Startseite / Stadtleben / Editorial 05/2014

Editorial 05/2014

Das neue Heft ist da!

cover_5_text Größeres Bild

An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Mai-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Es ist anderthalb Jahre her, dass der kreuzer zum letzten Mal ein sogenanntes verkauftes Cover hatte. Dies ist eine von vielen Stadtmagazinen geübte Praxis, bei der ein Anzeigenkunde dafür bezahlt, dass seine Veranstaltung oder sein Film zum Beispiel auf dem Cover eben jenes Magazins erscheint. Gekauft wird dabei nur das Titelblatt, nicht jedoch, was dazu eventuell im Inneren des Heftes steht. Nun ist der Anzeigenverkauf die finanzielle Grundlage der Existenz des kreuzer, dessen ökonomische Bedingungen wir im Heft 06/2013 detailliert offenlegten. Damals, also im Oktober 2012, kündigten wir an, diese außergewöhnliche Form der Werbung transparenter zu machen. Seitdem schlugen wir viele Angebote aus, in diesem Monat ist es aber wieder soweit: Der kreuzer trägt ein Cover, für das das MDR- Sinfonieorchester Geld gegeben hat. Schwer fiel uns die Entscheidung nicht, in diesem Fall solch eine Werbeform zuzulassen, denn es geht hier um den Besuch eines Weltstars in Leipzig und die tatsächlich außergewöhnliche Möglichkeit, eine Legende noch mal live zu erleben: Steve Reich, Pionier der Minimal Music, kommt am 3. Mai auf einen Abstecher ins Gewandhaus. Die New York Times nennt ihn »our greatest living com- poser«, der New Yorker »the most original musical thinker of our time«. Steve Reich ist ein Schwergewicht mit enormem Einfluss auf das, was wir heute elektronische Musik nennen oder – um genauer zu sein – Minimal und Ambient. kreuzer-Redakteur Martin Wohlgetan führte mit Reich eines seiner seltenen Interviews (ab S. 20).

Das beherrschende politische Thema dieses Monats dürfte die Wahl zum Leipziger Stadtrat am 25. Mai sein. Wir wollen nicht vergessen, dass am selben Tag auch die Wahl zum Parlament der Europäischen Union stattfindet – unsere große Wahl-Strecke haben wir aber der kommunalen Weichenstellung gewidmet. Politikredakteurin Thyra Veyder-Malberg startet den Reigen der Beiträge mit ihrer persönlichen Sicht auf die Bedeutung der Kommunalwahlen (S. 24). Zusammen mit Robert Briest geht sie anschließend der Frage nach, welche Macht der Stadtrat tatsächlich hat, denn immerhin steht hier ein Gremium aus Ehrenamtlichen einer professionellen Verwaltung gegenüber. Während in Ämtern und im Rathaus also Vorlagen von fest angestellten Mitarbeitern erstellt werden, sollen Menschen, die das Mandat in ihrer Freizeit ausüben, diese Vorlagen entscheiden. Das führt zu Schwierigkeiten, und man fragt sich, wie Stadträte ein Arbeitspensum von 40 Stunden in der Woche neben ihrem Job überhaupt bewältigen können (S. 26). Markus Kowalski erstellt zum Abschluss eine durchaus launige Übersicht über die Wahlprogramme der Leipziger Parteien (S. 28).

Michael Faber muss man in der Stadt wohl nicht mehr vorstellen. Der Sohn von Verlegerlegende Elmar Faber (Aufbau Verlag) ist seit nunmehr fünf Jahren Kulturbürgermeister in Leipzig. Faber hatte es dabei nicht immer leicht, von Anfang an sah er sich wegen seiner kulturpolitischen Linie und offenbarem Entscheidungsstau heftiger Kritik ausgesetzt, unter anderem auch vom kreuzer. Mit einem einzigartigen politischen Manöver entzog ihm Oberbürgermeister Jung im Jahr 2010 die Macht über die städtischen Eigenbetriebe: Oper, Gewandhaus, die zwei Stadttheater und die Musikhochschule. Faber saß von nun an praktisch ohne Kompetenzen da, eine lame duck, wie man im Englischen sagt. Zum
1. Juni erhält er die Kontrolle über die Leipziger Hochkultur überraschend zurück. Wir baten Faber zum Interview, fragten nach den Plänen für die restlichen zwei Jahre seiner Amtszeit und danach, was denn einmal bleiben soll von Michael Faber, Kulturbürgermeister (ab S. 30).

Drei kreuzer-Personalien sind zu vermelden: Sarah Alberti gibt das Kunstressort ab, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Neue Redakteurin für das Ressort wird die Kunsthistorikerin Britt Schlehahn, die neben langjähriger wissenschaftlicher Arbeit bis Ende 2013 als Projektleiterin im Leipziger Kunstverein agierte. Auch Filmredakteurin Eileen Reukauf wird den kreuzer leider verlassen, Grund ist hier der Umzug in eine andere Stadt. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin steht noch nicht fest, wird im nächsten Heft aber vorgestellt werden.
 Wir danken beiden Mitarbeiterinnen für ihre langjährige tolle Arbeit und ihr außergewöhnliches Engagement für den kreuzer. Derweil begrüßen wir Britt Schlehahn sehr herzlich an Bord der alten Kogge: Mast und Schotbruch!

Halten Sie durch und Ahoi!

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.