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Ute Holl et al. (Hg.): Gespenster des Wissens

Ute Holl et al. (Hg.): Gespenster des Wissens —

»Die Zeit ist aus den Fugen«: Als Gespenst kehrt Hamlets Vater wieder, um von seinem Mörder zu künden. Von Wissen, Brüchen, Unverfugtem handelt auch »Gespenster des Wissens«, eine Festschrift, die in ihrem Charakter weit über solche Pflichtübungen in Sachen Laudatio hinausreicht. Für den Literatur- und Kulturwissenschaftler Joseph Vogl wurde sie angelegt, der einem breiteren Publikum vor einigen Jahren durch seine … weiterlesen

Didier Fassin: Das Leben

Didier Fassin: Das Leben —

Klare Sprache, brillante theoretische Verschmelzung und deren Verschränkung mit empirischen Beobachtungen machen »Das Leben. Eine Gebrauchsanweisung« zu einem intellektuellen Schatz. In seinen Frankfurter Adorno- Vorlesungen, der Grundlage dieses Buches, entwickelt Didier Fassin eine Theorie, mit der er einen merkwürdigen, ja grausamen Widerspruch unserer Zeit analysiert: Trotz der hohen Wertschätzung des Lebens im Allgemeinen werden einige Leben herabgewürdigt. Es ist jenes … weiterlesen

Ralph Grüneberger und Walter Thomas Heyn: Leipziger Liederbuch

Ralph Grüneberger und Walter Thomas Heyn: Leipziger Liederbuch —

Im Jahre 1987 war ganz schön was los. Michail Gorbatschow rief auf dem Plenum des Zentralkomitees der KPdSU die Perestroika aus, ein gewisser Mathias Rust landete mit seiner Cessna in der Nähe des Roten Platzes, Thomas Gottschalk moderierte zum ersten Mal »Wetten, dass …?«. Und in Leipzig? Im Auftrag des GISAG-Kombinats organisierten der Dichter Ralph Grüneberger und der Musiker Walter … weiterlesen

Hans von Trotha: A Sentimental Journey

Hans von Trotha: A Sentimental Journey —

Manche Schriftsteller sind so bedeutend, dass wir nicht nur ihren Geburtstag feiern, sondern auch ihren Sterbetag. Zu diesem erlauchten Kreis gehört Laurence Sterne, der am 18. März 1768 das Zeitliche segnete. Sein Werk ist nicht sehr umfangreich, es besteht, neben einigen Predigten, aus den beiden Romanen »The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman« und »A Sentimental Journey Through France … weiterlesen

Georg M. Oswald: Unsere Grundrechte

Georg M. Oswald: Unsere Grundrechte —

Kein anderer gutbürgerlicher Beruf ist so prädestiniert für Literatur wie der des Juristen. Bernhard Schlink (»Der Vorleser«), Ferdinand von Schirach (»Terror«), Juli Zeh (»Unterleuten«) – sie alle eint der analytische Blick auf Sprache und der Sinn für das, was eine Gesellschaft zusammenhält oder auseinanderbrechen lässt: Gesetze, Moralvorstellungen und die Fallhöhe dazwischen. Seit einem knappen Jahrzehnt gehört auch der Münchner Georg … weiterlesen

Bildungslücke, Folge 27 – Kerstin Hensel: Stilleben mit Zukunft (1988)

Bildungslücke, Folge 27 – Kerstin Hensel: Stilleben mit Zukunft (1988) —

»Wir lieben anders« – mit diesem Statement eröffnet im Jahr 1988 das Lyrikdebüt von Kerstin Hensel. Es ist ein Gefühl, das hoffentlich jeder Mensch schon einmal hatte. Das große Anderssein jedoch, das sozialistische Dichter die ganze Welt umfangen sehen wollten, war darüber hinaus nirgends mehr auszumachen: »Auf der Straße ist alles / wieder wie’s gestern war / und du weißt … weiterlesen

Karl Ristikivi: Die Nacht der Seelen

Karl Ristikivi: Die Nacht der Seelen —

Formal fährt dieser Roman ganz schön auf. Das Exil des estnischen Schriftstellers Karl Ristikivi in Schweden verwebt sich darin mit einem kräftigen Schuss Surrealismus. Der Ich-Erzähler ist nicht zuverlässig, er irrt sich, seine Erinnerung versagt. Und neben diesem grimmig-humorvollen Bericht bieten die 373 Seiten auch ein unfertiges Theaterstück, eine possenhafte Gerichtsverhandlung und einen Brief, in dem sich der Autor einer … weiterlesen

John Lanchester: Die Mauer

John Lanchester: Die Mauer —

»Die Mauer war überall und insofern kein Bauwerk, sondern ein Zustand.« Was Historiker Stefan Wolle für die DDR festhielt, gilt auch für das Großbritannien der nahen Zukunft. Zumindest für die Version, die John Lanchester für das Inselreich zeichnet: Es ist eine einzige Festung, die die Außenwelt abschottet. Rekrut Joseph Kavanagh erreicht das um die ganze Insel errichtete Bollwerk und tritt seinen … weiterlesen

Giulia Becker: Das Leben ist eins der Härtesten

Giulia Becker: Das Leben ist eins der Härtesten —

Zuletzt noch mit Jan Böhmermann auf Konzertreise, hat die in der siegerländischen Provinz geborene und als »Schwester Ewald« auf Twitter bekannt gewordene Autorin Giulia Becker nun ihren Debütroman vorgelegt. In »Das Leben ist eins der Härtesten« zeigt die Kölnerin humoristisches Feingefühl und einen über Treppenwitze hinausgehenden Verstand für die Dramaturgie des Alltags. Im Zentrum der Handlung stehen vier Figuren, die das … weiterlesen

Yrsa Daley-Ward: Alles, was passiert ist

Yrsa Daley-Ward: Alles, was passiert ist —

Yrsa Daley-Ward ist eine dieser Autorinnen, die wie Rupi Kaur ihre Texte in den sozialen Medien teilen und dadurch Leserinnen und Aufmerksamkeit gewinnen. Verwunderlich ist ihr enormer Erfolg nicht, auch wenn »Alles, was passiert ist« das erste ins Deutsche übersetzte Buch der Schriftstellerin ist – ihre Gedichte und Kurztexte sind auch in Englisch gut zu verstehen. Abseits aller Inhalte zeigt … weiterlesen