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Gott sei Dank kein Buch

»Kabeljau & Dorsch« klicken sich im Café baubau durch ihre multimediale Anthologie

Ausschnitt des Anthropologie-Covers Größeres Bild

Im »Alter Roter Löwe Rein«, dem verrauchten Zentrum des Neuköllner Zugezogenen-Universums, trifft sich einmal im Monat das Who’s who der jungen Berliner Literaturszene. Seit 2014 wählen die Veranstalter der Lesereihe »Kabeljau & Dorsch« jeweils drei Texte aus, die von den Autoren in der zumeist rappelvollen Kneipe präsentiert werden.

Die Höhepunkte aus dieser Zeit sind jetzt in einer digitalen Anthologie erschienen, die auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen E-Book-Award 2016 ausgezeichnet wurde.

»Wir haben 1,5 Jahre an diesem Buch gearbeitet und es ist kein Buch geworden. Wir sind heilfroh«, schreiben die Herausgeber auf ihrer Website. Und tatsächlich trifft auf das Enhanced E-Book eher die Gattungsbezeichnung »Wundertüte« zu: Zu jedem der 16 literarischen Beiträge gibt es eine von Schauspielern eingelesene Audio-Fassung, hinzukommen Text-Inszenierungen als Comic, Fotostrecke oder scrollbares Hörspiel. Einige der Autoren werden in aufwendigen Videoporträts und Homestorys vorgestellt. So zeigt das Projekt in beeindruckenden 2,4 Gigabyte, welche Möglichkeiten und Chancen das E-Book-Format für die Zukunft des Buches als erweiterbares Medium bietet.

Am 1. Dezember präsentieren die Macher auf Einladung der Literaturzeitschrift Edit ihre multimediale Anthologie in Leipzig. Zu erwarten ist auch hier eine Art »Enhanced Lesung«: Die Autorin Sandra Gugic und der Autor Robert Wenrich stellen ihre Prosatexte vor, die Herausgeber klicken durch die aufregendsten Beiträge des Projekts – der Rest ist Scrollen.

Malte Abraham, Chris Möller und Sven Schaub (Hg.): Kabeljau & Dorsch Anthologie. Berlin 2016. 400 S. + 6 Std. Audio- und Videomaterial, 8,90 €. Download auf http://www.kabeljau-und-dorsch.de
1.12., 20 Uhr, Café baubau in der GfZK

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