anzeige
anzeige
Kaja Draksler Octet

Kaja Draksler Octet

Bare, Unfolding

Bare, Unfolding

Das starke Summen durchdringt, flirrt und schliert mit der Violinenmelodie bis in höchste Höhen. Zartfüßig lockt das erste Stück »Of Years Past« ins neue Album von Kaja Drakslers Oktett. Dieses Mal inspirierte die gebürtige Slowenin die Poesie des japanischen Haikumeisters Matsuo Bashō (1644–1694). Wie auch seine Worte besticht die Musik mit vermeintlich klaren, einfachen Versen und bisweilen rätselhaften Beobachtungen. Es ist eine Leichtigkeit, in die komplexen Klangdimensionen abzutauchen, sich in dem herrlichen und durchgehend von Energie triefenden Zusammenspiel des Ensembles zu verlieren. Neben der Pianistin, Komponistin und Improvisatorin betören so insbesondere Laura Polence und Björk Nielsdóttir mit ihren erfüllenden Stimmen. Ihnen gelingen sowohl die besonders fragilen Gesangsparts als auch der hypnotisch repetitive Sprechgesang, wie etwa im Stück »Autumn Eve« – stets wohnt den beiden ein Zauber inne. Gemeinsam mit Ab Baars (Tenorsaxofon, Klarinette und Shakuhachi, eine japanische Flöte), Ada Rave (Tenorsaxofon und Klarinette), George Dumitriu (Violine und Viola), Lennart Heyndels (Kontrabass) sowie Onno Govaert (Drums und Perkussion) schmelzen Gedanken an traditionelle japanische Musik und zerfließen in hinreißender Pracht barocker Lieder, wie etwa in dem starken Stück »Flimsy Curtain«. Mit kühlen, melancholischen Klangfarben erschüttert auch das letzte Stück »Has it returned« auf eine besondere Weise. Auch die dritte Veröffentlichung des Oktetts ist ganz und gar umwerfend! Claudia Helmert


Weitere Empfehlungen