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Die Sauna

Die Sauna

Tut beni

Tut beni

Gut, dass man nicht immer versucht ist, von der Qualität des Bandnamens auf die der Musik zu schließen. Sonst hätte ich die Songs von Die Sauna womöglich nie kennengelernt. So aber fiebere ich seit der Veröffentlichung des 2019er Debütalbums »So schön wie jetzt war es noch nie« – dessen schöner Titel übrigens für den Bandnamen entschädigt – jedem neuen Lebenszeichen der Band entgegen. Nun folgt mit »Tut beni« Album Nummer drei. Und was soll ich sagen: Ich würde es auch dann rauf und runter hören, wenn es von einer fiktionalen Band namens Die Parzelle oder Die Thermoskanne stammen würde. Dass das jedoch nicht der Fall ist, macht schon der Opener klar: »Ein neuer Strand« schließt an den uniquen Sauna-Sound an – mit verhallten Gitarren, eingängigen und doch immer wieder überraschenden Arrangements und Vocals, die zwischen Überschwang und Überdruss changieren. Im deutschsprachigen Raum passende Referenzen zu finden, fällt schwer. Einzig International Music drängen sich dabei auf – mit dem Unterschied, dass Die Sauna jeder Hang zu Dada-Tendenzen abgeht. Und auch der Sound des Sextetts, das neben zwei Gitarren auch zwei Schlagzeuge umfasst, kommt insgesamt deutlich opulenter daher als der des Essener Trios. Auf internationaler Ebene muss man bei Songs wie »Ich liebe dich« und »Sorry« mitunter an Alben wie »Darklands« von The Jesus & Mary Chain oder »Going blank again« von Ride denken. Und ja, ein ähnlicher Status sei »Tut beni« in vierzig Jahren auch gewünscht. Luca Glenzer


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