Ein Talent fürs Morden

Ein Talent fürs Morden

CH/AUS/IT/GB/USA 2026, R: Anton Corbijn, D: Olivia Cook, Helen Mirren, Alden Ehrenreich, 106 min

Die nicht selten gestellte Frage nach der Trennung von Künstlerin und Kunstwerk wirft »Ein Talent fürs Morden« nicht auf, nein, er lässt sie schmelzen. Zurück bleibt für die Zuschauerinnen und Zuschauer, in ungeahnt mitreißende Gewässer zu treiben und sich niemals sicher darin zu wähnen, etwas sei zu absurd, zu brutal, um wahr zu sein. Der bemerkenswert kurzweilige Spielfilm dreht sich dabei um die Einfalt, den Erfolg und den Druck der eigenwillig und zurückgezogen lebenden Patricia Highsmith (»Der talentierte Mr. Ripley«). Das Leben und Wirken der US-amerikanischen Schriftstellerin wird durchdrungen von ihrem Schreiben, davon, welche Geschichten sie wie erzählt, davon, Erwartungen zu erkennen und sich immer wieder selbst zu übertreffen. Die Vexierspiele gelingen so hervorragend durch die erschreckende und vereinnahmende Präsenz von Helen Mirren in der Rolle als Highsmith, aber auch durch das markante Auftreten Alden Ehrenreichs als ihr anheimgefallener Verlagsmitarbeiter. Der niederländische Regisseur Anton Corbijn (»Control«) schafft hier ganz großes Kino. Nichtsdestotrotz wirkt der ein oder andere Schockmoment etwas plakativ, fügt sich aber in die klare, ununterbrochen spannende Erzählung ein, die es erst ermöglicht, so herrlich auf der Schwelle zwischen Wahrheit und Fiktion zu wanken. Das ist unheimlich und unheimlich stark. Claudia Helmert


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