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Hyperculte

Hyperculte

Massif Oriental

Ein elektrisch verstärkter Kontrabass erscheint zunächst wie ein Anachronismus, genauso wie Franzosen, die Krautrock spielen oder den unkaputtbaren Evergreen »Eisbär« von Grauzone covern. Hyperculte beweisen aber nicht nur in jedem Fall das Gegenteil, sondern führen das alles auf »Massif Oriental« auch mit minimalem Personalaufwand zusammen: Schlagzeug, Kontrabass und Effektgeräte erzeugen einen naturgemäß sehr rhythmusbetonten Sound, der Assoziationen zu Krautrockbands wie … weiterlesen

Lingua Nada

Lingua Nada

Djinn

Die Musik auf den früheren Veröffentlichungen von Lingua Nada wurzelte meist in Hardcore, Math- und Post Rock, in den dazugehörigen Leipziger Communities haben sie sich über die letzten Jahre einen glänzenden Ruf erspielt, ihre hiesigen Gigs sind meist kleine Szene-Events. Auf »Djinn« präsentieren sie sich als Band, die noch etwas vorhat im Leben – beziehungsweise, die auch mal rauskommen möchte … weiterlesen

Hunney Pimp

Hunney Pimp

Chicago Baby

Hätte Hildegard Knef damals schon Zugang zu Drummachines gehabt und Trapmusik gekannt, wäre dabei vielleicht etwas Ähnliches herausgekommen wie »Chicago Baby«: Die Eckkneipendiva und Vorzeigewienerin Hunney Pimp fährt auf dem Album einen Film, der in Sepiaoptik und mit viel Budget für zeitgenössische Kostüme daherkommt. In einer gefühlten Zeit, in der Gangster noch Halunken genannt wurden, spielt die Bonnie-und-Clyde-Story des Albums, … weiterlesen

Tindersticks

Tindersticks

No treasure but hope

Manchmal ist Hoffnung der größte Schatz. Dann, wenn einem alles andere abhandengekommen ist. Die Liebe. Die Kraft, dem bedrückenden Leben zu entfliehen. Der Silberstreif am Horizont. »No treasure but hope« heißt das aktuelle Album der Tindersticks. Und Stuart Staples besingt eine neue Beziehung. Er singt von Urlaub statt Flucht und dem Sonnenaufgang am Anfang eines neuen Tages. Dabei ist dieses dreizehnte … weiterlesen

Gang Starr

Gang Starr

One of the best yet

Ein Album nach 16-jähriger Pause; und man grübelt, ob diese LP nach Gurus viel zu frühem Tod wirklich angebracht ist. Es ist indes ein sehr gutes Album geworden, wenn man den früheren Qualitätsmaßstab des legendären Duos zugrunde legt. Und völlig ausblendet, dass Hiphop sich über die Jahre immer wieder verändert hat und nach »T-Paining« einige Trap- sowie Internet-Leichtgewichte aktuell mehr … weiterlesen

Thomanerchor

Thomanerchor

Bach-Kantaten

Ein Weihnachtsoratorium ist es zwar noch nicht, aber die erste Bach-CD der Thomaner unter Gotthold Schwarz lässt hoffen: Im schlichten Blau kommt die »Cantatas« betitelte Scheibe daher – zweifellos der Beginn einer Serie. Alles andere wäre auch verwunderlich, denn seit Karl Straube hat jeder Thomaskantor seine individuelle Sicht auf JSB auf Konserve gebracht. Die Unterschiede zum Vorgänger sind erstaunlich. Scheinbar en … weiterlesen

La Tempête

La Tempête

Monteverdi: Marienvesper

Sorry, liebe Leipziger, ihr müsst jetzt ganz stark sein: Das großartigste Stück der Kirchenmusikgeschichte ist kein Werk von Bach. Keine h-Moll-Messe, kein Weihnachtsoratorium, keine Matthäuspassion. Sondern Claudio Monteverdis Marienvesper als dem Jahr 1610, ohne die die Musikgeschichte anders verlaufen wäre. Es gehört zu den Besonderheiten des Werks, dass jede Interpretation einen anderen Akzent setzt. Simon-Pierre Bestion und sein Ensemble La Tempête … weiterlesen

Korova

Korova

Insight

Während vor dem Fenster die letzten Blätter und Reste vom goldenen Oktober sterben, lassen sich ziemlich gut Einsichten in die »Insight«-EP gewinnen: Es sei eine melancholische Grundstimmung empfohlen. Strukturell sind Korova aus Dresden eine Rockband, zwei Gitarren, ein Bass, Drums, Synthies und die beiden Stimmen enthalten sich aber jeglicher Rockismen. Die fünf Tracks der EP wabern und gleiten, oft dominiert … weiterlesen

Nick Cave & The Bad Seeds

Nick Cave & The Bad Seeds

Ghosteen


»Hörs Dir an und entscheide selbst.« Das ist die wohl gängigste Antwort, wenn Musiker gefragt werden, was ein bestimmter Song bedeuten soll. Nick Cave ist die Personifizierung dieser Antwort. Nicht, weil er selbst keine Antwort auf die Frage nach der Bedeutung hätte. Im Gegenteil: Er hat sie ganz klar und entschieden. Aber für sich, und nicht für die Menschen, die … weiterlesen

Patrick Watson

Patrick Watson

Wave

Das Leben hat es mit Patrick Watson in der letzten Zeit nicht allzu gut gemeint: Sein langjähriger Drummer Robbie verließ die Band, Watson und seine Partnerin trennten sich und seine Mutter verstarb während der Aufnahmen zu »Wave«. Der kanadische Künstler machte das Beste daraus. Mit »Wave« schenkt er uns eine Ode an die Energie, die jeder Neuanfang freisetzt und an … weiterlesen