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Heimsuchung

Heimsuchung

D/F 2026, R: Volker Schlöndorff, D: Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff, 118 min

In ihrem 2007 erschienenen Roman »Heimsuchung« rollt Jenny Erpenbeck die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts auf – anhand eines Grundstücks am Scharmützelsee. Dort lebt zunächst ein jüdischer Tuchfabrikant mit seiner Familie. Als die Nazis an die Macht kommen, muss er das Grundstück verkaufen. Ein Architekt errichtet dort ein Haus für seine zweite Ehefrau. Das Haus überdauert den Krieg, doch das Ehepaar setzt sich ab, als die Mauer kommt. Eine Schriftstellerin und überzeugte Kommunistin zieht ein mit ihrer Familie und erlebt, wie die großen Visionen eines sozialistischen Staates zerfallen. Die Enkelin der Schriftstellerin ist Erpenbeck, die in ihrem Roman als Erzählerin ihre Kindheitserinnerungen bei ihren Großeltern verarbeitet. In rund zwei Stunden Film hat Regisseur Volker Schlöndorff den Stoff nun gegossen. Er konzentriert sich komplett auf den Ort und spart einige Nebenstränge wie den der jüdischen Familie im Warschauer Ghetto und in Auschwitz aus, behält aber die Erzählerinnenstimme bei. Nicht das einzige Element, das dem Film etwas altmodisch Lehrbuchhaftes gibt. Mascha Schilinski war da mit ihrem ähnlich gelagerten Cannes-Gewinner »In die Sonne schauen« wesentlich eindringlicher. Was bleibt, sind ein hervorragendes Ensemble u. a. mit Martina Gedeck, Lars Eidinger und Susanne Wolf, hübsche Naturpanoramen und die Chronik des Übergangs vom Nationalsozialismus zum Sozialismus, die im deutschen Kino immer noch untererzählt ist. LARS TUNÇAY


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