Wild Horse Nine

Wild Horse Nine

GB/USA/CHL 2026, R: Martin McDonagh, D: Sam Rockwell, John Malkovich, Steve Buscemi, 118 min

Martin McDonagh hat sich in knapp zwanzig Jahren mit gerade mal vier Langfilmen unter die besten Regisseure unserer Zeit gemischt. Seine unnachahmliche Handschrift verbindet ernste Themen mit einem lakonischen britischen Humor. Nachdem sich seine beiden Oscar-Erfolge – das Trauerdrama »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri« und der historische »Banshees of Inisherin« – auf etwas anderem Terrain bewegten, erzählt er nun wieder eine Killerballade, die ein wenig wirkt wie eine Fortsetzung im Geiste seines Erstlings »Brügge sehen und sterben«. Ebenso lebensmüde wie damals Colin Farrell ist der von John Malkovich brillant verkörperte CIA-Agent Chris. Gemeinsam mit seinem jüngeren Kollegen Lee (Sam Rockwell) ist er 1973 in Chile stationiert, um »die noch junge Demokratie zu destabilisieren«. Dass er dies unverblümt und ungefragt gegenüber zwei jungen Chileninnen am Flughafen erwähnt, liegt daran, dass Chris Krebs im fortgeschrittenen Stadium hat. So soll die gemeinsame Reise mit Lee auf die Osterinseln eine Art Abschied sein, will Chris doch die berühmten Statuen sehen, bevor er abtritt. Doch wenn man einen Kopf gesehen hat, kennt man alle und Chris wird sich nicht kampflos seinem Vorgesetzten MJ unterordnen, der ihn am liebsten rasch unter die Erde bringen will. McDonagh wandelt hier auf bekanntem Terrain – und landet erneut einen Homerun. Auch »Wild Horse Nine« glänzt mit beißendem Humor und einem großartigen Ensemble, in dem auch Steve Buscemi (als MJ) mal wieder glänzen darf. LARS TUNÇAY


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