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Gorillaz

Gorillaz

The Mountain

The Mountain

Jetzt haben die Gorillaz also auch ihr »Indien-Album« produziert. Ähnliche Erweckungserlebnisse hatten vor ihnen bereits die Beatles und diverse Jazz-Größen. Das subjektive Erlebnis von Damon Albarn und Jamie Hewlett, die seit jeher auf musikalischer und visueller Ebene die Masterminds hinter der Comic-Band darstellen, möchte man ihnen nicht absprechen. Die Umsetzung des Erlebten als Konzeptalbum inklusive neuer, spirituell angehauchter Perspektiven auf Leben, Tod und Vergänglichkeit wirkt aber für Gorillaz-Verhältnisse etwas zu plakativ. Mit dabei sind auch kitschige Erweckungs-Lyrics wie in »The Plastic Guru«, die auf Erstsemester-WG-Partys zu fortgeschrittener Stunde als »echt deep« gefeiert werden könnten. Gleichzeitig beweist Albarn aber auch auf Album Nummer neun noch sein beeindruckendes Gespür für Melodien, den Einsatz von Features und die Verschmelzung von verschiedenen Klangtraditionen, die über die bloße Nutzung von Instrumenten und Mitwirkenden als billiges Schmückwerk hinausgehen. Titel wie »The God of Lying« oder »The Manifesto« mit seiner Drei-Akt-Struktur blähen das Album dabei leider unnötig auf. Mit mehr Mut zur Kürzung wäre es ein stärkeres Gesamtwerk geworden. Stücke wie der Titelsong, »Orange County«, »Delirium« und »The sweet Prince« bieten nämlich Gorillaz in Bestform. Es ist und bleibt die Bürde der Gorillaz, den metaphorischen Gipfel der Popwelt bereits mit ihren drei ersten Alben erklommen zu haben. Mit »The Mountain« kommen sie ihm nach der Formsuche auf den vergangenen Alben aber wieder ein Stück näher. Jakob Semmer


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