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Aisha Canʼt Fly Away

Aisha Canʼt Fly Away

EGY/SD/TUN/SA/F/D 2025, R: Morad Mostafa, D: Buliana Simon, Ziad Zaza, Emad Ghoniem, 123 min

»Aisha can’t fly away« ist ein dunkler Film in sandfarbener Palette. Er zeigt die prekarisierte Lebensrealität von Aisha, einer sudanesischen Pflegekraft in Kairo. Entfremdet und chancenlos zieht sie in stoischer Gleichgültigkeit ihren Alltag durch, eilt durch die wuseligen Straßen Kairos, versorgt ihre Patientinnen und Patienten mit Mahlzeiten und medizinischer Pflege und beobachtet einen gewaltvollen Bandenkrieg vor ihrem Fenster. Buliana Simon spielt ihre Rolle so überzeugend, zermürbt und zäh zugleich, dass man ihr ohne zu zögern folgt, als der Film vermehrt surreale Symbolik und schließlich Elemente des Body-Horror einsetzt. Aisha wird von ihrem Vermieter, dem Bandenchef Zuka, erpresst und von einem Patienten missbraucht. Ihrem Arbeitgeber ist das egal, er droht Aisha mit der Kündigung. Die Kamera fungiert als Aishas stille Begleiterin, die Soundkulisse ist das Hupen und Rufen der Großstadt, gesprochen wird wenig. Dank eines sehr guten Maskenbildes schreibt sich der Schrecken, dem Aisha ausgesetzt ist, allmählich in ihren Körper ein. Ihre Haut befällt ein unaufhaltsamer Ausschlag, ihr Auge wird blau und sie halluziniert. Und obwohl Aisha schließlich zarte Federn wachsen, kann sie ihrer Situation nicht entkommen, wie der Filmtitel schon verrät. Eine aktuelle und gelungene Charakterstudie als Spielfilmdebüt des ägyptischen Regisseurs Morad Mostafa. Der Film hat in Cannes Premiere gefeiert und ist nichts fürs zarte Gemüt. Greta Jebens


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