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Kabeaushé

Kabeaushé

Kabeaushé presents: Iggy Swaggering Ungrateful Incessant Little Peeeaaaaaaa

Kabeaushé presents: Iggy Swaggering Ungrateful Incessant Little Peeeaaaaaaa

Wenn ein Album den Titel »Kabeaushé presents: Iggy Swaggering Ungrateful Incessant Little Peeeaaaaaaa« trägt und die Songs darauf so exorbitante Namen wie »Life’s Waaaaaaay Too Fleeeeeteen« oder »Inevitably Pride Begets A Fall, An Oueveture In The Key Of E Minor« (im Original zudem alles in Großbuchstaben) haben, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder ist hier ein Blender am Werk, der versucht, mit prätentiösen Titeln den belanglosen musikalischen Inhalt zu kaschieren – oder jemand hat gerade tatsächlich die Platte des Jahres veröffentlicht. Beim neuesten Release des kenianischen Pop-Visionärs Kabeaushé tendiert man bei der Antwort eindeutig zu Letzterem. Die Handlung des Albums spielt im fiktiven Reich The Doerf Kingdom und erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall seines größenwahnsinnigen Despoten Iggy. Der Größenwahn dieser Kunstfigur korreliert dabei hervorragend mit dem Sound der Platte – und ergibt ein furioses, schrilles, schillerndes Stück Pop-Kunst, das vor Einfallsreichtum nur so überbrodelt. Genregrenzen sind dabei vollkommen obsolet: Industrial-Rap trifft auf Psych-Funk, glitchy Electronica auf französischen Barock und Gospel-Einschübe. Hier wird eine höfische Spinett-Suite von Glam-Rock-Gitarren abgelöst, dort über Orchester-Bombast-Beats gerappt, die dann von hibbeligen 8-Bit-Electro-Einlagen durchbrochen werden. Kabeaushé merkt man den Spaß an der Übertreibung mit jedem Ton an. Bei aller Überfrachtung klingt »KP:ISUILP« (wie wir den Albumtitel hier mal mit Blick aufs Zeichenlimit abkürzen) aber erstaunlich zugänglich, danceable und vor allem kohärent. Wie aus einem, nun ja, etwas megalomanen, aber stimmigen Guss. Yannic Köhler


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