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London

London

AT 2026, R: Sebastian Brameshuber, D: Clifford Agu, Lana Prerad, Bobby Sommer, 122 min

Wer jemals länger mit einer Mitfahrgelegenheit gefahren ist, kennt das Szenario: Man sitzt zwangsweise mit einem oder mehreren Fremden gefangen, entweder herrscht Stille – oder bei Sympathie rankt eben ein zartes Gespräch, das viele bunte Blüten treiben kann. Das ist auch der Kern von »London«, in dem der österreichische Rentner Bobby regelmäßig zwischen Wien und Salzburg pendelt, um dort seinen langjährigen im Koma liegenden Freund zu besuchen. Dabei öffnen sich seine Türen – für Mitfahrer und jede Menge Themen, von Wurst bis Orson Welles. Der Wehrdienstleistende mit Schlaftrauma, der an seiner Eignung zweifelt, die aus der Ukraine stammende Frau, die vom analogen Kennenlernen schwärmt, und der albanische Student, der den Film »Avatar« als marxistisches Meisterwerk adelt. Auch Bobbys Kofferraum des Lebens gibt dabei natürlich einiges preis. Big Talk im Pkw: Dieser gefühlte Hybrid aus Spielfilm und Doku gleitet sanft wie auf einer Autobahn dahin, ohne große Spannungskurven oder dramaturgische Überholmanöver. Man lauscht allen kurzzeitig wechselnden Figuren gern bei ihrer situativen Seelenöffnung – auch wenn man beim österreichischen Slang manchmal die Ohren spitzen muss. Die formale Klarheit des Films bremst ihn aber zwangsweise auch in Sachen Bildsprache und Narration aus – als Auto wäre er quasi ein verlässlicher, aber PS-armer Mittelklassekombi mit viel Stauraum für kurze Storys. Markus Gärtner


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