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Legida? Endstille!

Freitags (wieder) früher feiern: Bloody Mary und WinterfestEvil

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Richtig blutig gings leider nicht ab im Schauspiel. Schillers »Bloody Mary« stand zur Premiere, aber blutleeres Sprechtheater war zu überstehen. Beim Selbstmord dieses Knilches, wie hieß er doch, wurde weggeblendet – also die Bühne verdunkelt. Und statt wie Alice Cooper souverän das Schafott zu besteigen und das finster feixende Köpfchen unters Beil zu halten, legte sich Marie einfach hin. Ihr rotes Kleid sollte wohl das Blutopfer symbolisieren. Lahm! Wer soll denn da bei der Stange bleiben? (Eine etwas koschere »Maria Stuart«-Kritik findet sich im nächsten kreuzer.)

Hätte ja auch mal jemand sagen können, dass die Stuart-Marie gar nicht die Bloody Mary ist, nach der der Drink benannt sein soll. Kann wohl keiner ahnen und das Programmheft schweigt dazu auch. So wird das nichts mit dem Theater für alle, wenn man dann einfach in seinen Erwartungen so verarscht wird. In dieser Hinsicht war der Deppenaufzug auf dem Augustusplatz konsequenter. Denen war gleich anzusehen, dass die nicht viel reißen werden – jetzt können die Anmelder im Erzgebirge und sonst wo wieder Opfer spielen. Phantom der Oper können wir selber. By the way, hat Mensch Metaller den lustigen Spiderman, der da gegen Legida protestierte, nicht schon mal auf entflammten Bühnen gesehen? Oder wars nur das gleiche Kostüm? Da stochert man wohl im Niebe(l).

Auch beim WinterfestEvil steht drauf, was drinsteckt. Zwei dicke Tage werden kommendes Wochenende ordentlich durchgeschüttelt wie eine Blutmarie. Schwarz und tödlich schlägt die feine Institution unterm Banner des zornigen Eismanns im Bandhaus zu. Endstille krönen den ersten Abend mit scheppernden Sägen und Ansagen wie: »Der nächste Song setzt sich mit der sozialen Frage im Kaiserreich auseinander.« Neben den Kielern sind mit Wandar (Halle), Bitch Hammer (Leipzig) und Irem (Leipzig) drei Lokalmatadoren am Start. Die Niederländer von Sinister sind die Headliner des zweiten Tages, der Death-Metal im Anschlag hat. Mitrühren werden Deathstar (Tschechien), Disemboweled (Merseburg/Bad Dürrenberg) werden eine heftige Spur Brutal-Death unterheben und Dynamation die Todesspritze verabreichen. Würde mal sagen, das looft. Verlosungsdingens solls auch geben – von den Nice-to-Eat-You-Records-Merchern. Wers braucht; kann man ja mitnehmen. Wer Pop-Metal abstauben will und denkt, das Bandhaus ist am Arsch der Welt, der kann ins Hellraiser tingeln und Lordi belungern. Am gleichen Wochenende läuft auch noch der Thrashflegel im 4Rooms mit Thrash Thrash, Thrash: Warum könnt Ihr Veranstalter Euch eigentlich nicht mal terminlich absprechen? Bütte? Da war ja Legida flexibler und hat Montagsdemos mal so hin und her geschoben …

Lasst es krachen, wo auch immer!

WinterfestEvil: 6./7.2., 20.30 Uhr, Bandhaus
Lordi, Palace, Sinheresy: 6.2., 20 Uhr, Hellraiser
A Night of Insidiously Awesome Thrashmetal: 7.2., 20 Uhr, 4Rooms

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