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Emrah Serbes: Deliduman

Emrah Serbes: Deliduman —

Sommer 2013: Çaglar ist siebzehn. Während auf dem Taksim-Platz in Istanbul die türkische Gesellschaft gegen ihre Unterdrückung rebelliert, trägt er in der kleinen Hafenstadt Kıyıdere seinen eigenen Kampf aus. Die Mutter ist tablettenabhängig, der Vater nicht aufzufinden und der Onkel zwar Bürgermeister, aber ein »verdammter Hund«. So bleibt Çaglar nichts übrig, als sich allein der schwierigen Aufgabe zu stellen, seiner … weiterlesen

Rudyard Kipling: Von Ozean zu Ozean

Rudyard Kipling: Von Ozean zu Ozean —

Im Jahre 1887, Rudyard Kipling hatte sich bereits ersten Ruhm als Autor durch Erzählungen und Gedichte erworben, fand er die Möglichkeit, sein Reisefieber zu finanzieren – ganz einfach, indem er Reisereportagen und -briefe schrieb. Sein Wechsel zur Zeitung The Pioneer in Allahabad ermöglichte dies. Kipling macht sich in seinen Texten immer wieder über den Mann lustig, der, im Zug sitzend … weiterlesen

Kristina Schilke: Elefanten treffen

Kristina Schilke: Elefanten treffen —

Schon der Titel des Debütromans von Kristina Schilke klingt etwas absonderlich: »Elefanten treffen«. Das steht für eine Gruppe begeisterter Motorradfahrer, die einmal im Jahr durch Waldesreuth knattert und sich dann zum Saufgelage im Wald trifft. Überhaupt ist das Dorf ein Kabinett der Absurditäten: Da ist die Versicherungsangestellte Sarah, die nichts mehr liebt als ihre Wellensittiche und nächtelang Pornos guckt, das … weiterlesen

Jo McMillan: Paradise Ost

Jo McMillan: Paradise Ost —

»Motherland« heißt der autobiografisch geprägte Debütroman von Jo McMillan und bringt damit seinen Inhalt besser auf den Punkt als der deutsche Titel »Paradise Ost«. Das Mutterland, auf das sich die in den späten Siebzigern in einer englischen Kleinstadt heranwachsende Jess bezieht, ist – die DDR. Jess’ anfänglich überraschende Verehrung für Honecker und Co. kommt nicht von Ungefähr: Ihre Mutter Eleanor … weiterlesen

Aleš Šteger: Archiv der toten Seelen

Aleš Šteger: Archiv der toten Seelen —

Thriller, Groteske, Gesellschaftsroman, Stadtporträt? Irgendwie steckt von allem etwas in Aleš Štegers »Archiv der toten Seelen«. Mit seinem ersten Roman ist dem slowenischen Autor, der bislang vor allem als Lyriker hervorgetreten ist, eine ziemlich ungewöhnliche Geschichte und eine ebenso ungewöhnliche Form der Geschichtsaufarbeitung gelungen. Dreh- und Angelpunkt ist Maribor, das 2012 europäische Kulturhauptstadt wurde. Mitten im Medienrummel und überdies zur … weiterlesen

Peter Stamm: Weit über das Land

Peter Stamm: Weit über das Land —

Peter Stamms neuer Roman beginnt mit einem Idyll: Büsche umschließen das Einfamilienhausglück am Rand einer kleineren Stadt in der Schweiz. Tagsüber sind sie kaum wahrnehmbar, nachts allerdings werfen sie lange Schatten und wirken so bedrohlich, als wären sie die Mauern eines Gefängnisses. Thomas, der Protagonist in »Weit über das Land«, entflieht diesem Idyll. Gerade aus dem Urlaub in Spanien gekommen, … weiterlesen

Lasha Bugadze: Der Literaturexpress

Lasha Bugadze: Der Literaturexpress —

Georgien, Tiflis, 2008. Vor dem Hintergrund des beginnenden Kaukasuskrieges treibt der junge Schriftsteller Zaza mehr oder weniger ziel- und antriebslos durch seine Tage. Sein Werk besteht aus einem einzigen Erzählband, dessen Verkauf schleppend läuft, seine Freundin Elene trennt sich von ihm, nachdem er sich eines Nachts im Schlaf verplappert und seine Untreue gesteht, er liegt den Eltern auf der Tasche, … weiterlesen

Karen Duve: Macht

Karen Duve: Macht —

Wir befinden uns im Jahre 2031. Der Weltuntergang steht kurz bevor. Die Menschen haben es ein wenig übertrieben mit dem CO2-Ausstoß, und nun rollen Naturkatastrophen ungekannten Ausmaßes über den Planeten. In Deutschland saufen die Städte entweder im Hochwasser ab oder werden von Superstürmen dem Erdboden gleichgemacht. Die Reaktionen darauf reichen von ernsthaften Rettungsinitiativen über die Gründung irrwitziger Sekten bis hin … weiterlesen

Peter V. Brett: Der Thron der Finsternis

Peter V. Brett: Der Thron der Finsternis —

In den endlosen Weiten schlechter bis mediokrer Fantasy-Literatur tauchen selten genug Highlights auf. Auf Peter V. Bretts »Dämonen-Zyklus« trifft das unbedingt zu, auch wenn es ein Triumph des Zwielichts ist. 2009 begann die sinistre Pentalogie, die mit dem vierten Band »Der Thron der Finsternis« den Zieleinlauf antritt. Originell wirkt die entworfene Welt auf den ersten Blick nicht. Es ist eine typische … weiterlesen

Miha Mazzini: Deutsche Lotterie

Miha Mazzini: Deutsche Lotterie —

Den Appeal eines Schreibschulen-Romans wird »Deutsche Lotterie« bis zur letzten Seite nicht los. Dabei ist Miha Mazzini ein gestandener slowenischer Autor. Aber seine deutsche Erstveröffentlichung weist alle Allüren auf, mit denen ein Literaturinstitut-Erstling einem das Lesevergnügen typischerweise vergällt. Grundmuster: Eine nette Idee, die zur Novelle oder zum Theaterstück taugt, wird als Roman ausgerollt. Ein intellektuell eher schlichter junger Mann arbeitet im … weiterlesen