen?“
    Mir erklärte Herr Simon, dass er als Hartz4-Empfänger nicht die Mittel habe, sich einen Anwalt zu nehmen, aber die Polizei sagte, das müsse er tun für einen gerichtlichen Weg. Er habe auch kein Internet und würde nur einmal die Woche ins Internet gehen und wäre auch kein guter Autor. Wenn das von Ihnen ein Angebot ist, sich mit Herrn Simon auseinander zu setzen, leite ich das sehr gern weiter! Ist es eines? Wenn ja, schreiben Sie mir gern eine Nachricht an meine E-Mail-Adresse und ich stelle den Kontakt her.

    „Kurz um: Ich bin unzufrieden mit ihrer »Blogger-Leistung«“
    Ich kann verstehen, wenn Sie sich angegriffen fühlen. Ich konnte leider in Ihrem Artikel nicht herauslesen, ob Sie absichtlich gegen Herrn Simon hetzen oder „faul“ in der Recherche waren oder einfach nur guten Gewissens angenommen haben, Ihre Informationen entsprächen den Fakten. Bitte sehen Sie es daher nicht als Angriff auf Ihre Person, sondern als mein Gerechtigkeitsgefühl als „Bürger-Journalist“, dass ich das Gefühl hatte, dass Herr Simon zu unrecht verunglimpft wird. Das Gefühl kam aus meinem Interview mit ihm heraus.

    Noch einmal danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Freundliche Grüße! Hagen Grell

  5. Onlineredaktion | 29. April 2014 | um 04:25 Uhr

    Danke Frau/Herr Giebe für den Link. Den hatte der Interviewer Herr Grell auch schon gepostet, weshalb ich das Interview an dieser Stelle nicht noch einmal kommentieren möchte. Die »Verleumdung« wurde dort nicht ausgeräumt, so viel dazu. (Siehe anderer Kommentar.) Wie Sie dazu kommen, Simon als Antifaschisten zu erklären, müssen Sie genauso begründen, wie Herr Grell noch eine Antwort schuldig ist, warum er Simon nicht auf seine Beteiligung an der NPD-nahen – mindestens – BI in Gohlis gegen den Moscheeneubau angesprochen hat. Einen Antifaschisten, der übrigens – wie S.S. – »die« Antifa und Juliane Nagel mal als sinnbildlich rotlackiert hinstellt auf einer Montagsdemorede sollte sich erst einmal fragen lassen, welchen Faschismusbegriff er eigentlich hat. Wahrscheinlich keinen. (Bitte sagen Sie niemanden auf den Montagsdemos, dass Simon in Ihren Augen links ist, diese politische Kategorie will man doch auf dem Platz nicht haben, man ist doch Mensch.) tp

  6. Onlineredaktion | 28. April 2014 | um 16:05 Uhr

    Sehr geehrter Herr Grell, haben Sie dank für den Link. Ich sehe allerdings nicht – geschaut habe ich die Kurzversion, da werden ja wohl alle relevanten Entkräftungen Platz gefunden haben, wenn Raum ist für »Simon privat«. Ich habe nie geschrieben – Fakt 1 – er sei Nazi. Nun stellen Sie eine solche Frage zuerst und lassen als Antwort dann das größte anzunehmende Nichtargument durchgehen: »Ich bin Franzose und schwul«. Und jetzt? Es gab nie französische Nazis, nie homosexuelle oder was soll das? Und ja, auch Rassisten können »ausländische« Freunde haben etc. Warum haben Sie Simon nicht gefragt, warum er bei „Gohlis sagt Nein“, das ja zumindest eine Nähe zur NPD hat, wenn nicht von denen selbst ist, dabei war und sich dafür auch hübsch in der »Bild« ablichten und zitieren ließ? Wo sagt er denn, dass er nicht unterzeichnet hat und wie plausibel ist das angesichts seiner öffentlichen Unterstützung der BI? Zum Pressesprecher hat er sich doch selbst gemacht, wenn er im Namen der BI mit der Presse kommuniziert, da spielte sich doch sonst alles eher klandestin ab. Belege sehe ich da auf Ihrer Seite nicht. Gut, die auch andernorts behauptete Teilnahme an einer NPD-Demo verneint er, andere wollen ihn gesehen haben. Klar, wenn die Reichsbürger ihn als einer der ihren sehen, er das aber verneint, hat er die Deutungshoheit – ich schrieb daher ja auch nicht, dass er Reichsbürger ist. (Ich schrieb daher ja auch an keiner Stelle, dass die Montagsdemonstration eine rechte Veranstaltung sei, weil dort auch Nazis unterwegs sind.) Und bezüglich des Medienkartells, Verleumdung etc.: Warum hat Simon denn nicht den Versuch einer Richtigstellung/Klarstellung unternommen? Mir ist kein Schreiben von ihm diesbezüglich an Leipziger Medien bekannt. In der Bild konnte er doch auch prima seine Meinung unterbringen, wenn man dies dann beurteilt, ist man ein Hetzer/Lügner? Kurz um: Ich bin unzufrieden mit ihrer »Blogger-Leistung«. tp

  7. Hagen Grell | 28. April 2014 | um 12:22 Uhr

    Zur Ihrer Kritik an Stephane Simon: Ich bin unzufrieden mit der „journalistischen Leistung“ diesbezüglich. Ich habe mit Herrn Simon ein Interview geführt, dass einige der „Fakten“, die Sie über ihn annehmen ad absurdum führt.

    Er ist/war nie Pressesprecher der Gholiser Bewegung. Er hat nicht einmal dafür unterzeichnet. Er war nicht auf NPD-Demos und er hat keine Nähe zu „Reichsbürgern“. Zumindest nach eigenen Aussagen. Wenn Sie bessere Infos haben, informieren Sie mich bitte (mit Belegen natürlich).

    Die Kurzversion des Interviews:
    https://www.youtube.com/watch?v=dRKTrgaTNCM

    Die Langversion des Interviews:
    https://www.youtube.com/watch?v=RMhAwn2Txac

  8. Onlineredaktion | 27. April 2014 | um 16:39 Uhr

    Sehr geehrte(r) Ste,

    das ist alles gut und richtig – nur verstehe ich den kreuzer-Bezug nicht. Sie liefern einen unlauteren Begründungszusammenhang: Weil die Ukraine-Berichterstattung einseitig verläuft – da sind wir d’accord – ist alle Kritik an den Montagsdemos entweder falsch oder nur ein „Nachplappern“. tp

  9. Ste | 27. April 2014 | um 13:07 Uhr

    Wie Manipulation der und durch Medien funktioniert, am Beispiel der Ukraine-Berichterstattung:
    http://www.freitag.de/autoren/lapple08m214/zdf-skandal-berichte-im-auftrag-kiews
    Das ganze kann nun nicht wie üblich als Verschwörungstheorie denunziert werden, da es nachgewiesen und bestätigt ist. Da sollten sich Kreuzer-Mitarbeiter fragen, ob sie Journalist sein wollen oder Abschreiben und Nachplapperer, wenn man immer noch versucht, das Offensichtliche zu leugnen. Der im Freitag-Artikel genannte ZDF-Mitarbeiter L. Seefeldt ist in Leipzig nicht ganz unbekannt, war einige Jahre im regionalen Hörfunk tätig. Da könnten sicher auf direktem Wege weitere Hintergründe erfragt werden, allerdings ist Wahrnehmung der Meinungsfreiheit gerade bei Journalisten nur bei finanzieller/karrieretechnischer Unabhängigkeit zu erwarten, falls vom Sender (oder Herausgeber) nicht gedeckt. Siehe auch: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp7411.html
    „Bei der Berichterstattung über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland gebe es „entlarvende Automatismen“, erklärt die Dozentin für Journalistik, Gabriele Krone-Schmalz.“

  10. Frank | 26. April 2014 | um 19:12 Uhr

    Mein Gott, da müssen ja ne Menge Typen mit Minderwertigkeitskomplexen rumlaufen auf diesen „Montagsdemos“… Und auch ein paar Gehirnamputierte, wenn man sich hier mal die Kommentare anschaut. Ukraine-Krise soll näher beleuchtet werden – im Leipziger Stadtmagazin, alles klar… „BRD-Gulag“ – hahaha – am besten ist aber immer noch der kindliche wutschnaufende Aufschrei: „DIE MEDIEN“ schlotterschlotter. Uaaa, die böööösen Medien, die sind doch alle gekauft! Haha, ihr seid solche Witzfiguren… Ihr lauft bestimmt auch mit Aluhüten rum, nicht wahr? Wegen der bööösen Strahlung vom böööösen Ami (meint natürlich: Juden).

  11. Onlineredaktion | 26. April 2014 | um 05:09 Uhr

    Sehr geehrter Herr S.,

    es gab, wie Sie meinem Text entnehmen können, keine »Argumentation der Veranstalter«. Es wurden viele unausgegorene Redebeiträge abgegeben zu allem und nichts, die man mehrheitlich nicht einmal wohlwollend als Beitrag zum Thema Ukraine-Krise werten kann. Die Frage nach dem »Friedfertigen« oder dem »Demokraten«, der sich verteidigen soll, verstehe ich nicht. Und warum Sie in »kleinen Gruppen« Ihre Informationen suchen, die Sie selbst nicht recherchieren können – es müssen ja nicht nur deutschsprachige Medien sein -, finde ich eher erschreckend. Wenn sich Leute nach ein paar Blog-Lektüren – damit meine ich den Grundtenor der Montagsdemos – die wahrhaftige Deutung der Weltlage anmaßen, dann ist das nicht weniger dumm und perfide als sich einige Journalisten solches Gebaren genauso anheften und einseitig informiert über die Situation schwadronieren. Was das mit Lokaljournalismus à la kreuzer zu tun hat, erschließt sich mir allerdings nicht. (Das scheinen Sie ja zu unterstellen in Ihrem Kommentar, dass wir viele Themen nicht recherchieren.) tp

  12. Christian S. | 25. April 2014 | um 23:10 Uhr

    Und wer ist der Friedfertige?

    Wie soll sich der Demokrat, der sich beteiligt hat da verteidigen?

    Wie wird sich ein TOBIAS PRÜWER fühlen wenn es zum Krieg kommt und die Argumentation der Veranstalter vielleicht doch einen Sinn ergäbe?
    Es ist sehr traurig, dass in unserer „informierten“ Welt, offensichtlich viele Themen so unrecherchiert bleiben, dass man sich in kleinen Gruppen treffen muß um Informationen zu bekommen!
    Trotzdem Danke, Durch Ihren Artikel, wissen Sie wo Sie mich am Montag treffen können.

    Gruß an den Journalismus
    Christian S.

  13. Marcus | 25. April 2014 | um 13:20 Uhr

    Sehr geehrte/r Herr/Frau Dreck,

    ist das irgendeine Buzz-Word-Variante, die ich noch nicht kenne? Oder sind Sie wirklich so durch?

    Made my day, auf jeden Fall.

    Viele Grüße aus dem linksfaschistischen Irgendwas. Ich möchte jetzt gerne noch das unerhörte Wort „Antisemitismus“ unterbringen. Aber lieber geh ich in die Sonne.

    Vielleicht chillen Sie auch mal ne Runde.

  14. Dreck | 25. April 2014 | um 05:36 Uhr

    Ihr seid so ein widerliches, linksfaschistisches Blatt.
    Wenn Leute für Frieden demonstrieren, sucht ihr mit der Lupe nach angeblichen Nazis.

    Das Schimpfwort schlechthin in diesem BRD-Gulag.

    Wer an deutsche Schuld und Massenvernichtung glaubt, und Phantasiebegriffe wie Antisemitismus benutzt…

    Oder gegen paar Christen auf der Titelseite hetzt aber gleichzeitig Arabische Filmwochen anpreist, der ist durchschaut als ein politisch korrektes BRD-Schmierblatt.

    Wartet mal ab bis euch paar Bomben auf den Kopf fallen oder ihr die Minderheit im Land seid..

    Ihr seid widerliches Gesindel

  15. Onlineredaktion | 23. April 2014 | um 20:42 Uhr

    Sehr geehrter Herr Kietzmann,

    wie ich schon einem anderen Kritiker antwortete: Ich bin auf die Demonstration gegangen, um mir von dieser ein Bild zu machen und dieses aufzuschreiben. Zur Aufgabe eines Leipziger Stadtmagazin gehört die Weltpolitik gerade aufs Lokale herunter gebrochen. Daher versuchen wir eben nicht, den Ukraine-Konflikt genauer zu beleuchten, was ohne eigene Korrespondenten auf mindestens zwei Seiten auch ein dreistes Unterfangen wäre, meinen Sie nicht? Dass andere Medien mit weltpolitischem Fokus die Ausgewogenheit und Hintergrundanalyse vermissen lassen, die den Namen Journalismus verdient, bedauere ich auch, jedoch lasse ich diese Kritik für den kreuzer nicht gelten. (Im Übrigen waren einige Redner auch immer wieder darum bemüht, die Medien ohnehin als verbrecherisch, korrupt u. Ähnliches hinzustellen, als Beunruhigung deute ich das dann weniger.)
    Wir berichten immer wieder von Selbstermächtigungsprojekten in Leipzig und Umgebung. Hier wollten wir eben wissen, was auf den Kundgebungen passiert und in wie weit sie sich vor Ort von der Kritik am Berliner Vorbild – ja, jetzt heißt es: die Leipziger sind unabhängig, aber zumindest ursprünglich bezog man sich auf Berlin und die bundesweiten Demos, verlas die Berliner Erklärung etc. – unterscheidet. Warum soll ich verschweigen, dass es dort Nazis im Publikum gab? Ich habe doch mit keiner Silbe angedeutet, dass alle DemonstrantInnen solche sind – wie bei Kritik dann gern behauptet wird. Ich habe ja auch erwähnt, dass sich die Veranstalter von solchen distanzierten – und in einem anderen Fall eben nicht. Und wenn ich schreibe, dass die Reden diffus waren und es am Begriff des Politischen gefehlt hat, was soll daran denn diffus sein oder oberflächlich? Das bestätigen Sie doch selbst in Ihrem Kommentar. Natürlich ist es fein, wenn die Menschen nachdenken etc. Aber das als Befreiung der Welt zu deuten, wie teilweise geschah, geht dann nicht an. Es war wie eine Speakers Corner und wenn es Zweck der Veranstaltung ist, dass die Menschen Ihre Ängste oder Überzeugungen anderen mitteilen, bitte. Aber eine politische Bewegung ist das dann nicht. tp

  16. Onlineredaktion | 23. April 2014 | um 20:11 Uhr

    Sehr geehrter Kritiker,

    der Schreibfehler ist wirklich ärgerliche Schusselei, »übel« eher nicht. Und warum er zwei Mal auftaucht, ist leicht erklärt: Ich habe ihn für die Antwort einfach rein kopiert. Ich ändere das im Text mit dem Hinweis auf die Änderung. Warum solche Fehler Nicht-Seriosität bezeugen sollen, weiß ich nicht. Nein, die von Ihnen erwähnten Bands sind keine NSBM-Bands und auch Skyforger, die jemand als Patch auf der Tasche trug, sind das nicht, auch wenn sie mal vor Jahren in die Diskussion kamen. EIn Bekannter berichtete mir von einem Button, da hake ich gerade nach. Die Menschen auf dem Foto haben nur insoweit etwas damit zu tun, dass sie als offenkundige Metalfans die Luftballons mit der Naziparole in den Händen halten. Wenn Sie mit denen, mit NPD und anderen in Ihrem Beisein keine Probleme haben – »Jedenfalls hat mir auch das Publikum gezeigt«, – dann bezeichnen Sie meinen Bericht gern weiter als hetzerisch und reißerisch.

  17. Oliver Kietzmann | 23. April 2014 | um 11:16 Uhr

    Lieber Herr Prüwer,

    genauso diffus, wie einige Reden auf der letzten Friedensdemonstration leider tatsächlich waren, so diffus und an der Oberfläche kratzend finde ich Ihren Bericht hier im Kreuzer. Was ich von Ihnen und auch allen anderen Medien in den letzten Wochen erwartet hätte, wäre gewesen, dass man einmal dem Ukrainekonflikt (und natürlich auch allen anderen drängenden Zeitfragen) tiefer auf den Grund geht. Das Sie neutral und argumentativ beleuchten, wie es zu diesem Konflikt kam. Und zu Konflikten gehören immer (mindestens) zwei Seiten. Das sind älteste Weisheiten und journalistische Standards, die auch ich mal beim Studium der Journalistik vor einigen Jahren in Leipzig gelernt habe. Welche Rolle spielten im Vorfeld die EU, die Nato, die USA und Rußland? Wer verfolgt welche ökonomischen, politischen und geostrategischen Interessen? Und hierbei nicht nur im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt, sondern weltweit. Wie kommt unser Wohlstand und dessen Erhalt auf hohem Niveau überhaupt zustande? Was bedeuten und welche Auswirkungen haben politische und wirtschaftliche Machtkonzentrationen auf den Einzelnen (Stichwort Freihandelsabkommen oder Stichwort aktuelle Änderungen bei den Regelungen zur finanziellen Unterstützung von Kanditaten im amerikanischen Wahlkampf)?

    Und da Sie diese Aufgabe nicht mehr adäquat wahrnehmen (ich finde dazu keine erhellenden Hintergrundreportagen bei Ihnen im Kreuzer, im Spiegel, in der Zeit, in der Süddeutschen oder der FAZ. Einzig im Freitag wurde ich ab und an fündig), fühlen sich die Leute nicht mehr ausgewogen informiert und sind beunruhigt.

    Sie entdecken und reaktivieren im Prinzip gerade ihre ur-demokratischen Fähigkeiten: sich eine Meinung zu bilden durch die eigene Recherche, das Prüfen von Quellen und den Diskurs mit anderen Menschen – den Mitmenschen, dem Nachbarn. Genau wie bei Platon: im Streitgespräch durch Für- und Wiederrede einem Sachverhalt näher auf den Grund zu gehen. Bitte sehen Sie den Menschen nach, dass sie dabei oft noch unbeholfen und unwissend sind und dadurch auch oft noch sehr diffus in der Argumentationsrichtung. Den Eindruck hatte ich auch. Aber seinen Verstand zu schärfen (wie es die antiken Denker getan haben und wie es demokratische Bürger eigentlich auch tun sollten), dass ist harte und anstrengende Arbeit. Und in diesem Zusammenhang ist das Konsumieren von Standpunkten (bzw. inhaltlich geschlossenen Argumentationsketten von Redakteuren) durch den Gebrauch von TV-Sendungen, Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen eben nur teilweise förderlich, weil der aktive Part der eigenen Argumentation fehlt. Oder im schlimmsten Fall: weil zu wenig ausgewogen berichtet wird mit einer (nach meiner Ansicht) leider zu geringen Hintergrundtiefe. Nicht falsch verstehen: ich lese gerne Zeitungen und auch gerne den Kreuzer. Um allerdings aktiv Demokratie zu leben und die Gesellschaft gerechter zu machen bedarf es jedoch mehr: die aktive Auseineindersetzung der Menschen untereinander. Möglichst ohne dazwischengeschaltete technische Hilfsmittel, sondern von Angesicht zu Angesicht.

    Deshalb wäre mein Vorschlag auch, dass auf Demonstrationen keine Reden (vorgefertigte Standpunkte) abgehalten werden, sondern Streitgespräche (wie gesagt: immer im positiven Sinne) geführt werden, wo der Konsens erst erarbeitet wird oder sich im Ergebnis Meinungsverschiedenheiten kristallisieren, an denen sich die Gesellschaft halt weiterhin produktiv abarbeiten kann/sollte.

    Von daher lade ich Sie herzlich ein, bei der nächsten Friedenskundgebung aktiv dabei zu sein. Vielleicht kommen wir auch ins Gespräch – vor oder hinter dem Mikro.

    Ich würde mich darüber sehr freuen,
    Ihr Oliver Kietzmann

    PS: und nur weil sich unter der bunten Mischung aus Menschen und Meinungen im Publikum auch Leute befinden, die teilweise extreme Einstellungen haben, sollte man meines Erachtens doch nicht gleich die wiedergewonnene Aktivität der Menschen in Frage stellen, sondern versuchen, gerade auch diesen Leuten mit guten Argumenten zu begegnen.

  18. Kritiker | 23. April 2014 | um 10:41 Uhr

    Ergänzend zum Beitrag von „David | 23. April 2014 | um 00:35 Uhr“ erhärtet sich der Eindruck eines üblich reißerischen Artikels dadurch, dass einfach frech behauptet wird, dort seien Leute mit NSBM Aufdrucken herum gelaufen. Jedenfalls zum Zeitpunkt, als das Foto wohl entstanden ist, habe ich als Kundiger keine solchen Erscheinungen erblicken können (Darkthrone & Absu sind jedenfalls bekanntlich kein NSBM).
    Deswegen würde mich schon interessieren, was das denn gewesen sein soll.

    Das der üble (Schreib?)Fehler »Anymomous.Kollektiv« selbst in den Kommentaren noch wiederholt wird, erscheint ebenfalls nicht gerade seriös.

    Jedenfalls hat mir auch das Publikum gezeigt, dass die hetzerischen Presseberichte darüber nicht im Ansatz gerechtfertigt sind. Schon alleine das beschriebene Nachgeben und zurückrudern der Veranstalter beweist, dass diese Presseberichte ihre diffamierende Wirkung nicht verfehlt haben.

  19. Felix | 23. April 2014 | um 07:35 Uhr

    Ich finde es schon lobenswert, dass Sie als Autor des Artikels wenigstens einer Mahnwache beigewohnt haben, die Mühe machen sich die meisten nicht mal. Den Kern Ihrer Aussage kann ich zum Teil auch mitgehen, nämlich dass es der Mahnwache nach ganz klaren Lösungen des Problems fehlt. So wie ich es verstanden habe, sollen die Mahnwachen (es sind übrigens auch keine Demos) die Leute nur auf die Situation aufmerksam machen. Außerdem ist die fehlende klare Linie auch total verständlich. Es sind eben keine Parteien oder andere Organisationen die da auf die Straße gehen sondern ganz normale Bürger. Und auch genau darum ist es wichtig, dass auch Sie sich beteiligen und Ihre Meinung einbringen. Ich fände es auch gut, wenn Sie Ihre Meinung direkt auf der Mahnwache einbringen.

  20. Jakob Wilhelmi | 23. April 2014 | um 05:17 Uhr

    Liebe Redaktion ,

    Bitte nicht persönlich nehmen.

    Ihre Denke offenbart mir schwere Fehler in der Logik.

    Sie urteilen wie sie selbst zugeben!
    über Dinge mit denen sie sich nicht einmal befasst haben .

    Ausserdem haben sie auch klar ihr Vorurteil! eingeräumt und beschrieben wie es sich durch Themen mit denen sie sich nicht zulänglich auskennen (zum Beispiel Verschwörungstheorien denen sie scheinbar nur mindere Klasse gegenüber anderen Theorien zusprechen) verhärtet hat.

    Haben sie eigentlich mal über die Kriegsgefahr nachgedacht?

    Sie scheinen mir Denkprozesse im Kopf zu haben die sie nicht aussreichend geprüft haben.
    Bitte tun sie das.

    Jeden einzelnen Fehler zu beleuchten würde zu lange dauern.

    Ehrlich gesagt ist es erschreckend dass so viele Menschen so wie sie denken.

    Erklären sie doch mal bitte unser Finanzsystem und sagen sie mir wem schulden die statten soviel geld?

    Die Leute auf der Mahnwache tun das was kein Lehrer in der Schule erklären konnte und sie seit damals als zu kompliziert abgetan haben mit einfachen Worten.

    Ich danke diesen Menschen und hoffe

    ihr System läuft so gut dass es nicht an schwachsinnigen Positionen festhält aus
    (Stolz / Angst das Gesicht zu verlieren/ oder um das Ego zu polieren (das Höchstmaß an logischer Ineffizienz) )

    und sie beschäftigen sich noch mal mit dem Thema um beizeiten ihre Meinung zu ändern.

    (Wenn sie dann erkannt haben dass sie falsch ist und es noch was bringt/ sollte dann schon Krieg herrschen wäre dass dann wohl zu spät.)

  21. Onlineredaktion | 23. April 2014 | um 04:26 Uhr

    Sehr geehrter David, polemisch ist dieser Artikel gewiss nicht, sonst sähe er anders aus. In aggressiver, angriffslustiger, unsachlicher (und was der Duden noch so her gibt an Synonymen) war mein Text ja nicht gefasst. Ich war – wie in der Antwort auf einen vorigen Kommentar bereits schrieb am 21.4. anwesend – und hatte zuvor die Mitschnitte der anderen Kundgebungen angesehen. Vor Ort hat sich mein geschildertes Bild verfestigt und so habe ich es aufgeschrieben, immer auch angebend, wenn ich aus früheren, mir nur von Video-Material bekannten Reden zitiere. Was das mit PC zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Eine offen menschenfeindlich und zugleich verschwörungstheoretisch auftretende Gruppe wie »Anymomous.Kollektiv« so zu benennen, ist keine Verurteilung, sondern ein Urteil, also eine Wertung. Schauen Sie sich das Profil an. Oder soll ich nur schreiben: »Noch ne Meinung«? Mit den schmalen Inhalten habe ich mich doch darüber, dass sie schmal bis obskur waren, auseinandergesetzt. Es war ein Bericht über eine Kundgebung, in dem ich nicht jedes angesprochene Thema selbst analysieren würde können oder wollen, ich wollte den LeserInnen beschreiben, was sie dort zu erwarten haben. Zudem haben Sie entweder meinen Text mißverstanden oder anderes. Ich habe nicht geschrieben, daß sich niemand aufgrund von Angst vor Schaden Leib und Leben nicht ans Mikro getraut hätte. Als Beobachter – das ist in diesem Moment meine Aufgabe – gehe ich selbstverständlich nicht an ein Mikro.

    tp

  22. David | 23. April 2014 | um 00:35 Uhr

    Polemisch ist es was Sie hier scheiben, Herr Prüwer. „Verschwörungsverdreht“ usw sind Verurteilungen. Politisch korrekt zu sein reicht nicht aus als Hauptanspruch einer Zeitung. Möglicherweise habe ich da einen überhöhten Anspruch an den Kreuzer, das gebe ich zu, ich neige aber dazu im Zweifel Optimist zu sein. Sich allerdings mit den Inhalten auseinanderzusetzen zeichnet gerade den Journalisten aus. Dem Schmierfink genügt es, Personen anzugreifen, Zitate aus dem Kontext zu reißen und aus sicherer Entfernung anzugreifen. Sie behaupten, es habe eine Stimmung geherrscht in der man sich mit Gegenmeinungen nicht ans Mikro habe trauen können. Dies ist hört sich nach einer glatte Lüge an. Ich vermute Sie waren entweder nicht da, oder Sie sind so feige das Sie sich selbst in dieser Menge wohlwollender Menschen aller Meinungen und Lebensbereiche nicht ans Mikro getraut haben. Aber dann schließen Sie bitte nicht von sich auf andere.

    Einem Anspruch wird ihr Artikel leider gerecht: „Inhalte überwinden“, deswegen rate ich ihnen: gehen Sie als Pressesprecher zu „Die Partei“, dort werden polemisch versierte Menschen immer gebraucht, und Inhalte und deren Reflektion geschweige denn die kritische und faire Auseinandersetzung mit diesen und eventuellen Gegenstandpunkten sind dort schon aus Prinzip verpönt.

  23. Onlineredaktion | 22. April 2014 | um 23:23 Uhr

    Sehr geehrter Hans, ich kann den von Ihnen angeführten Patzer – »… ein ehemaliges grünen-Mitglied….« – nicht im Text entdecken – und wir haben hier auch nicht editiert. Vielleicht meinen Sie einen anderen Artikel? Und ich war am 21.4. vor Ort, wie im Text auch angegeben ist. Wenn ich auf vorangegangene Kundgebungen verweise mache ich das doch auch deutlich, davon habe ich mir alle Mitschnitte angesehen. Ich schrieb auch nicht, dass sich alle Friedensinitiativen distanzierten, sondern eben, dass sich Friedensinitiativen distanzierten. Warum sich Menschen in organisierten Strukturen nicht mehr einbringen möchten, ist eine spannende Frage, nur ging es in diesem Text darum, herauszufinden, was es mit der Montagsdemo eigentlich auf sich hat und darum versuchte ich mich – auch @ Tino – mit den Inhalten auseinanderzusetzen, fand aber, wie geschrieben, keine Substanz.

    tp

  24. Hans | 22. April 2014 | um 22:20 Uhr

    Kann nun keine Lobeshymne anstossen. Vielleicht sollte mal jemand vor Ort kommen.
    Nur einer ihrer Patzer: „… ein ehemaliges grünen-Mitglied….“ „… die ehemalige Grüne….“
    Und insbesondere auf der letzten Montagsdemo wurde vom Moderator eben betont, das es nicht DIE USA ist, dass es dort ebenso wie hier ganz viele Menschen gibt die ebenso unzufrieden und nicht einverstanden mit der aktuellen Politik sind.
    auf der vorletzten und letzten Demo wurde massiv Werbung für die Ostermärsche der Friedensbewegung gemacht und zwar durch deren Organisatoren selbst. Es ist also falsch wenn sie das Bild erzeugen wollen alle Friedensbewegungen würde sich distanzieren, es ist nur ein kleines Netzwerk.
    Und mal zum nachdenken, statt die Leute in etablierte Strukturen zu zwingen, wäre es vielleicht mal eine journalistisch anspruchsvolle Aufgabe, mal zu recherchieren, warum die menschen eben in den aktuell bestehenden Organisationen eben keine Alternative sehen…. darüber sollten sich Journalisten und eben dies Strukturen mal gedanken machen.

  25. P. Klegomil | 22. April 2014 | um 13:49 Uhr

    „Besser kann man die Montagskundgebungen für ein bisschen Frieden nicht auf den Punkt bringen.“ Das trifft auch auf ihren Artikel zu, Herr Prüwer. Ein so reflektierter und vor allem unaufgeregter Artikel zum derzeitig allgegenwärtigen populistischen Geschrei ist Gold wert. Vielen Dank dafür!

  26. rollerrolf | 22. April 2014 | um 08:17 Uhr

    Sehr schöner Beitrag! Fehlt nur noch ein Hinweis darauf, dass unser Leipziger Vorzeigelinker und Antiimperialist Mike Nagler die Abgrenzung nach rechts auf den Montagsdemos auch nicht sonderlich wichtig findet und sich damit offen gegen Organisationen wie ATTAC stellt.