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Yīn Yīn

Yīn Yīn

Yatta!

Yatta!

»There is no Yin without Yang and no Yang without Yin.« – Das niederländische Quartett Yīn Yīn eröffnet sein neues Album mit fernöstlicher Philosophie. Das Sprachsample und die einsetzenden Grooves erinnern an Public Service Broadcasting – und das soll nicht die letzte Referenz des zitatreichen Sounds ihres vierten Albums sein. In gerade mal sechs Jahren hat sich die Formation aus Maastricht einen bemerkenswerten Referenzspielraum erschlossen. Es mag abgegriffen klingen, das Klischee des Angekommenseins, und Yīn Yīn sind sicher nicht die erste Band, die ihr neuestes Werk als ihr bestes bezeichnet. Aber der Name »Yatta!« (japanisch für »Wir haben es geschafft«) passt. Die vier nehmen sich selbst zum ersten Mal als professionelle Band wahr. Als solche gingen sie gemeinsam ins Studio und spielten die elf Stücke live ein. Das Ergebnis ist pure Spielfreude. Gerade bei dem Groovemonster »Spirit Adapter«, das als einziges Stück durch den entrückten Falsettgesang von Bassist Remy Scheren bereichert wird, könnte man fast denken, dass Daft Punk in meinem Haus spielen. »Lecker Song« wiederum dreht die Wahrnehmung dann kurz darauf in Richtung Spaghetti-Western. Dann klingt »Night in Taipei« wieder wie die Musik zu einem chinesischen Technicolor-Film der Goldenen Sechziger. Als Soundtrack für einen Edgar-Wallace-Streifen würde die Musik von Yīn Yīn auch gut taugen. Neben fernöstlicher Psychedelik erinnert das Ganze sehr an Khruangbin. Die Gitarre übernimmt die Lead-Stimme, ist aber nicht so dominant wie bei den Texanern. Das Zusammenspiel ist tight, der Groove sitzt. Lars Tunçay


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