Startseite / Filmkritik / Berlinalekino

Berlinalekino

Die Kinostarts im Überblick und was sonst Filmisches in der Stadt geschieht

midnightspecial Größeres Bild

Die Berlinale neigt sich dem Ende zu. Samstag Abend werden wir wissen, wer das Rennen gemacht hat. Einen ausführlichen Festivalbericht findet ihr dann auch auf diesen Seiten. Zwei der Highlights aus dem Wettbewerbsprogramm kann man aber schon jetzt in den Kinos sehen: den spaßigen Eröffnungsfilm »Hail, Caesar!« von den Coen Brüdern und Jeff Nichols‘ spannenden Science Fictioner »Midnight Special«.

Film der Woche: Ein Vater (Michael Shannon) flieht, um seinen kleinen Sohn Alton (Jaeden Lieberher) zu schützen und herauszufinden, was es mit den ungewöhnlichen Fähigkeiten des Jungen auf sich hat. Die Flucht vor religiösen Extremisten und der örtlichen Polizei eskaliert bald zu einer landesweiten Menschenjagd, an der auch die höchste Regierungsebene beteiligt ist. Letztlich muss der Vater alles riskieren, um Alton vor dem Schlimmsten zu bewahren und sein Schicksal zu erfüllen, das Auswirkungen auf die gesamte Welt haben könnte. Jeff Nichols (»Take Shelter«) inszenierte erneut einen außergewöhnlichen Thriller mit Anleihen an die dystopische Science Fiction der 70er und frühen 80er. Besonders »Die unheimliche Begegnung der dritten Art« kommt einem in den Sinn. Sein Stammschauspieler Michael Shannon glänzt in der Hauptrolle. Daneben ist der Film mit Schauspielern wie Adam Driver, Kirsten Dunst und Joel Edgerton bis in die Nebenrollen stark besetzt.

»Midnight Special«: ab 19.2., Schauburg (auch OmU)

Die Coen Brüder haben uns schon an viele seltsame Orte geführt: in eine autarke jüdische Gemeinde, in den Kopf eines Serienkillers, den wilden Westen und ins verschneite Fargo. Dabei liegen die besten Geschichten direkt vor der Tür – in der ruhmreichen Geschichte Hollywoods. Mit »Hail, Caesar!« gehen Joel und Ethan Coen weit zurück in die goldene Ära der Traumfabrik. In den Fünfzigern waren Sandalenfilme das große Ding, epische Schlachtengemälde im alten Rom. Am Set eines weiteren Großprojekts herrscht Chaos. Die Stars und Sternchen leben ihre Marotten aus, allen voran der Star des Films, Baird Whitlock (George Clooney). Dann wird der Hauptdarsteller der Multimillionendollar-Produktion entführt und Hollywoods Problemlöser Nummer eins Eddie Mannix (Josh Brolin) wird damit beauftragt, ihn schnellstmöglich wieder herbei zu schaffen, ehe die Klatschreporter von der Entführung Wind bekommt, allen voran Hedda Hopper (Tilda Swinton). Whitlocks Entführer nennen sich »Die Zukunft« und fordern einen großen Batzen Geld für die Freilassung. Mannix kommt dem Geheimnis hinter dem Verschwinden des Schauspielers immer näher, aber dabei geht so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann. Mit einem Staraufgebot vollenden die genialen Regiebrüder ihre »Dumpfbacken-Trilogie«, die mit »O Brother, where art thou« und »Burn after reading« begann. George Clooney gibt auch hier wieder genüsslich den Gehörnten und die Coens ersparen ihren Figuren keine Katastrophe. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale ist eine wundervolle, knallbunte Hommage an die goldene Ära Hollywoods und eine temporeiche Komödie mit herrlich absurden Handlungselementen.

»Hail, Caesar!«: ab 19.2., Passage Kinos (auch OmU)

Eigentlich haben wir schon unzählige Gruselfilme mit besessenen Puppen gesehen und mit »Annabelle« war erst vor zwei Jahren eine wenig originelle Neuauflage des bekannten Elements in den Kinos zu sehen. Aber als Greta in das Anwesen der Heelshires in der englischen Countryside kommt, um dort für einige Wochen auf den Sohn der Familie aufzupassen, ist nicht nur die Tatsache ungewöhnlich, dass es sich bei Brahms um eine lebensgroße Porzellanpuppe handelt. Das Verhalten seiner »Eltern« und der überstürzte Aufbruch machen Greta stutzig und als dann die ersten unerklärlichen Dinge in dem Haus geschehen, tut die junge Amerikanerin gut daran, die Puppe aus der Ecke zu holen, in die sie sie achtlos geworfen hat, und dem Zettel mit Anweisungen minutiös zu folgen. Dies ist der Beginn des geschickt konstruierten Films von William Brent Bell (»Devil inside«), der einige Überraschungen auf Lager hat und bekannte Zutaten des Genres clever variiert. Er verzichtet dabei angenehmerweise auf sinnlosen Splatter und setzt vielmehr auf Atmosphäre und Spannung. Mit der von Lauren Cohan (»The Walking Dead«) überzeugend verkörperten Greta hat er außerdem eine Heldin zu bieten, die sich selbstbewusst von den Scream-Queens der Vergangenheit abhebt. Ausführliche Kritik im aktuellen kreuzer.

»The Boy«: ab 19.2., Cineplex, CineStar, Regina Palast

Flimmerzeit_Februar 2016

 

Weitere Filmtermine der Woche

Der große Tag
Regisseur Pascal Plisson begegnet in seinem Dokumentarfilm vier Kindern aus unterschiedlichen Ecken der Welt: Nidhi aus Indien, Albert aus Kuba, Deegii aus der Mongolei, Ben aus Uganda.
20.2., 16 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Cinemabstruso: Film-Spezial
Die Indie-Filmgruppe Cinemabstruso wird 2016 ihren neuesten Film »Der schwarze Nazi« ins Kino bringen. Lassen wir uns überraschen, was hier an zwei Tagen präsentiert wird.
20.2., 20 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Shorts Attack – Oscar Shorts 2016
Im Fokus der Kurzfilmrolle: »Arbeit und Ekstase« – 10 Filme in 90 Minuten.
20.2., 21 Uhr, UT Connewitz

Der Wahltag 2
Worüber reden die Männer? Natürlich über Frauen. Und zwischendurch – über die Wahlen. Denn die einen sind wie die anderen ehrlich, offen und unberechenbar. Aber nur genau so lange, bis ihre Umfragewerte nicht gefallen sind. Und dann kommen sie zur Hilfe. Einwandfreie Anzüge, das Meer der Kreativität und eine Tonne von Charme. – Russisches Kino
21.2., 17.30 Uhr, Cineplex (OF)

Glenn Gould – Genie und Leidenschaft (CAN 2009, Dok)
Bereits zu Lebzeiten begeisterte Glenn Gould durch sein musikalisches Genie Menschen auf der ganzen Welt – und auch dreißig Jahre nach seinem Tod hat die Faszination nicht nachgelassen. Dokumentarfilm mit nie zuvor gezeigtem Archivmaterial, Interviews mit Goulds engsten Freunden sowie Ausschnitten aus bisher unveröffentlichten privaten Bild- und Tonaufnahmen und Auszügen aus seinen Tagebüchern.
21.2., 20 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Der letzte Jude von Drohobytsch
Der heute fast 90-jährige Alfred Schreyer ist der letzte Jude und Überlebende des Holocaust im westukrainischen Drohobytsch. Er hat eine Geschichte zu erzählen, so unglaublich, dass ein Leben nicht ausreicht, sie zu fassen.
22./23.2., 20 Uhr, Cineding

Flitterwochen im Fertighaus
In der amerikanischen Stummfilmkomödie mit Buster Keaton aus dem Jahre 1920 verbringt ein frischvermähltes Paar seine Flitterwochen in einem Fertighaus. Der Zusammenbau des tragbaren Heimes erweist sich als schwierig, für das Publikum jedoch besonders komisch. Tobias Rank am Klavier und Gunthard Stephan an der Geige begleiten den Film musikalsich.
25.2., 18 Uhr, Grassi-Museum

Horror-Doppel mit Donis
Horrorfilm-Experte Donis widmet sich diesmal in seiner Gruselreihe dem »Tierhorror«. Die Namen der Filme verraten dabei schon einiges. Zu sehen gibt es »Mörderbienen greifen an« (USA 1976), und »Avanaida – Todesbiss der Satansviper« (CAN 1983)
24.2., 20 Uhr, LURU-Kino in der Spinnerei

Wo willst du hin, Habibi?
Deutsche Tragikomödie (D 2015), die von einer Freundschaft erzählt, die ethnische Grenzen und sexuelle Vorurteile überwindet. – Queerblick
24.2., 20 Uhr, Passage Kinos

Oscar Shorts 2016
5 oscarnomierte Animations-Kurzfilme plus 4 Zusatzfilme
24.2., 21.15 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Südafrika – Der Kinofilm
Preview mit den Regisseuren und Produzenten Christian Wüstenberg und Silke Schranz. Die beiden Regisseure machten sich auf, mit dem Wohnmobil, die Vielfalt Südafrikas zu erkunden und mit ihren Kameras festzuhalten.
21.2., 16 Uhr, Passage Kinos

Kleine graue Wolke
»Da gibt es eine kleine graue Wolke an deinem blauen Himmel.« So umschreibt der Arzt die Diagnose Multiple Sklerose. Für Sabine Marina war es ein furchtbares Gewitter – bis sie beschloss, einen Film über sich und ihre Krankheit zu drehen. mit anschl. Gespräch
24.2., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Menschen untereinander
Ein Berliner Mietshaus als Mikrokosmos einer modernen Großstadt; Wand an Wand reihen sich Glück und Trauer aneinander. Der Film zeichnet mit der Fülle der unterschiedlichen Lebensläufe ein gesellschaftskritisches Bild der Goldenen Zwanziger. Stummfilm mit Orgelimprovisation von Maria Wolfsberger
26.2., 20 Uhr, Paul-Gerhardt-Haus

Filmriss Filmquiz
… denn sie quizzen nicht, was sie tun! Die Rateshow rund ums Thema Film geht in eine neue Runde mit Fragen, Clips, Spielen und reichlich Preisen zu aktuellen Kinoproduktionen. André Thätz und Lars Tunçay servieren kurzweilige Clips und witzige Facts aus der Filmgeschichte.
25.2., 20 Uhr, Conne Island

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.