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Dino Buzzati: Die Tatarenwüste

Dino Buzzati: Die Tatarenwüste —

Giovanni Drogo, frisch zum Leutnant ernannt, ist an eine Grenzanlage im Norden beordert worden. Hoffnungsfroh macht er sich auf den Weg, der Beginn seines wirklichen Lebens! Doch seine Erwartungen werden enttäuscht. Die Festung erweist sich als trist und abgelegen, Drogo möchte auf dem Absatz kehrtmachen. Möglich wäre es, ließe er sich nicht beschwatzen – wenigstens vier Monate muss er bleiben. … weiterlesen

Reginald Dwayne Betts: Felon

Reginald Dwayne Betts: Felon —

Das Unkenntlichmachen der eigenen Vergangenheit sei ein Dialekt, angeeignet nach Erfahrungen im Gefängnis. Zumindest behauptet dies der afroamerikanische Lyriker Reginald Dwayne Betts im ersten Gedicht seiner vierten, auf Englisch erschienenen Anthologie »Felon« [Verbrecher]. In dieser Sammlung schreibt er gegen das Verstecken seiner persönlichen Geschichte an: Mit 16 verurteilte ihn ein Gericht in Virginia zu acht Jahren Haft für einen Autodiebstahl, … weiterlesen

Christian Dürr: Die Befreiung oder Marcelos Ende

Christian Dürr: Die Befreiung oder Marcelos Ende —

Manuel Gluckstein wächst in Argentinien auf. Seine Eltern sind Shoah-Überlebende und nach Südamerika ausgewandert. Schwer lastet ihr Schweigen über die Vergangenheit auf dem Haus der Glucksteins. Früh bricht Manuel von zu Hause aus. Im Buenos Aires der siebziger Jahre beginnt er zu studieren und schließt sich einer Studentengruppierung an, die die Rückkehr des im Exil lebenden Politikers Perón fordert. Doch … weiterlesen

Otto Zoff: Die Hugenotten

Otto Zoff: Die Hugenotten —

Im Wiener Verlag E. P. Tal erschien 1937 das Buch des österreichischen Schriftstellers und Dramatikers Otto Zoff, das zu einem der meistübersetzten Werke der Emigration wurde: »Die Hugenotten – Geschichte eines Glaubenskampfes«. Der Konstanzer Südverlag, in dem das Buch bereits 1948 neu aufgelegt wurde, bringt es in diesem Jahr wieder heraus. Obwohl das Thema nicht aktuell klingt, lohnt die Auseinandersetzung … weiterlesen

Olivia Golde: Karstadt waren wir

Olivia Golde: Karstadt waren wir —

»Ich könnte einen neuen Badeanzug gebrauchen.« Was für ein hübscher kleiner Satz! Unauffällig und unverfänglich – und doch dürften sich so manche ertappt fühlen, wenn sie ihn jetzt in Olivia Goldes Buch »Karstadt waren wir« lesen. Golde hat keinen Badeanzug gekauft, sie hat ein Buch geschrieben über das ehemalige Karstadt-Kaufhaus, also auch über das Centrum-Warenhaus. Immer wieder ist die 1992 geborene … weiterlesen

Mustafa Khalifa: Das Schneckenhaus

Mustafa Khalifa: Das Schneckenhaus —

Hafez al-Assad, der Vater von Baschar al-Assad, putschte sich 1970 an die Macht in Syrien. In den folgenden Jahren festigte er seine Herrschaft, indem er zahlreiche Oppositionelle wegsperren und foltern ließ. Unter ihnen auch den Juristen Mustafa Khalifa, der sich wiederholt gegen das Regime engagiert hatte. Ohne Anklage inhaftierten die Machthaber ihn zwischen 1982 und 1994 in verschiedenen syrischen Gefängnissen, … weiterlesen

Edna O’Brien: Das Mädchen

Edna O’Brien: Das Mädchen —

O’Brien schrieb ihre ersten Romane über die Probleme irischer Mädchen im katholischen Irland der 1960er Jahre und wurde von der Zensur auf den Index gesetzt. Nun hat sie sich an ein aktuelles und noch schwierigeres Thema gewagt: Im April 2014 wurden in Nigeria die sogenannten Chibok Girls von Dschihadisten entführt. Eines der Mädchen, Maryam, berichtet in ihren eigenen Worten über traumatische … weiterlesen

Yambo Ouologuem: Das Gebot der Gewalt

Yambo Ouologuem: Das Gebot der Gewalt —

Ein schaukelnder Lastwagen, Musik aus einem Grammofon. Eine nackte Frau, ein nackter Mann, Stöhnen. Draußen, in Sicht- und Hörweite, also -nähe, ein weiterer Mann, onanierend, unbemerkt, bis ihn seine Verlobte entdeckt und entsetzt anstarrt. Der Mann blickt »seiner Verlobten tief in die Augen, um sich von dieser hasserfüllten Eifersucht durchdringen zu lassen« – und schlägt sie tot, dabei eine Hand … weiterlesen

Nora Zeale Hurston: Barracoon

Nora Zeale Hurston: Barracoon —

Die afro-amerikanische Anthropologin und Schriftstellerin nahm 1927 den Zug von New York in den Süden, bis nach ­Alabama. Ihr Ziel: einen der letzten Überlebenden des Sklavenhandels zu interviewen. Oluale Kossola, der in den USA den Namen Cudjo Lewis annahm, war 86 Jahre alt, als Hurston ihn aufsuchte. Viele Jahre zuvor war er mit dem Schiff »Clotilde« in den amerikanischen Süden … weiterlesen

Jean Stafford: Die Berglöwin

Jean Stafford: Die Berglöwin —

Die Geschwister Ralph und Molly wachsen im sonnigen Kalifornien auf, wo sie sich im Alter von zehn und acht Jahren mit Scharlach anstecken. Die Folgen der Krankheit isolieren die beiden von anderen Kindern, und auch in ihrer überspannten Familie, bestehend aus der Mutter und zwei älteren Schwestern, sind sie die Außenseiter. Nach dem Tod des Großvaters nimmt ihr Onkel die … weiterlesen