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Rezensionen

Grund zur Annahme

Grund zur Annahme

III

III

Schmissige, funky Gitarrentöne akzentuieren die eingängige und kaum zu bändigende Melodie des Saxofons. Dazu grooven die Drums, die bisweilen die Hektik, den Verdruss aufgreifen, die der Titel des Stücks zu wecken vermag: »Mein Speicher ist Voll! Deiner Auch?«. Und weiter treibt man durch komponierte und improvisierte Klanggefilde des Modern-Jazz-Trios Grund zur Annahme mit »Verlorene Potenziale im Rouladenkoma«. Dabei ist der Name durch die kleinen zeitlichen Verschiebungen, durch die der Rhythmus fast schon träge und stockend wirkt, und durch die behäbige Tiefe des Blasinstruments Programm. Darauf folgend schlagen Lorenz Bergler an Saxofon und Bassklarinette, Marvin Müller an der E-Gitarre und Felix Kothe am Schlagzeug ruhigere Töne an. Obgleich »III« das Debütalbum der Leipziger ist, sind sie keine Unbekannten mehr: Bergler musiziert unter anderem in dem genreverwandten Quartett Clank oder improvisiert und interpretiert in Gellért Szabós Ideal Orchester, Müller gehört auch zur Band Fuge und Kothe ist Teil der Gruppe Frau Lehmann sowie ebenfalls des Ideal Orchesters. Alle drei eint die Lust am Experimentieren, ohne sich dabei im Zusammenspiel gegenseitig zu übertrumpfen. So ist ihr Debüt mit der hübsch bunten Covercollage eine herrliche Einheit, bei der die Klänge nur so flirren, treiben und manchmal sogar gefällig, ja eingängig schwirren. Es bleibt der Eindruck, dass noch mehr Kraft und Energie in dem Trio sprudeln könnte, wovon sie sicherlich live zu überzeugen wissen. Claudia Helmert

Flosse

Flosse

Lotterleben

Lotterleben

Ein »Lotterleben« zu führen, war in der Generation meiner Großeltern der denkbar schwerwiegendste aller Vorwürfe. Denn die damit assoziierte Zügel- und Ordnungslosigkeit stand in deutlichem Kontrast zu den vielbeschworenen »deutschen Tugenden«, die damals noch ungleich höher im Kurs standen als heute. Einige Dekaden und moralische Umwälzungen später ist all das für die in Leipzig und Dresden beheimatete Band Flosse scheinbar Grund genug, ihr neues Album genau so zu nennen: »Lotterleben«. Und in der Tat zelebriert das Quartett darauf einmal mehr die ausschweifende Haltlosigkeit des jungen, urbanen Schlendrians, der nicht so recht weiß, wohin er will, sich damit aber eigentlich auch ganz wohl fühlt. So blinken Flosse mal rechts, um dann links zu fahren, und spielen im nächsten Moment eingängige Pop-Melodien, obwohl sie laut Waschzettel doch eigentlich eine »Modern Jazz«-Band sind. Es stimmt, Flosse sind nicht auf einen Punkt zu bringen. Dazu passt, dass sie ganz auf Harmonieinstrumente verzichten. Umso mehr Entfaltungsspielraum bleibt dabei für die Bläserfraktion um Trompeter Max Diller, der allein fünf der hier vorliegenden neun Kompositionen beitrug. Nicht selten geht es dabei rhythmisch hart und atonal zu, wie im Opener »Vitamin B12«, das von Saxofonist Hannes Kemper komponiert wurde und gleich das dynamische Potenzial der Band und insbesondere des Drummers Tim Gerwien unterstreicht. Doch immer wieder nimmt die Band sich im Verlauf des Albums zurück und schlägt auch harmonische, gar balladeske Töne an, wie im so schönen wie schlichten »Dionysos«. Eine Wonne, dass die Band auf »Lotterleben« auch den Gott der Freude und des Weins grüßt. Prost! Luca Glenzer

Breaking Rust

Breaking Rust

Unbroken

Unbroken

»I’m gonna be me, and stay busy working hard and being free« – wenn ein Album schon mit solchen Lyrics startet, sollte man am besten gleich ausmachen, da wird nichts Gutes mehr kommen. Die Zeilen stammen vom Country-Soul-ähm-»Künstler« Breaking Rust. Und der einzige Grund, warum man sich damit näher auseinandersetzen sollte, ist, dass es sich hier um ein Phänomen handelt, das die Musikwelt in nächster Zeit noch ausgiebig beschäftigen wird. Hinter Breaking Rust steckt nämlich kein echter Künstler – die Musik ist 100 Prozent KI-generiert. Auch das wäre an sich noch nicht sonderlich interessant, schließlich werden mittlerweile jeden Tag um die 50.000 (!) KI-generierte Songs bei den Streaming-Diensten hochgeladen. Erwähnenswert ist Breaking Rust allerdings, weil dessen Song »Walk my Walk« es im letzten Jahr auf Platz 1 der US-amerikanischen Billboard-Country-Charts schaffte. »Unbroken« ist nun quasi sein Debütalbum und sammelt ebenfalls Streams in Millionenhöhe. Über den Inhalt muss man nicht viele Worte verlieren: Textlich ist das Ganze eine Aneinanderreihung einfallslosester Klischees über Freedom, Whisky und Regrets. Dass der authentische Cowboy, der unbeirrt seinen Weg geht, bloß eine maschinell erzeugte Simulation ist, ist dabei natürlich besonders ironisch. Zugeben muss man leider, dass zumindest die Vocal-Performance Peak ist: rau, soulig, sogar so etwas wie Schmerz in der Stimme. Wer nicht weiß, dass es sich hier um das Werk einer Maschine handelt, hört das nicht. Als Phänomen ist Breaking Rust auch kein Einzelfall. Die KI-Sängerin Xania Monet hat mit einer ähnlich generischen R’n’B-Simulation kürzlich sogar einen millionenschweren Plattenvertrag unterschrieben. Tja, was bleibt nun als Fazit? Ist das jetzt der Untergang der Pop-Musik? Vielleicht ein Trost: Wenn KI in Zukunft die nervige Arbeit des Songschreibens übernimmt, haben Musikschaffende zumindest mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben, wie die Steuererklärung oder das Bad putzen. Yannic Köhler

Kim Gordon

Kim Gordon

Play me

Play me

»Play me« ist eine Aufforderung – und Kim Gordon meint sie ernst. Nicht als Bitte um Aufmerksamkeit, sondern als selbstbewusste Setzung: Hör zu, wenn du willst. Ich werde mich nicht erklären. Auf ihrem dritten Soloalbum spielt sie mit Erwartungen, Rollen und Rhythmen – und bleibt dabei vollkommen bei sich. Wer Kim Gordon noch immer vor allem mit Sonic Youth verbindet, hört hier eine Künstlerin, die ihre Vergangenheit kennt, aber nicht verwaltet. »Play me« ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein präziser, gegenwärtiger Entwurf. Die Tracks sind kurz, Beat-fokussiert, trocken produziert und überraschend zugänglich. Kompromisslos, ja – aber nie demonstrativ sperrig. Der Titeltrack eröffnet mit einem motorischen Groove und fragmentierten Sprachfetzen, die wie ein ironischer Kommentar auf Playlist-Kultur und Dauerverfügbarkeit wirken. In Stücken wie »Girl with a Look« oder »Dirty Tech« treffen minimalistische Beats auf Gordons charakteristische, fast gesprochene Vocals: kühl, lässig, kontrolliert. Ihre Stimme steht nicht im Vordergrund, sie behauptet sich – ruhig, bestimmt, ohne Pathos. Dass in »Busy Bees« Dave Grohl Schlagzeug spielt, wirkt dann auch weniger wie ein prominentes Feature als wie ein augenzwinkernder Kommentar auf den Rock-Background. Thematisch kreist das Album um Macht, Körper, Technologie und Autonomie, ohne diese Begriffe je auszuerzählen. Die 72-Jährige performt Haltung, statt sie zu erklären. »Not Today« zeigt eine unerwartet melodische Seite, während andere Tracks mit Hip-Hop-Anleihen, Noise-Texturen und elektronischer Kargheit spielen. Das Album wirkt wie eine Verdichtung von Gordons bisheriger Soloarbeit: fokussierter, direkter, rhythmischer. Gordon klingt hier nicht wie jemand, der sich neu erfinden muss, sondern wie eine Künstlerin, die genau weiß, was sie tut – und warum sie sich nichts mehr beweisen muss. Ein Album, das nicht laut um Aufmerksamkeit buhlt, sondern lange nachhallt. Kerstin Petermann

Lynt

Lynt

Lynt

Lynt

Ist das schon Pop oder kann das noch in den Club? – Eine Frage, die Lynt sicher gar nicht interessiert. Mehr noch: Die Einordnung in irgendwelche Genres ist für das Leipziger Duo wohl eher eines der »favourite problems« anderer. Die Frage würde sich auf ebenjenem ersten Song des selbstbetitelten Albums neben den anderen dort aufgezählten Problemen wie »Zombies und Enten«, oder »das eigene genaue Sterbedatum zu kennen« ganz gut machen. Sie würde auch klarstellen, wo Theresa Elflein aka Elfyn und Marco Pilzecker musikalisch stehen: Alles, was flasht, knallt, pusht und elektrifiziert – kurz: alles, was der Synthesizer hergibt, darf sein. Und darüber kommt immer wieder Theresa Elfleins kräftige, mitunter leicht rauchige Stimme. Aus Ermangelung anderer Beschreibungen werden Lynt dann eben gerne auch mal mit Cindy Lauper verglichen. Wenn’s der Vorstellung dient, gerne. Und definitiv sind die zehn Tracks hier poppiger und tanzbarer als die Musik von Marco Pilzeckers früherer Band Captain Capa. Der Ton der Lyrics ist aber irgendwie ähnlich: In Fragmenten zeichnen die Songs Beobachtungen des Alltags, persönliche Beziehungen oder große Fragen des Mensch-Seins – eben favourite problems. Viel mehr als Fragmente sind es aber eben nicht, die einen mitunter auch etwas ratlos zurücklassen. Vor allem, wenn man gerade im Beat steckt und sich in Synthie-Schleifen dreht. Deshalb sind Lynt im Zweifelsfall am besten auf dem Dancefloor aufgehoben. Kerstin Petermann

Kabeaushé

Kabeaushé

Kabeaushé presents: Iggy Swaggering Ungrateful Incessant Little Peeeaaaaaaa

Kabeaushé presents: Iggy Swaggering Ungrateful Incessant Little Peeeaaaaaaa

Wenn ein Album den Titel »Kabeaushé presents: Iggy Swaggering Ungrateful Incessant Little Peeeaaaaaaa« trägt und die Songs darauf so exorbitante Namen wie »Life’s Waaaaaaay Too Fleeeeeteen« oder »Inevitably Pride Begets A Fall, An Oueveture In The Key Of E Minor« (im Original zudem alles in Großbuchstaben) haben, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder ist hier ein Blender am Werk, der versucht, mit prätentiösen Titeln den belanglosen musikalischen Inhalt zu kaschieren – oder jemand hat gerade tatsächlich die Platte des Jahres veröffentlicht. Beim neuesten Release des kenianischen Pop-Visionärs Kabeaushé tendiert man bei der Antwort eindeutig zu Letzterem. Die Handlung des Albums spielt im fiktiven Reich The Doerf Kingdom und erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall seines größenwahnsinnigen Despoten Iggy. Der Größenwahn dieser Kunstfigur korreliert dabei hervorragend mit dem Sound der Platte – und ergibt ein furioses, schrilles, schillerndes Stück Pop-Kunst, das vor Einfallsreichtum nur so überbrodelt. Genregrenzen sind dabei vollkommen obsolet: Industrial-Rap trifft auf Psych-Funk, glitchy Electronica auf französischen Barock und Gospel-Einschübe. Hier wird eine höfische Spinett-Suite von Glam-Rock-Gitarren abgelöst, dort über Orchester-Bombast-Beats gerappt, die dann von hibbeligen 8-Bit-Electro-Einlagen durchbrochen werden. Kabeaushé merkt man den Spaß an der Übertreibung mit jedem Ton an. Bei aller Überfrachtung klingt »KP:ISUILP« (wie wir den Albumtitel hier mal mit Blick aufs Zeichenlimit abkürzen) aber erstaunlich zugänglich, danceable und vor allem kohärent. Wie aus einem, nun ja, etwas megalomanen, aber stimmigen Guss. Yannic Köhler

Satt

Satt

Oh No!!!

Oh No!!!

Rastlos ist der Rhythmus, elektronische Blitze zucken auf. Unaufhaltsam winden sich Gitarrenklänge in den Schallrausch. Joachim »Jo« Wespel aka Beatdenker (u. a. Zur Schönen Aussicht), Christian Weber (u. a. schon Teil des Michael-Wollny-Trios gewesen) und Alfred Vogel (u. a. How Noisy are the Rooms?) wuchten nach ihrer ersten gemeinsamen Improvisation, »Oh Yeah!!!«, nun den gut 43-minütigen Track »Oh No!!!« in die Welt. Das Trio aus Deutschland, Österreich und der Schweiz überzeugt mit einer durchgehenden Strahlkraft, einer nicht zu bändigenden Energie, die (auch) durch die Aufnahme pulsiert. Webers Bass ist unberechenbar, Vogels Schlagzeug ganz ungestüm und dazu rauschen Wespels elektronische Samples – mal Floskeln aus Lauten oder Melodien. Insbesondere Letztere schweben über dem Zusammenspiel, sie wandeln sich von geräuschvoller Wirrnis zur eindringlichen Tonfolge und umgekehrt. Letztlich sind Satt die Summe ihrer drei Einzelteile, die sich immer wieder neu aneinandermorphen. Fasziniert, vielleicht manchmal verdutzt, hört man sich so in das bewegende Klangkaleidoskop ein. Ein besseres Fazit gibt die warme Stimme eines der Samples, das an dieser Stelle fast schon gespenstisch wirkt, zwischen den reibenden und treibenden Tönen: »A-A-Amazing!« Claudia Helmert

Dk.dando

Dk.dando

Tourist

Tourist

Bei einem Auftritt von Dk.dando an einem wunderschönen Spätsommertag in der Kolonnadenstraße bohrte sich die Hook von »Alles Touristen« in mein Gedächtnis. Mittlerweile befinden wir uns im tiefsten Winter, der Ohrwurm ist nach wie vor da – und die Erwartungen an das elfte Release der beiden Leipziger wurden noch übertroffen: Das Album wird mit dem besagten Dancetrack und der titelgebenden Thematik des Tourists im eigenen Leben eröffnet. Von Anfang an sind die verkopften Texte von Dando sowie die Distanz zum geliebten Leipzig auffällig. So wird auf einem dystopischen Lofi-Beat Klein-Paris zu Babylon, dann kopfnickend über bösartige menschliche Wesenszüge »Am besten gelacht« und mal schwermütig, mal beschwingt über die überlastete Leistungsgesellschaft, die Umstände in den neuen Bundesländern, den zerstörerischen Kapitalismus und wie man sich darin wiederfindet, berichtet. Dass das Album mit der Geschichte einer Freundschaft sowie dem einzigen Feature – M der Ninja – endet, gleicht der Befreiung aus dieser belastenden Welt. Musikalisch fehlt es dem ausschließlich von D.K.denz produzierten Album an nichts. Die experimentierfreudigen Beats resultieren mithilfe von tiefen Cello-Melodien, eingesprochenen Nietzsche-Aphorismen, einem Kinderchor und den zum Nachdenken anregenden Lyrics in ein einzigartiges Album, in dem man sich leicht verlieren kann. Christian Boeddener

Yīn Yīn

Yīn Yīn

Yatta!

Yatta!

»There is no Yin without Yang and no Yang without Yin.« – Das niederländische Quartett Yīn Yīn eröffnet sein neues Album mit fernöstlicher Philosophie. Das Sprachsample und die einsetzenden Grooves erinnern an Public Service Broadcasting – und das soll nicht die letzte Referenz des zitatreichen Sounds ihres vierten Albums sein. In gerade mal sechs Jahren hat sich die Formation aus Maastricht einen bemerkenswerten Referenzspielraum erschlossen. Es mag abgegriffen klingen, das Klischee des Angekommenseins, und Yīn Yīn sind sicher nicht die erste Band, die ihr neuestes Werk als ihr bestes bezeichnet. Aber der Name »Yatta!« (japanisch für »Wir haben es geschafft«) passt. Die vier nehmen sich selbst zum ersten Mal als professionelle Band wahr. Als solche gingen sie gemeinsam ins Studio und spielten die elf Stücke live ein. Das Ergebnis ist pure Spielfreude. Gerade bei dem Groovemonster »Spirit Adapter«, das als einziges Stück durch den entrückten Falsettgesang von Bassist Remy Scheren bereichert wird, könnte man fast denken, dass Daft Punk in meinem Haus spielen. »Lecker Song« wiederum dreht die Wahrnehmung dann kurz darauf in Richtung Spaghetti-Western. Dann klingt »Night in Taipei« wieder wie die Musik zu einem chinesischen Technicolor-Film der Goldenen Sechziger. Als Soundtrack für einen Edgar-Wallace-Streifen würde die Musik von Yīn Yīn auch gut taugen. Neben fernöstlicher Psychedelik erinnert das Ganze sehr an Khruangbin. Die Gitarre übernimmt die Lead-Stimme, ist aber nicht so dominant wie bei den Texanern. Das Zusammenspiel ist tight, der Groove sitzt. Lars Tunçay

Atol Atol Atol

Atol Atol Atol

Dron Dron Dron

Dron Dron Dron

Ein hektisch ausschlagender, dabei genauso diszipliniert punk-funky zuckender wie Zeitklangzonen durchschneidender No-Wave-Blitz trifft mich direkt ins vergnügt springende Herz und reißt (zumindest potenziell) den Körper mit. So erlebt zuletzt im Hitness Club und nun nachklingend nachvollziehbar auf Tonträgern, deren Magnetband-Version beim Leipziger Kassettenlabel U-Bac erschien. Atol Atol Atol aus Wrocław sind dabei jedoch nicht die Summe zerhackter und verquirlter Referenzen, sondern ein elektrisierender Eigensoundbastard, der dynamisch drängt und teils sogar dubby den Raum auslotet. Als Favoriten meines Hier und Jetzt können sie aber zudem anregen, Post-Punk-Sedimente aufzuwirbeln, vor Ort von Klaus Mitffoch bis Kurws, wo es personell Bezug gibt, sowie im Keller der Subkultur-Historie: James Chance, Devo, The Ex, Dog Faced Hermans ... Eine Leitlinie der Lieblinge, die hoffentlich verleitet. Alexander Pehlemann

Puma Blue

Puma Blue

Croak Dream

Croak Dream

Jacob Allen aka Puma Blue legt mit »Croak Dream« bereits sein zweites Album innerhalb eines Jahres vor. Bei der neuen Platte sei es ihm ein Anliegen gewesen, ausgetretene Pfade zu verlassen und auszuloten, wie weit er sich von seinem etablierten Sound lösen könne. Abhilfe schaffen sollen dabei Jungle-Drum-Beats und verschleppte, mit warmen Bässen angereicherte Trip-Hop-Grundgerüste. Die Zusammenführung der Stile geht in Anbetracht des einnehmenden Sounds auf, wie beispielsweise auf dem Highlight »Heaven above, Hell below« und im atmosphärisch beeindruckenden Finale von »(Fool)«. Das Saxofon, das sich im letzten Drittel zart an den Gesang anschmiegt, verleiht dem Song mit nur wenigen Tönen emotionale Tiefe. Am deutlichsten sind die elektronischen Einflüsse auf »Jaded« zu hören, das sich voll und ganz auf seinen treibenden Beat konzentriert. Auch hier überzeugt der Sound des Titels, nichts klingt gekünstelt, aber da sich der Song noch mal einen Schritt weiter von Puma Blues warmem Downtempo-Pop entfernt, wirkt er verloren unter den restlichen Songs. Der Titeltrack ist eine ausgewalzte Radiohead-Hommage und völlig überflüssig, weil Puma Blue es gar nicht nötig hat, sich derart offensichtlich anzubiedern. An und für sich bieten fast alle Titel genug Anreize, sich eingehend mit ihnen zu beschäftigen, im Albumkontext sind sie aber gleichzeitig in ihrer Struktur zu uniform und in ihren Klangexperimenten zu uneinheitlich, um ein großes Ganzes zu ergeben. Der Drang zum Experimentieren steht Puma Blue aber gut und lässt auf einen großen Wurf beim nächsten Album hoffen. Jakob Semmer

The Morning Stars

The Morning Stars

A Hymn without a Sound

A Hymn without a Sound

Die Musikgeschichte hat uns schon so manches gelehrt. Etwa, dass sogenannte Supergroups längst nicht immer Supermusik spielen. Das musste das geneigte Publikum in den vergangenen Jahrzehnten anhand der Veröffentlichungen von Bands wie Rock Star Supernova, Asia oder Hollywood Vampires auf mitunter schmerzvolle Weise erfahren. Nun schickt sich anno 2026 mit The Morning Stars eine neue Formation an, den ramponierten Ruf der Supergroup wieder in Ordnung zu bringen. Teil des Quartetts sind neben Sängerin und Keyboarderin Barbara Morgenstern Felix Müller Wrobel (Kante, Sport), Alex Paulick (Kreidler) und Sebastian Vogel (Britta, Kante). Musikalisch bewegen sich The Morning Stars im sphärischen Post-Rock-Bereich. Manchmal werden dabei Erinnerungen wach an die Schotten von Mogwai, in anderen Momenten grüßen Bands wie Stereolab oder The Sea and Cake – beileibe also nicht die schlechtesten Referenzen! Doch anders als den genannten Bands fehlt es der Berliner Band an guten Songs. Dass ihre Mitglieder imstande sind, diese zu schreiben, haben sie mit ihren anderen Projekten zur Genüge bewiesen. So drängt sich der Verdacht auf, dass The Morning Stars als Resterampe annehmbarer, aber eben nicht zwingender Songs herhalten musste. Früher hätte man Stücke wie »Can’t stand up«, »Like this« oder »Chainsaw Fiddle« mutmaßlich als B-Seite einer Single verwurschtet. Aber B-Seiten braucht in Zeiten digitaler Musikfluten nun wirklich keiner mehr. Luca Glenzer

Kapa Tult

Kapa Tult

Immer alles gleichzeitig

Immer alles gleichzeitig

Sie hätten auch eine Platte voller gefälliger Hits schreiben können. Man hört es während des Openers »Es bringt mir nichts«, glasklar wird es spätestens bei Track vier, »Mit mir schläfst du«. Nach dessen bitter-wahren Strophen – die auf simplen, repetitiven Riffs genug Raum kriegen, um wehzutun – möchte man sich in die Katharsis des Refrains fallen lassen: »Du kumpelst ab mit allen, aber mit mir schläfst du!«, wird anklagend und befreiend gerufen, aber dann kommt diese experimentell-jazzige Einlage, kurz vor Schluss. Die Band hat offensichtlich kein Problem damit, ein bisschen sperrig zu werden, und »Immer alles gleichzeitig« klingt, als hätten sie diesbezüglich mit Moses Schneider den idealen Produzenten gefunden. Angeblich galt während der Aufnahmen striktes Hall- und Overdubverbot, weswegen das Album deutlich trockener, nahbarer und organischer klingt als sein Vorgänger »Es schmeckt nicht«. Inhaltlich gibt »Immer alles gleichzeitig« einen soliden Überblick über das, was gerade so los ist. Leistungsdruck im Spätkapitalismus, Klimakrise, Rechtsruck und daneben noch die privaten Baustellen. Alle Bandmitglieder haben eigene Textanteile geschrieben und eingesungen, was zur gefühlten Nähe der Titel beiträgt und gleichzeitig der hart besungenen Realität den Fatalismus nimmt. Deswegen, und wegen der schlagkräftigen Keyboard-Bass-Kombi, kann man trotz allem gut zu »Immer alles gleichzeitig« tanzen. Laura Gerlach

Kaja Draksler Octet

Kaja Draksler Octet

Bare, Unfolding

Bare, Unfolding

Das starke Summen durchdringt, flirrt und schliert mit der Violinenmelodie bis in höchste Höhen. Zartfüßig lockt das erste Stück »Of Years Past« ins neue Album von Kaja Drakslers Oktett. Dieses Mal inspirierte die gebürtige Slowenin die Poesie des japanischen Haikumeisters Matsuo Bashō (1644–1694). Wie auch seine Worte besticht die Musik mit vermeintlich klaren, einfachen Versen und bisweilen rätselhaften Beobachtungen. Es ist eine Leichtigkeit, in die komplexen Klangdimensionen abzutauchen, sich in dem herrlichen und durchgehend von Energie triefenden Zusammenspiel des Ensembles zu verlieren. Neben der Pianistin, Komponistin und Improvisatorin betören so insbesondere Laura Polence und Björk Nielsdóttir mit ihren erfüllenden Stimmen. Ihnen gelingen sowohl die besonders fragilen Gesangsparts als auch der hypnotisch repetitive Sprechgesang, wie etwa im Stück »Autumn Eve« – stets wohnt den beiden ein Zauber inne. Gemeinsam mit Ab Baars (Tenorsaxofon, Klarinette und Shakuhachi, eine japanische Flöte), Ada Rave (Tenorsaxofon und Klarinette), George Dumitriu (Violine und Viola), Lennart Heyndels (Kontrabass) sowie Onno Govaert (Drums und Perkussion) schmelzen Gedanken an traditionelle japanische Musik und zerfließen in hinreißender Pracht barocker Lieder, wie etwa in dem starken Stück »Flimsy Curtain«. Mit kühlen, melancholischen Klangfarben erschüttert auch das letzte Stück »Has it returned« auf eine besondere Weise. Auch die dritte Veröffentlichung des Oktetts ist ganz und gar umwerfend! Claudia Helmert

The Notwist

The Notwist

Magnificent Fall

Magnificent Fall

Seit 35 Jahren schraubt und schreddert die deutsche Indie-Institution um die Brüder Micha und Markus Acher nun schon an immer neuen Songideen. Dabei haben sie diesen ganz eigenen Notwist-Sound geprägt, eine Mischung aus Elektronik und Melancholie, die in den 13 Tracks auf »Magnificent Fall« allgegenwärtig ist. Hinzu kommen Jazz-Grooves und Spurenelemente des Krautrock, Anleihen an frühe kosmische Musik. Der gitarrenverstärkte Noiserock bleibt hier außen vor. In einigen Momenten ist die Handschrift von Martin »Console« Gretschmann unüberhörbar, der die Band 2014 verlassen hat – die Compilation besteht aus verschiedenen Sonderveröffentlichungen, darunter EPs, Splits und limitierte Singles seit 2002, sowie einigen bisher unveröffentlichten Stücken. Hinzu kommen drei Remixe der Wegbegleiter Odd Nostam (»13 & God«) sowie von Ada und Grizzly Bear. Das könnte als ideenlose Resteverwertung einer Band, der nichts mehr einfällt, verstanden werden, aber nicht hier: The Notwist begreifen »Magnificent Fall« als »Schatten-Album«, eine alternative Realität, und bei allen Einzelteilen lässt sich dieses Herbstalbum auch wunderbar als Gesamtwerk hören. Zudem kann von Ideenmangel nicht die Rede sein – The Notwist sind quicklebendig: Für März steht mit »News from Planet Zombie« bereits das nächste, zehnte Studioalbum an. Lars Tunçay

PVA

PVA

No more like this

No more like this

Für alle Partymäuse der Welt, die im Irrtum leben, am 23. Januar 2026 ein Fest voller treibender Tracks von PVA in Vinylform in die Ohren eingespritzt zu bekommen, sage ich nur: Achtung, träumt nicht zu tanzlustig! Drei Jahre nach »Blush«, dem Debütalbum des Londoner Trios, das der Welt zeigte, wie Acid mit Disco, viszeralen Synthesizern und postpunkigem Sprechgesang klingt, hofften viele, auf dem nächsten Album eine höhere Stufe der Elektroexplosion zu erleben. Die Realität sieht jedoch anders aus. PVA sind offensichtlich des Raves müde. Schließlich tourt die Band seit mindestens vier Jahren mit »Blush« um die Welt. Auch vom Label Ninja Tune hat sie sich getrennt, um nun eine Platte zu veröffentlichen, die mehr über ihren inneren Zustand preisgibt. Auf dem zweiten Langspieler verewigen PVA eigenständig einen sphärischeren, dunkleren und eher intimen Sound. Die zehn Songs sind näher an Pop oder Trip-Hop als am Dancefloor. Sie erinnern an Musik von Tricky oder Massive Attack – voller sinnlicher weiblicher Gesänge, umgeben von synthetischen und verzerrten Klangteppichen. Sie tragen eine Stille in sich, die viel Raum für den Gesang von Ella Harris schafft. Ihre Stimme surft auf Reverb- und Delay-Wellen und flüstert Zeilen wie: »My Jaw drops / Your Claws hit / To the Fat of my Cheek / You take a Bite.« Sensuell, schwermütig und somatisch klingt sie zu hypnotischen Synthesizern und gedämpften perkussiven Elementen, die die Party auf dem fernen Dancefloor erahnen lassen – und in Tracks wie »Send« kurz in den Vordergrund rücken, um dann wieder zu verschwinden. Es ist klar: PVA leben jetzt im Afterparty-Modus. Sind etwa die fetten Jahre schon vorbei? Libia Caballero Bastidas

Dry Cleaning

Dry Cleaning

Secret Love

Secret Love

Auf dem dritten Langspieler des Quartetts aus Südlondon setzen sich Überforderung, Angst und gesellschaftlicher Druck unmittelbar im eigenen Körper fest. Stress bleibt hier nicht abstrakt, sondern schlägt direkt auf Haut, Gliedmaßen und Organe durch. Die Augen werden bei einem Bootstrip verbrannt, Blut taucht auf Haut, in den Augen und unter den Nägeln auf (»Blood«). »I constantly think there are Spiders on me and around me«, resümiert Frontfrau Florence Shaw in »Let me grow and You’ll see the Fruit«. »Evil Evil Idiot« zeigt einen Körper, der vorzeitig verbraucht ist. Der Genuss von verbranntem Essen steht hier neben Verfall und Kontaminationsangst. Der Körper schwankt zwischen Lust und Zersetzung, zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Daneben verhandelt das Album vermeintlich leichter zugängliche Themen wie die Unmöglichkeit echter Nähe und Zuneigung (»Secret Love«, »The cute Things«), Leistungsdruck und Machismus. In einigen sehr gelungenen Zeilen – die im bekannt monoton-lethargischen Spoken-Word-Vortrag von Shaw gelegentlich untergehen – plädiert »Secret Love« jedoch für Sanftheit, das Eingestehen der eigenen Schwäche und Überforderung in einer dauererhitzten Zeit. Getragen wird all das von groovigen, eingängigen Riffs, die stellenweise an The Fall erinnern und dem Album trotz seiner Schwere eine erstaunliche Zugänglichkeit verleihen. Ein Muss bei der nächsten Augenspülung. Jonas Fritzsche

Die Sterne

Die Sterne

Wenn es Liebe ist

Wenn es Liebe ist

Totgesagte leben länger. Das gilt auch und gerade für Die Sterne. Nach dem Ausstieg der beiden Urmitglieder Thomas Wenzel und Christoph Leich war die Veröffentlichung des ersten Albums mit neuer Besetzung vor fünf Jahren ein erstes Achtungszeichen. »Hallo Euphoria« aus dem Jahr 2022 konnte die hohe Qualität halten. Und jetzt? Setzt die Band noch einen drauf! Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Band. Denn dass Die Sterne genau das (und eben nicht Die Frank-Spilker-Gruppe) sind, kann man auf diesem Album so deutlich hören wie zuletzt auf »Räuber und Gedärm« – und das ist immerhin zwanzig Jahre her. Die beiden (gar nicht mehr so) neuen Mitglieder Jan Philipp Janzen und Phillip Tielsch (beide Von Spar) und die Keyboarderin Dyan Valdés haben sich über die letzten fünf Jahren merklich warmgespielt und offenbaren einmal mehr, dass sie die Sterne-Gleichung – Funk mal Pop plus Krautrock minus Berechenbarkeit plus das gewisse Etwas – im Schlaf beherrschen. Songs wie »Ich nehme das Amt nicht an« (dieser Groove!), »Ändern wir je den Akkord« (dieses Riff!) oder »Es war nur ein Traum« (diese Melodie!) haben auf jeden Fall jetzt schon einen festen Platz auf zukünftigen Sterne-Best-ofs. Und ja, Sie haben recht: Warum dann »nur« vier Schiffchen für Die Sterne? Ganz einfach: Weil die Messlatte in diesem Fall aufgrund vergangener Veröffentlichungen wie »In echt« (1994) und »Posen« (1996) in geradezu unerreichbarer Höhe liegt. Aber auch wirklich nur deshalb! Luca Glenzer

Kraftklub

Kraftklub

Sterben in Karl-Marx-Stadt

Sterben in Karl-Marx-Stadt

Mach doch mal ein Konzeptalbum, haben sie gesagt. Das ist deep, haben sie gesagt. Und dann kam »Sterben in Karl-Marx-Stadt« dabei raus. In der ersten Hälfte kommt das fünfte Album von Kraftklub wie eine Abhandlung über Tod, Vergänglichkeit und Sterben daher. Und es ist tatsächlich irgendwie deep. Gleich der erste Track heißt »Unsterblich sein« und zeigt Vergänglichkeit von ihrer größenwahnsinnigen und zarten Seite: Heute und in unserer Liebe sind wir unsterblich. »Wenn ich Tod bin« feiert das Afterlife als Paradies (»Wenn ich Tod bin, wird drei Tage geravet«), verhandelt dabei gleichzeitig Ideale im Hier und Jetzt und stellt die Tabuisierung des Todes in Frage. So klar das Konzept erst scheint, nach der Hälfte des Albums kommt mit »Schief in jedem Chor« der Plottwist. Da sind Kraftklub wieder ganz Kraftklub. »Solang noch einer ›Fickt euch alle‹ schreit, ist hier noch nichts verlorn«, ranzen die Chemnitzer und machen klar: Gemütlich im Jenseits auf der Wolke chillen und auf die Baustellen der Menschheit schauen ist nicht. Es gibt noch viel zu kämpfen. Noch klarer ist die Ansage im nächsten Track: »So rechts« rechnet mit Alltagsrassismus in all seinen hässlichen Facetten ab. Das selbstherrliche Ich-bin-ja- nicht-rechts-aber…-Gefühl wird gleich mit angezählt. Kraftklub, wie wir sie seit der ersten Platte kennen. Und genau so zeigen sie sich nicht nur textlich, sondern auch musikalisch: Den Beat immer auf die Zwölf, Rhymes und Flows auf den Punkt. Mit Nina Chuba, Faber, Dominanza und Deichkind gibt es spannende und logische Kooperationen. »Sterben in Karl-Marx-Stadt« ist weniger ein Konzeptalbum über Vergänglichkeit und Sterben als vielmehr eins über Kraftklub. Es bringt die Chemnitzer auf den Punkt. Nörgler würden sagen: Ist halt wieder Kraftklub, die feiern eh wieder alle ab, sind halt wieder Aussagen gegen rechts. Aber genau das ist auch richtig so. (...) Kerstin Petermann

Mexikodro

Mexikodro

Still goin The EP

Still goin The EP

Das Musikbusiness ist dreckig. Das musste Mexikodro, seines Zeichens Beatproduzent aus Atlanta, am eigenen Leib erfahren. Vor zehn Jahren zeichnete er mit seinem Kollektiv Beatpluggz verantwortlich für den »Plug«-Sound, der die Soundcloud-Ära prägte: reduzierte Beats mit ätherischen Synthesizern, dichten Basslines und eingängigen multi-instrumentalen Melodien. Mexikodro war der gefragte Mann und belieferte die Künstler der Stunde mit den heiß begehrten Beats mit dem ikonischen »Plug!«-Sample. Unter diesen war auch ein gewisser Playboi Carti, der durch den Kickstart auf Plug-Beats zu einem der erfolgreichsten Rapper der Gegenwart wurde. An der angemessenen Bezahlung ließ er es dann allerdings mangeln; Mexikodro wurde um Geld und angemessene Anerkennung geprellt. Nach Querelen mit Labels, Suchtproblemen und Haftstrafen war Mexikodros Stern am Sinken. Es wurde Zeit für einen Neustart und der Produzent wechselte vom Mischpult in die Booth. »Still goin« impliziert das Durchhaltevermögen eines geborenen Hustlers; auf der 14 Song starken EP geht es vor allem ums Wiederaufstehen, die Akzeptanz beschissener Zeiten und die stolze Zurschaustellung eines scheinbar langweiligen Lebens. Auf »Remy« rappt er in breitestem Südstaatenslang »Catch me with my Dogs by myself drinkin’ Wine / I be tired in my Bed, ’round nine«. In einer Hip-Hop-Kultur, die von der Glorifizierung verschreibungspflichtiger Medikamente und selbstzerstörerischen Verhaltens geprägt ist, durchaus erfrischend. Auf »Maid« wird die Indifferenz gegenüber anderer Leute Erwartungen – analog zum Cover – deutlich: »All these Folks staring, I got Crocs on my Feet«. Es ist sein Gespür für Beats, welches das Projekt herausragend macht. Musikalisch geht es immer weiter in Atlanta. Und man freut sich für einen, der Frieden mit sich gefunden hat. Jan Müller