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Editorial 12/2014

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Dezember-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Was kommt nun eigentlich rein in die Gelbe Tonne und was nicht? 25 Jahre gibt es sie nun schon, und noch immer herrscht darüber große Unsicherheit. Bis heute steht auf vielen Mülleimern in der heimischen Küche »Plastik«, »Glas«, »Papier« und »Restmüll«. Dementsprechend wird dann sortiert – und so landet die Kekspackung aus Pappe oft im Papiermüll. Doch das ist falsch und führt zu einer immer noch hohen Fehleinwurfrate, wie Experten sagen.

»Antiintuitiv« nennt eine unserer Autorinnen der Titelgeschichte die Sortiervorgaben: Die Menschen würden nach Materialien sortieren, Plastik zu Plastik, Pappe zu Papier und so weiter. Doch die Gelbe Tonne ist genau genommen kein Instrument, um Materialien zu trennen, sondern ein Instrument, um die Finanzierung einer möglichst hohen Recyclingquote für Verpackungsmüll sicherzustellen. Was genau es damit auf sich hat, erklären Lisa Kettwig, Friederike Schicht und Charlotte Schulze in unserer Titelgeschichte.

Es gab jedoch immer einen Weg, richtig zu sortieren. Lange Zeit galt die einfache Regel: Alles, was einen Grünen Punkt hat, kommt in die Gelbe Tonne, der Rest wird nach Material in die anderen Tonnen sortiert. Doch ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass heutzutage auf vielen Verpackungen gar kein Grüner Punkt mehr drauf ist? Warum ist das so und was soll der Verbraucher ohne den Grünen Punkt tun? Auch diesen Fragen widmeten sich die Autorinnen und schauten sich die Infrastruktur der Müllverwertung in Leipzig genau an. Sie fanden hocheffektive Müllsortieranlagen, eine völlig überdimensionierte Deponie – und stießen auf die ernüchternde Tatsache, dass ein großer Teil der sorgsam vom Restmüll getrennten Leichtverpackungen am Ende doch verbrannt werden, denn zum Begriff Recycling gehört auch die energetische Verwertung, sprich: Müllverbrennung.

Frauen, Mädchen und Fußball – diesem Thema widmen wir uns in unserer Serie zum vierten Mal. Dieses Mal recherchierte kreuzer-Redakteurin Britt Schlehahn in der Medienlandschaft und fragte nach dem Stand der Dinge in Sachen Fußballreporterin. Interessanterweise fand sie bei der heimischen Tageszeitung LVZ eine Fachfrau: Anne Grimm berichtet für die Zeitung über den Ballsport und schrieb ihre Abschlussarbeit an der Uni Leipzig zum Thema Frauen, Medien und Fußball. Da muss man die Kollegen am Peterssteinweg für ihre Personalpolitik tatsächlich mal loben, die Fußballreporterfrauenquote des kreuzer (100 Prozent!) erreichen sie jedoch nicht.

Um die Medien geht es auch bei unserem neuesten Report über die Partei AfD im Politikressort. Und hier kommen die sächsischen Tageszeitungen nicht so gut weg. Sie halten sich nämlich – im Gegensatz zu bundesweiten Medien – mit hintergründiger Berichterstattung eher zurück. Bemerkenswert ist die Rolle der Sächsischen Zeitung in Dresden, die nicht nur einen wenig kritischen Text über AfD-Rechtsaußen Detlev Spangenberg brachte, sondern auch AfD-Aktivisten zu ihren Mitarbeitern zählt. Das ist natürlich nicht verboten, interessant für den politisch interessierten Mediennutzer aber vielleicht schon.

Vor Kosten von 500 Millionen Euro hat der gewonnene KWL-Prozess vor einem Londoner Gericht die Stadt Leipzig bewahrt. So wurde es nach dem Verfahren kommuniziert, das wegen des massiven Skandals um die Leipziger Wasserwerke KWL geführt wurde. Nachdem Oberbürgermeister Burkhard Jung mit der frohen Botschaft vor die Presse trat, feierten die versammelten Journalisten das Urteil in extragroßen Schlagzeilen wie einen Sieg. Doch das ist es nicht, es kommen mindestens 50 Millionen Euro Kosten auf die Stadt zu, zudem gerät durch das Urteil ein weiterer 200 Millionen Euro schwerer Cross-Border-Leasing-Deal der Wasserwerke in Gefahr. Was das Londoner Urteil wirklich bedeutet, fasst der Investigativjournalist Thomas Datt für den kreuzer auf Seite 12 zusammen.

Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

ANDREAS RAABE

chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

Was sonst noch im Heft steht:  Inhaltsverzeichnis, Monatstipps und Einblicke zeigt die Leseprobe unseres ePapers.

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