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PVA

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Für alle Partymäuse der Welt, die im Irrtum leben, am 23. Januar 2026 ein Fest voller treibender Tracks von PVA in Vinylform in die Ohren eingespritzt zu bekommen, sage ich nur: Achtung, träumt nicht zu tanzlustig! Drei Jahre nach »Blush«, dem Debütalbum des Londoner Trios, das der Welt zeigte, wie Acid mit Disco, viszeralen Synthesizern und postpunkigem Sprechgesang klingt, hofften viele, auf dem nächsten Album eine höhere Stufe der Elektroexplosion zu erleben. Die Realität sieht jedoch anders aus. PVA sind offensichtlich des Raves müde. Schließlich tourt die Band seit mindestens vier Jahren mit »Blush« um die Welt. Auch vom Label Ninja Tune hat sie sich getrennt, um nun eine Platte zu veröffentlichen, die mehr über ihren inneren Zustand preisgibt. Auf dem zweiten Langspieler verewigen PVA eigenständig einen sphärischeren, dunkleren und eher intimen Sound. Die zehn Songs sind näher an Pop oder Trip-Hop als am Dancefloor. Sie erinnern an Musik von Tricky oder Massive Attack – voller sinnlicher weiblicher Gesänge, umgeben von synthetischen und verzerrten Klangteppichen. Sie tragen eine Stille in sich, die viel Raum für den Gesang von Ella Harris schafft. Ihre Stimme surft auf Reverb- und Delay-Wellen und flüstert Zeilen wie: »My Jaw drops / Your Claws hit / To the Fat of my Cheek / You take a Bite.« Sensuell, schwermütig und somatisch klingt sie zu hypnotischen Synthesizern und gedämpften perkussiven Elementen, die die Party auf dem fernen Dancefloor erahnen lassen – und in Tracks wie »Send« kurz in den Vordergrund rücken, um dann wieder zu verschwinden. Es ist klar: PVA leben jetzt im Afterparty-Modus. Sind etwa die fetten Jahre schon vorbei? Libia Caballero Bastidas


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