La bola negra

La bola negra

E/F 2026, R: Javier Calvo, Javier Ambrossi, D: Guitarricadelafuente, Miguel Bernardeau, Carlos González, 159 min

Einem jungen Mann aus reichem andalusischen Hause wird 1932 aufgrund seiner vermuteten Homosexualität der Zutritt zu einem elitären Club verwehrt. Fünf Jahre später verlieben sich in einem nordspanischen Militärhospital ein Soldat, der auf Seiten der Franco-Nationalisten kämpft, und ein republikanischer Kriegsgefangener distanziert ineinander. Und im Jahr 2017 soll ein erfolgloser Bühnenautor aus Madrid ein mysteriöses Erbe seines ihm unbekannten verstorbenen Großvaters antreten. Federico García Lorca gilt als bedeutendster spanischer Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. 1936 wurde er zu Beginn des Bürgerkriegs von Faschisten ermordet, die seine politisch linke Gesinnung und seine Homosexualität verachteten. Sein Werk »La bola negra«, welches das damalige Tabu-Thema offen ansprechen sollte, konnte Lorca nicht mehr vollenden. Dessen geplanten Inhalt reißen die Regisseure Javier Calvo und Javier Ambrossi nun in prallen Kinobildern an und verweben ihn mit zwei Hauptgeschichten, die auf der Vita und Recherchearbeit von Co-Drehbuchautor Alberto Conejero, vor allem aber auf dessen Theaterstück »La piedra oscura« von 2013 über Lorcas große Liebe Rafael Rodríguez Rapún basieren. Das Ergebnis ist ein erzählerisch wie formal faszinierendes, episches Leinwandmelodram, das auf drei Zeitebenen und voller poetischer Zwischentöne vom Lieben und Leiden, Kämpfen und Kreieren in Spanien erzählt. Peter Hoch


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