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Márton Illés

Márton Illés

Bowed Spaces

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Geigerin Patricia Kopachinskaja ist hier mit Musik des aus Ungarn stammenden und in Deutschland lebenden Komponisten Márton Illés (geb. 1975) zu erleben, der ihr bereits vier Werke widmete. Sein Konzert »Vont-tér« für Violine und Kammerorchester von 2020 gleicht einer Wanderung durch eine zerklüftete Welt voll psychologisch aufgeladener klanglicher Extreme und ist damit wie geschaffen für Kopachinskaja, die tatsächlich jedes klangliche Abstraktum zu beleben vermag. Denn ein traditionell mit Violine assoziierter, gestrichener klassisch-süßer Geigenton findet sich hier nicht, dafür eine ungeheure Palette alternativer Klangerzeugungsmöglichkeiten im Dialog mit dem virtuos agierenden Münchener Kammerorchester. In »Sketch 1–3« erweitert der Komponist diese Klangwelt noch, indem er die Violine mit Live-Electronics koppelt. Die so entstandene »Hyper«-Geige potenziert die Möglichkeiten des akustischen Instruments. In allen Kompositionen der Aufnahme geht es um klangliche Transformation: um sich bewegende, sich verschiebende, zusammenbrechende energetische Situationen und Felder. Inspiriert fühlt sich der Komponist dabei insbesondere von psychologischen und physiologischen Vorgängen und Zusammenhängen im menschlichen Körper. Ganz direkt verweist darauf seine Komposition »Sirt-tér« für Violoncello und Kammerorchester. Die Idee ist hier, menschliches Weinen räumlich erfahrbar zu machen. Cellist Nicolas Altstaedt realisiert dies in unglaublich vielen klanglichen Facetten. Eine hochintensive, zwingende Aufnahme. Anja Kleinmichel


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